Hermine Mandl Weblog


Längsschnittstudie über den Zusammenhang von Übergewicht und psychischen Erkrankungen
April 26, 2008, 4:32 pm
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Die Wissenschaftlerin Sarah Anderson von der Ohio State University führte gemeinsam mit ihren Kolleg/innen einen Längsschnittstudie zum Thema „Kindliche Adipositas und das Risiko, an einer Depression oder Angststörung zu erkranken“ durch. Dafür wertete sie die Daten von 820 Personen aus dem US-Bundesstaat New York aus, die zwischen 1975 und 2003 insgesamt viermal kontaktiert worden waren, um Auskunft über ihr Körpergewicht, ihre Körpergröße sowie über ihre psychische Gesundheit zu geben. Für die Studie wurden zusätzlich sozioökonomische Daten, ethnische Herkunft und eventuelle psychische Erkrankungen der Eltern erhoben und für die statistische Analyse berücksichtigt, indem diese Aspekte als äußere Einflüsse herausgerechnet wurden.

Das Ergebnis: Frauen, die in ihrer Jugend einen höheren Body-Mass-Index (Körpergewicht im Verhältnis zu Körpergröße) als 95 Prozent der Bevölkerung hatten, entwickelten fast 4-mal häufiger als andere Teilnehmer/innen in späteren Lebensjahren eine Depression oder Angststörung. Ein derartiger Zusammenhang war bei Männern nicht erkennbar.

In ihrem Erklärungsmodell vermuten die Wissenschafter/innen, dass ein Grund dafür sein könnte, dass für Mädchen das eigene Aussehen wichtiger ist als für Jungen; auch das Hänseln, von dem übergewichtige Jugendliche verstärkt betroffen sind, könne die negative Selbstwahrnehmung und depressive Symptome fördern.

Studie:
Anderson, S.E. et al: Adolescent obesity and risk for subsequent major depressive disorder and anxiety disorder: Prosepctive evidence. Psychosomatic Medicine, 69, 2007, 740-747.

Quelle:
Römer, Anke: Erst schwer, dann schwermütig. Psychologie heute, April 2008, S. 59.

 

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