Hermine Mandl Weblog


Mary Schmich (Text)/Baz Luhrmann (Musik): Everybody’s free (to wear sunscreen)

Ladies and gentlemen of the class of ’97:

Wear sunscreen.

If I could offer you only one tip for the future, sunscreen would be it. The long-term benefits of sunscreen have been proved by scientists, whereas the rest of my advice has no basis more reliable than my own meandering experience. I will dispense this advice now.

Enjoy the power and beauty of your youth. Oh, never mind. You will not understand the power and beauty of your youth until they’ve faded. But trust me, in 20 years, you’ll look back at photos of yourself and recall in a way you can’t grasp now how much possibility lay before you and how fabulous you really looked. You are not as fat as you imagine.

Don’t worry about the future. Or worry, but know that worrying is as effective as trying to solve an algebra equation by chewing bubble gum. The real troubles in your life are apt to be things that never crossed your worried mind, the kind that blindside you at 4 p.m. on some idle Tuesday.

Do one thing every day that scares you.

Sing.

Don’t be reckless with other people’s hearts. Don’t put up with people who are reckless with yours.

Floss.

Don’t waste your time on jealousy. Sometimes you’re ahead, sometimes you’re behind. The race is long and, in the end, it’s only with yourself.

Remember compliments you receive. Forget the insults. If you succeed in doing this, tell me how.

Keep your old love letters. Throw away your old bank statements.

Stretch.

Don’t feel guilty if you don’t know what you want to do with your life. The most interesting people I know didn’t know at 22 what they wanted to do with their lives. Some of the most interesting 40-year-olds I know still don’t.

Get plenty of calcium. Be kind to your knees. You’ll miss them when they’re gone.

Maybe you’ll marry, maybe you won’t. Maybe you’ll have children, maybe you won’t. Maybe you’ll divorce at 40, maybe you’ll dance the funky chicken on your 75th wedding anniversary. Whatever you do, don’t congratulate yourself too much, or berate yourself either. Your choices are half chance. So are everybody else’s.

Enjoy your body. Use it every way you can. Don’t be afraid of it or of what other people think of it. It’s the greatest instrument you’ll ever own.

Dance, even if you have nowhere to do it but your living room.

Read the directions, even if you don’t follow them.

Do not read beauty magazines. They will only make you feel ugly.

Get to know your parents. You never know when they’ll be gone for good. Be nice to your siblings. They’re your best link to your past and the people most likely to stick with you in the future.

Understand that friends come and go, but with a precious few you should hold on. Work hard to bridge the gaps in geography and lifestyle, because the older you get, the more you need the people who knew you when you were young.

Live in New York City once, but leave before it makes you hard. Live in Northern California once, but leave before it makes you soft. Travel.

Accept certain inalienable truths: Prices will rise. Politicians will philander. You, too, will get old. And when you do, you’ll fantasize that when you were young, prices were reasonable, politicians were noble and children respected their elders.

Respect your elders.

Don’t expect anyone else to support you. Maybe you have a trust fund. Maybe you’ll have a wealthy spouse. But you never know when either one might run out.

Don’t mess too much with your hair or by the time you’re 40 it will look 85.

Be careful whose advice you buy, but be patient with those who supply it. Advice is a form of nostalgia. Dispensing it is a way of fishing the past from the disposal, wiping it off, painting over the ugly parts and recycling it for more than it’s worth.

But trust me on the sunscreen.

Ursprünglich waren die Worte nicht dazu gedacht, vertont zu werden, denn Mary Schmich verfasste den Text für ihre Kolumne in der Chichago Tribune, welche am 1. Juni 1997 erschien. Als Titel wählte sie ‚Advice, like youth, probably just wasted on the young‘. Der Text stieß weltweit auf große Begeisterung. Baz Luhrmann machte daraus das Lied ‚Everbody is free (to wear sunscreen)‚.



Das Leben (von Mutter Theresa)
September 2, 2010, 3:56 pm
Filed under: Anekdoten, Metaphern, Gedichte, mehr., Uncategorized | Schlagwörter: , , , ,

Das Leben ist eine Chance, nutze sie.
Das Leben ist schön, bewundere es.
Das Leben ist ein Traum, verwirkliche ihn.
Das Leben ist eine Herausforderung, nimm sie an.
Das Leben ist kostbar, geh sorgsam damit um.
Das Leben ist ein Reichtum, bewahre ihn.
Das Leben ist ein Rätsel, löse es.
Das Leben ist ein Lied, singe es.
Das Leben ist ein Abenteuer, wage es.
Das Leben ist Liebe, genieße sie.

