Hermine Mandl Weblog


25. November: Internationaler Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen

Am 25. November wird jährlich der Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen, auch „Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen“ (engl. International Day for the Elimination of Violence against Women) begangen.

1999 deklarierten die Vereinten Nationen den 25. November als offiziellen jährlichen Gedenk- und Aktionstag zur Bekämpfung jeder Form von Diskriminierung und Gewalt gegenüber Frauen. Auslöser war die Entführung, Vergewaltigung und Folterung der Schwestern Mirabel und deren Ermordung am 25. November 1960. Diese wurden in der Dominikanischen Republik vom militärischen Geheimdienst nach monatelanger Folter getötet, weil sie sich gegen den damaligen Diktator Rafael Trujillo zur Wehr gesetzt hatten. Die drei Frauen avancierten zum Symbol für Gewalt gegen Frauen in Lateinamerika.

Aber bereits seit dem Jahr 1981 greifen verschiedene Menschenrechtsorganisationen an diesem Tag das Thema Gewalt an Frauen gezielt auf und fordern die Einhaltung der Menschenrechte gegenüber Frauen und Mädchen sowie eine allgemeine Stärkung von Frauenrechten. In Form von Veranstaltungen werden Themen wie Zwangsprostitution, Sexueller Missbrauch, Sextourismus, Vergewaltigung, Beschneidung von Frauen, Häusliche Gewalt, Zwangsheirat, vorgeburtliche Geschlechtsselektion, weibliche Armut, Femizid etc. thematisiert. Außerdem sollen Programme unterstützt werden, die sich ausdrücklich für eine Gleichstellung von Frauen gegenüber Männern einsetzen; etwa im Bereich Erbrecht, Bildung, Privateigentum, aktives und passives Wahlrecht, Kreditwürdigkeit, Rechtsfähigkeit und das Sichtbarmachen von unbezahlter Arbeitsleistung.

Quellen:
Bundeszentrale für politische Bildung, 25.11.2010
Internationaler Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen auf Wikipedia, 25.11.2010



Gehört: Werner Fritschi über Sinn und den existenziellen Wert einer Krankheit

So kündigt Focus den Vortrag „Ich bin jetzt wie ein Acker…“ von Werner Fritschi an:

Mit 50 wollte der erfolgreiche und viel beschäftigte Sozialberater und Publizist Werner Fritschi sein Büro „Beratungsdienst Jugend und Gesellschaft“ in Luzern zusperren, aus dem Berufsstress aussteigen und sein Leben neu gestalten. Dazu kam es – doch ganz anders als erwartet, ganz anders als vorgestellt. Kurz vor seinem 50. Geburtstag erlitt Werner Fritschi einen Hirnschlag und musste erfahren, dass unsere Wünsche uns narren, dass die Zeit uns betrügt und der Tod unserer Sorgen spottet. Wie ein kleines Kind musste der 50jährige Mann anfangen, elementare Tätigkeiten wie Gehen, Sprechen, Essen wieder zu lernen.

In dieser preisgekrönten Sendung mit dem Titel „Ich bin jetzt wie ein Acker …“aus dem Jahr 1988 erzählt Werner Fritschi beeindruckend und berührend, wie der Hirnschlag sein Leben veränderte, welche Erfahrungen ihm durch die Krankheit zuteil wurden und welchen Sinn er für sich im Leid entdeckte. Wener Fritschi ist heute 65, er lebt und arbeitet in Luzern.

Hier meine Notizen zu diesem Vortrag:

„Was ist denn das Leben für mich noch wert?

Werner Fritschi erzählt von seinen Erfahrungen mit der Krankheit und davon, wie die Umstände waren, als er den Hirnschlag erlitt… Er weint.

