Hermine Mandl Weblog


Anekdote über Sokrates und einen Soldaten
November 28, 2010, 11:33 pm
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Sokrates (469-399 v. Chr.) stand gerade unter seiner Haustür, als ein Mann auf ihn zugerannt kam, der von einem Soldaten gejagt wurde. Obwohl der Verfolger mehrmals „Halte ihn auf!“ rief, rührte sich der griechische Philosoph, der später wegen angeblicher Gottlosigkeit und Verführung der Jugend zum Tode verurteilt wurde und den Giftbecher trinken musste, nicht von der Stelle. Der Flüchtling entkam. Der Soldat kehrte zu Sokrates zurück und machte ihm heftige Vorwürfe: „Warum hast du den Mörder nicht aufgehalten?“
„Ein Mörder? Was verstehst du darunter?“
„So eine Frage! Ein Mörder ist ein Mann, der tötet.“
„Also ein Metzger?“
„Unsinn! Ich meine einen Menschen, der einen anderen Menschen im tiefsten Frieden umbringt.“
„Ich verstehe … du meinst einen Henker.“
„Donnerwetter noch einmal, versteh mich doch recht! Der einen anderen in seinem Haus tötet.“
„Warum hast du das nicht gleich gesagt! Jetzt merke ich endlich, dass du von einem Arzt sprichst!“

Quelle:
Georg von Turnitz (Hg.): Die Welt der Andekdote. Neuer Kaiser Verlag GmbH, Klagenfurt, S. 11.

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Anekdote über Sokrates: Drei Siebe.
Januar 29, 2008, 10:37 am
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Eines Tages kam einer zu Sokrates und war voller Aufregung.
„He, Sokrates, hast du das gehört, was dein Freund getan hat? Das muss ich dir gleich erzählen.“
„Moment mal“, unterbrach ihn der Weise, „hast du das, was du mir sagen willst, durch die drei Siebe gesiebt?“
„Drei Siebe?“ fragte der andere voller Verwunderung.
„Ja, mein Lieber, drei Siebe. Lass sehen, ob das, was du mir zu sagen hast, durch die drei Siebe hindurchgeht. Das erste Sieb ist die Wahrheit. Hast du alles, was du mir erzählen willst, geprüft, ob es wahr ist?“
„Nein, ich hörte es irgendwo und . . .“
„So, so! Aber sicher hast du es mit dem zweiten Sieb geprüft. Es ist das Sieb der Güte. Ist das, was du mir erzählen willst – wenn es schon nicht als wahr erwiesen ist – so doch wenigstens gut?“
Zögernd sagte der andere: „Nein, das nicht, im Gegenteil . . .“
„Aha!“ unterbrach Sokrates, „so lass uns auch das dritte Sieb noch anwenden und lass uns fragen, ob es notwendig ist, mir das zu erzählen, was dich erregt?“
„Notwendig nun gerade nicht . . .“
„Also“, lächelte der Weise, „wenn das, was du mir das erzählen willst, weder erwiesenermaßen wahr, noch gut, noch notwendig ist, so lass es begraben sein und belaste dich und mich nicht damit!“



Anekdote: Sokrates und der Erfolg
Januar 29, 2008, 10:32 am
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Der Philosoph Sokrates war für seine Weisheit bekannt und wurde aus diesem Grund immer wieder von Ratsuchenden konsultiert. Eines Tages war ein junger Mann unter ihnen, der Sokrates folgende Frage stellte: „Was ist das Geheimnis für Erfolg im Leben?“ Sokrates antwortete: „Komm morgen Früh zum Fluß.“ So geschah es.

Am nächsten Morgen standen die beiden Männer am Ufer und Sokrates sagte: „Jetzt gehen wir in den Fluss.“ Der junge Mann folgte Sokrates bereitwillig. Als beide bis zum Hals im Wasser standen, packte Sokrates den jungen Mann ganz plötzlich und drückte dessen Kopf unter Wasser. Der arme Kerl wehrte sich verzweifelt, aber Sokrates ließ ihn nicht los. Lange, lange nicht.

Als er endlich seinen Griff lockerte, prustete und hechelte der junge Mann völlig außer sich. Sokrates fragte: „Als du dort unten im Wasser warst: was wolltest du am meisten?“ „Luft natürlich!“ rief der junge Mann. „Siehst, du“, sagte Sokrates, „das ist das Geheimnis des Erfolgs: Wenn Du Erfolg so sehr willst, wie du unter Wasser Luft wolltest, dann wirst du auch Erfolg haben.“

(gefunden bei Michael Krüger)