(Mutter Theresa)



Gelesen: ‚Brida‘ von Paulo Coehlo.

Inhaltlich erzählt die Geschichte von einer jungen Irin – Brida – die sich dazu entschließt, Magie zu lernen. Sie sucht einen Magier auf und bittet diesen, sie als Schülerin anzunehmen… Die Geschichte erzählt davon, dass auch der Weiseste ein Mensch ist und bleibt. Es bleiben muss. Dass alle gleich sind. Dass Erkenntnis einen Preis hat. Und dass der Weg dorthin über ein Leben mit allen Sinnen führt – jedoch erst das Verlieren der Sinne zum Ziel führt.

Hier einige Zitate daraus:

„… ‚Es gibt auch in der Liebe kein Risiko, und du wirst das selber herausfinden. Seit Tausenden von Jahren suchen und finden die Menschen einander.'“ (109)

„… ‚Ich begreife die einfachen Dinge erst, wenn ich mich mit den komplizierten beschäftige‘, dachte sie.“ (118)

„… Erst jetzt, indem sie sich äußerlich änderte, konnte sie erkennen, wie sehr sie sich innerlich verändert hatte.“ (129)

„… Wozu sind wir hier? … die einzige mögliche Antwort auf diese Frage: Ich weiß es nicht. … Das mag uns im ersten Moment schrecklich vorkommen und uns das Gefühl geben, was die Welt, die Dinge der Welt, unseren Lebenssinn betrifft, ohnmächtig zu sein. Doch wenn der erste Schreck erst einmal vorbei ist, gewöhnen wir uns an die einzig mögliche Lösung, nämlich die, unseren Träumen zu folgen. Den Mut aufzubringen, die Schritte zu tun, die wir schon immer tun wollten, ist die einzige Möglichkeit zu zeigen, dass wir Gott vertrauen. In dem Augenblick, in dem wir das akzeptieren, erhält das Leben für uns einen heiligen Sinn … das Größte , was ein Mensch erleben kann, (ist) das Hinnehmen des Geheimnisses“ (162f)

„… Die Möwen waren so hoch wie die Wolken und auch dicht über den Wellen geflogen. Die Fische mussten sich fragen, wie es möglich war zu fliegen, denn hin und wieder tauchten geheimnisvolle Kreaturen in ihre Welt ein und verschwanden wieder so schnell, wie sie gekommen waren. Die Vögel mussten sich beim Anblick der Fische bestimmt fragen, wie es möglich war, unter Wasser zu atmen, denn sie ernährten sich von Tieren, die unter den Wellen lebten. Es gab Vögel, und es gab Fische. Sie lebten in verschiedenen Universen, die hin und wieder miteinander in Berührung kamen, ohne dass eines die Fragen des anderen beantworten konnte. Dennoch hatten beide Fragen. Und es gab Antworten auf diese Fragen.“ (166)

Da gäbe es noch einige Passagen aus dem Buch, die es wert wären, sie hier aufzuschreiben, aber lest lieber selbst: Paulo Coelho, Brida, Diogenes-Verlag, 2008.



Gedanken über den Tod. – Und das Leben.
August 24, 2010, 12:13 am
Filed under: Uncategorized | Schlagwörter: , , ,

Christoph Schlingensief ist am 21. August 2010 an den Folgen eines Lungenkrebses gestorben. Viel zu früh mit 49 Jahren. Nach zwei Jahren Kampf gegen die Erkrankung. Als ich davon las, tat es mir leid. Ich habe ihn vor einem guten Jahr zufällig in Wien auf einem Ärzt/innenkongress erlebt und er bekam zu recht Standing Ovations für seinen Vortrag: Es war faszinierend, ihm zuzuhören – wie er über die Erfahrungen mit seiner Krebserkrankung sprach – was heißt „sprach“! – es war eine Naturgewalt aus Worten und Emotionen. Eine Lebensbeichte. Ein gewaltiges Plädoyer fürs Leben. Sprudelnd. Getrieben. Hungrig. Aber auch voll Angst vor dem Tod. Voll Zweifel und Verzweiflung. Wut und Unverständnis über das Schicksal. Und der Versuch, es anzunehmen. Der Versuch, dankbar zu sein. Der Wunsch, aus der Not eine Tugend zu machen. Da war der Wille eines Kriegers, der auszog, um die nächste Schlacht zu kämpfen. Aufgepeitscht von Teilsiegen. Und die Haltung eines Spielers, der bereit war, alles auf eine Karte zu setzen. Hoffend für sich und stellvertretend für alle Anwesenden im Raum.