Franz Josef Köb: „Was ist der Grund dieser Trauer, die Sie überkommt beim Erzählen und die auch ich spüre beim Zuhören?“

Werner Fritschi: „Es ist, wie wenn man in tiefere Schichten eintaucht und Eisschichten auftaut und etwas abträgt in sich, das mit dem ganzen Leben – mit allen Gefühlen zu tun hat. Mit allem, was man erlebt oder gelernt hat und neu ordnen muss. Ich bin erschrocken in den ersten Wochen, als ich Gesichter nicht mehr erkannt habe, Dinge nicht mehr gewusst habe. Mich nicht erinnern konnte, dass jemand mich besucht hat. So, als ob ich entdeckte: Was ist, wenn du nicht mehr funktionierst? Und wenn du nicht mehr reden kannst? Ich, für den die Sprache das Werkzeug war, wenn ich nicht mehr reden kann, nicht mehr denken kann… Wenn ich nicht einmal mehr als Straßenwischer brauchbar bin? Was ist denn das Leben für mich noch wert?“

„Es ist gar nichts mehr selbstverständlich, dass es funktioniert…“

Fritschi beschreibt auf berührende Weise, wie er wieder lernen musste zu essen, zu gehen etc. – wie er das Leben wieder zu bewältigen lernte. Er schafft es sogar, eine Chance in dieser Erfahrung zu sehen; erkennt, welches Glück er hatte, dass er nicht den Rest seines Lebens im Rollstuhl verbringen muss, dass er noch „alle Tassen im Schrank“ hat; sieht das Glück, dass fast alle Wörter noch bzw. wieder da sind.

Fritschi: „Es ist gar nichts mehr selbstverständlich, dass es funktioniert: Man wird dankbar für jede Geste und dankbar für all das Schöne… Ich dachte, ich bin jetzt wie ein Acker: Jetzt wird gepflügt und geeggt und gesät und ich kann nichts machen. Ich kann nur daliegen wie ein Acker, muss warten, bis es reift und wächst und eine Geburt möglich wird.“

„Warum ich?

Werner Fritschi setzte sich intensiv mit der Frage auseinander: Warum ich? Warum gerade ich? Er machte sich Gedanken über die Ursachen des Hirnschlages und notierte diese in seinem Tagebuch, wobei er für eine Seite etwa zwei Stunden brauchte. Fritschi: „Man schreibt nur mehr, was einem ganz wirklich wichtig ist. Mein Tagebuch ist eine wahre Kostbarkeit.“

Im Zuge dieser Auseinandersetzung mit dem Warum fand er zehn Sinndeutungen, was der Hirnschlag für ihn für einen Sinn gehabt haben könnte:

1. Symbol: Ich wurde aus dem Verkehr gezogen.

„Ich wollte es eigentlich so. Ich gab unbewusst den Termin: 50-jährig. Da wollte ich mein Leben umstellen, mich beruflich neu orientieren, zur Besinnung kommen. … Da wurde ein neuer Gang eingeschaltet, wie ich es sonst freiwillig nicht getan hätte. Zeit zu haben für mich, zum Nachdenken. Eine begnadete Zeit. Ohne Schmerzen, aber alles sehr schwerfällig… Ein Sabbatjahr wurde mir geschenkt. Ich empfand es wie eine Initiation zur zweiten Lebenshälfte. Dieses Jahr im Rollstuhl… hatte ich Zeit für eine Neuorientierung des Lebens. Welch ein Geschenk.“

2. Symbol: Ich bekam einen Kurzschluss im Hirn.

„Irgendwo war ich überlastet. Es hatte zu viel Strom. Zwei und mehr Ströme sind aneinander geprallt. Die Sicherung ist durchgebrannt. Irgendwo ist etwas zerrissen. … Sei nicht allzu gerecht und nicht allzu weise, damit du dich nicht zugrunde richtest. Und ich musste mir sagen: Du musst nicht soviel denken. Einseitig – rechts – heißt einseitig bewusst. Der Hirnschlag wollte mir sagen: Es gibt noch etwas Anderes als nur den Kopf, den Verstand, die Ratio. Etwas Anderes musste ich lernen. Eine neue Realität kennenlernen. Was Rückzug heißt oder Zuwendung zur Natur oder Intuition oder Instinkt oder Ahnungen. Das wurde mir bewusst, als nur noch das Eine blieb: Weinen. Ich hab viel geweint und Trauerarbeit geleistet. Der Hirnschlag hat mir irgendwie unbewusst gesagt: Du bist aus der Bahn gefallen, aus der Elipse deiner Umlaufbahn. Du hast die kosmische Mitte verloren. Dein Gleichgewicht ist gestört. Jetzt nimm dir Zeit, dich neu einzupendeln, deine Mitte zu finden.“