Doch der Tod lässt sich letzten Endes nicht kontrollieren. – So wie Loslassen nicht mit dem Kopf geschieht und man nicht auf Befehl spontan sein kann. Aber möglicherweise sollten wir – die noch am Leben sind – den Tod dennoch als Aufforderung nehmen, sich hinzugeben. Dem Leben. In Demut.



Chaplin: Als ich mich selbst zu lieben begann…

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich verstanden, dass ich immer und bei jeder Gelegenheit,
zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin
und dass alles, was geschieht, richtig ist –
von da an konnte ich ruhig sein.
Heute weiß ich: das nennt man VERTRAUEN.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
konnte ich erkennen, dass emotionaler Schmerz und Leid,
nur Warnungen für mich sind, gegen meine eigene Wahrheit zu leben.
Heute weiß ich: das nennt man AUTHENTISCH SEIN.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, mich nach einem anderen Leben zu sehnen
und konnte sehen, dass alles um mich herum eine Aufforderung zum wachsen war.
Heute weiß ich: das nennt man REIFE“.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, mich meiner freien Zeit zu berauben,
und ich habe aufgehört, weiter grandiose Projekte für die Zukunft zu entwerfen.
Heute mache ich nur das, was mir Spaß und Freude macht,
was ich liebe und was mein Herz zum lachen bringt,
auf meine eigene Art und Weise und in meinem Tempo.
Heute weiß ich: das nennt man: EHRLICHKEIT.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich mich von allem befreit, was nicht gesund für mich war,
von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen
und vor allem, was mich immer wieder hinunterzog, weg von mir selbst.
Anfangs nannte ich das“ Gesunden Egoismus“,
aber heute weiß ich, das ist SELBSTLIEBE“.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, immer Recht haben zu wollen,
so habe ich mich weniger geirrt.
Heute habe ich erkannt: das nennt man DEMUT.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich mich geweigert, weiter in der Vergangenheit zu leben,
und mich um meine Zukunft zu sorgen.
Jetzt lebe ich nur noch in diesem Augenblick, wo ALLES stattfindet.
So lebe ich heute jeden Tag und nenne es BEWUSSTHEIT“.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
da erkannte ich, dass mich mein Denken
armselig und krank machen kann.
Als ich jedoch meine Herzenskräfte anforderte,
bekam der Verstand einen wichtigen Partner.
Diese Verbindung nenne ich heute HERZENSWEISHEIT“.

Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen,
Konflikten und Problemen mit uns selbst und anderen fürchten,
denn sogar die Sterne knallen manchmal aufeinander
und es entstehen neue Welten.
Heute weiß ich: DAS IST DAS LEBEN!

(angeblich von Charlie Chaplin an seinem 70. Geburtstag am 16. April 1959)

Anm. HM: Danke an Günther für diesen schönen Text!



Gedicht von Erich Fried: Nur nicht
Juni 26, 2008, 8:56 am
Filed under: Anekdoten, Metaphern, Gedichte, mehr., Uncategorized | Schlagwörter: , , , , ,

Das Leben
wäre
vielleicht einfacher
wenn ich dich
gar nicht getroffen hätte

Weniger Trauer
jedes Mal
wenn wir uns trennen müssen
weniger Angst
vor der nächsten
und übernächsten Trennung

Und auch nicht soviel
von dieser machtlosen Sehnsucht
wenn du nicht da bist
die nur das Unmögliche will
und das sofort
im nächsten Augenblick
und die dann
weil es nicht sein kann
betroffen ist
und schwer atmet

Das Leben
wäre vielleicht einfacher
wenn ich dich
nicht getroffen hätte
Es wäre nur nicht
mein Leben

 

Quelle:
Erich Fried: Als ich mich nach dir verzehrte. Zweiundsiebzig Gedichte von der Liebe. Verlag Klaus Wagenbach, Berlin, 18. Auflage Februar 2003, S. 76



Hermann Hesse: Stufen
März 25, 2008, 9:56 pm
Filed under: Anekdoten, Metaphern, Gedichte, mehr., Uncategorized | Schlagwörter: , , ,

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf‘ um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde…
Uns neuen Räumen jung entgegensenden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden…
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

(Hermann Hesse)