3. Symbol: Ich bekam die Rechnung für 25 Jahre Stress.

„Der Zeitdruck, permanente Überlastung, zuwenig Schlaf, Übermüdung, Tagungen, Tempo, Hetze… Das alles hat sich katastrophal auf die Blutgefäße ausgewirkt. Ich habe ein paar Monate vorher noch die Versicherung angepasst und da habe ich gelacht, als der Mann mir sagte: ‚Sie sind schlecht gedeckt bei Invalidität und Tod.‘ Da habe ich gesagt: ‚Ich und einen Herzinfarkt! Das gibt es doch nicht! Ich lebe gesund. Ich habe die Mitte zwischen Spannung und Entspannung.‘ Aber an eine andere Krankheit wie Hirnschlag habe ich nie gedacht. Meine Bewegungsarmut, zu wenig Sport, falsche Ernährung … 10 kg Übergewicht, an gewissen Tagen zu viele Pfeifen geraucht… Nun hat der kranke Organismus sich selber Ruhe und Geborgenheit verschrieben.“

4. Symbol: Blut und sein Verhältnis zu den Gefäßen.

„Aus einem Tropfen Blut kann ein guter Pendler alles sagen. Blut ist individueller Träger des Lebens. Es verrät alles über den Menschen. Blut ist Symbol für die Haltung dem Leben gegenüber. Wenn ich zu niedrigen Blutdruck habe – mir wird schlecht, mir wird schlecht vor Augen … – ich bin nicht fähig, mich den Konflikten des Lebens zu stellen … Bei mir ist das Gegenteil gewesen: Meine leidenschaftliche Natur, mein Überdruck: Ich wollte immer mit dem Kopf durch die Wand. Meine Empörung über die gesellschaftlichen Zustände, meine Engagiertheit vielen Themen gegenüber. … … Ich war nicht flüssig genug. Es konnte nicht fließen in mir. Ich blieb zu wenig durchlässig. Die Empörung und die Glut in mir machten mich stockend und das ist symbolisch ausgedrückt worden im verdickten Blut und im Blutgerinnsel.“

5. Symbol: Die Liebe zu einer Frau.

„Berthold Brecht formulierte: Schwäche: Du hattest keine. Ich hatte eine: Ich liebte. Der Druck, der das Blut staute und/oder verdickte, die emotionale Stauung in mir, der verhinderte Tau, die Frustration, das war die Liebe zu einer jungen Frau. Den Berg, den ich in vier Jahren nicht habe bewältigen können. Diese Frau hat an meiner Substanz gezehrt. Keine Frau hat mir bis jetzt so viel Kraft gekostet. Das nicht reden können, das Vertrösten auf später, die Aussichtslosigkeit dieser Beziehung, das gefühlsmäßige Verlangen und die ungestillte Sehnsucht – sprich: Eros oder Liebe, Libido, Sexualität – und letztlich das Gefühl, unverstanden zu sein und zu leiden. Das war ein hoher Preis für eine wunderschöne Liebe und für eine außergewöhnliche Liebesgeschichte.

Ich möchte hier etwas einschieben: Mich hat der Rahmen einer festen Liebesbeziehung zu meiner Ehefrau gehalten, meine Lebensgefährtin hat mich durchgetragen und zu meiner Gesundung viel beigetragen. Gerade in einer solchen festen Liebe ist die existenziellen Erfahrung von einer anderen Beziehung erst möglich.“

6. Symbol: Ich muss alles langsamer machen, um Wachstum zu begreifen und neu zu lernen.

“ Jetzt muss ich auf mich hören lernen: auf meine Gefühle, auf meinen Körper. Das kann ich jetzt lernen, wo statt im 5. Gang im 1. oder wenigstens jetzt im 2. gefahren wird. Das Körperbewusstsein neu entwickeln und die organische Erfahrung, wie alles verwoben ist miteinander. Und wenn einem nichts mehr selbstverständlich ist, wie ein Gleichgewicht funktioniert oder die Koordination spielt und wie der Haushalt der Flüssigkeit geregelt wird und ein Muskelspiel und der Bewegungssinn und das Raumempfinden und die Sprache. Wie das alles vom Hirn aus gesteuert wird und das führt zum Gedanken: Wie lernt der Mensch? Wie wachsen wir feinmotorisch? Ich habe Staunen gelernt, was Kinder in den ersten fünf Lebensjahren spielend lernen und ich musste eigentlich im Schnellzugstempo das alles wieder durchmachen.“

7. Symbol: Begegnung mit dem Leiden und mit dem Tod.

„Er sitzt mir noch in den Knochen. Ich habe in den Abgrund geschaut. Der Würgeengel ging vorbei. Es ist ein unheimliches Erlebnis, zu wissen: wäre das Gerinnsel einen Bruchteil von einem Millimeter dicker gewesen oder hätte es einige Sekunden länger das Zentrum verstopft, dann wäre ich abgetaucht. Hätte ich den Kopf auf den Tisch gelegt – und ich hatte es mir schon überlegt damals – ich hätte gesagt: ‚Ciao miteinander, es war schön. Das Leben war gut.‘ Ich wäre mitten unter den Leuten gestorben, still davongegangen – nein: davongeschlichen. Ich habe mich versöhnt mit dem Tod. Ich hätte einen milden Tod gehabt und ich werde einmal ganz gut sterben.“

8. Symbol: Die kosmische Konstellation.

„Das mag jetzt ein wenig unverständlich sein… Die Zeit war reif. In meinem astrologischen Diagramm stehen Neptun, Jupiter und der Mondknoten in der unteren Hälfte, also im Unbewussten. Und jetzt als 50-Jähriger ist mein Lebensabschnitt aktualisiert durch den Saturn. Der Lebensplan wirkt sich dann als Schicksal aus, solange es unbewusst bleibt. Ich muss mein Schicksal und Karma ins Bewusstsein holen, um mich von seinen Zwängen zu befreien.“

9. Symbol: Zu mir selber kommen, ich selbst zu sein.

„Die elementare Erfahrung bleibt mir hoffentlich immer im Gedächtnis: Die Hilflosigkeit erleben. Hilfe lernen, anzunehmen. Kranke Körper, Behinderte verstehen, mit Sterbenden fühlen. Ich bin in dem Sinn vom hohen Steg etwas heruntergekommen. Horchen auf den eigenen Körper. Auf die Stille hören. Grenzen akzeptieren. Und die Schonzeit in der Sexualität, unsicher sein, fragend, suchend, allein sein. Mir ist nie langweilig gewesen in den langen Nächten im Spital. Wunderbare Begegnungen habe ich erlebt und Freundschaften konnten neu wachsen.“

10. Symbol: Der Hintergrund, die Konfrontation mit dem Absoluten, Einfließenlassen des Unendlichen, wesentlich werden, die Gnade Gottes erfahren und damit das Thema der Liebe.

„Die Lehre von diesem Hirnschlag heißt für mich: Ich will in den Schwingungen der Schöpfung leben lernen, ein geistiges Atom werden, ein brennender Dornbusch.“

Krankheit und ihr existenzieller Wert

Fritschi ist überzeugt, dass Krankheit immer einen Sinn und existenziellen Wert hat und nur wer ‚in diesem drin war‘, der weiß es. „Vorher kann man gescheit etwas sagen darüber, aber es ist letztlich nicht mitteilbar“, so Fritschi.

So erzählt er an dieser Stelle von Erfahrungen und Beobachtungen im Krankenhaus, wie andere Menschen mit ihrer Krankheit umgegangen sind.

Sein Fazit: „Jeder macht diesen Weg allein durch und da zeigt sich irgendwo, bis an welchen Punkt wir reif geworden sind.“

Quelle:

Werner Fritschi: Ich bin jetzt wie ein Acker. Focus Sendung vom 11.6.2001, Radio Vorarlberg.
Gibt’s hier zum Nachhören. [Anm. HM: Sehr empfehlenswert!]



Abwehrmechanismen: Um sich nicht zu erinnern…

Abwehr: Schutz und Bewältigungsmechanismus unserer Psyche.

Jeder – und zwar: jeder – Mensch besitzt eine „Abwehr“. Sie dient dazu, unlustvolle Gefühle, Affekte, Wahrnehmungen etc. vom Bewusstsein fernzuhalten bzw. diese in Schach zu halten. Es handelt sich dabei um eine Art Gewohnheit, die unbewusst abläuft und uns schützt bzw. uns bei der Bewältigung bestimmter Aufgaben unterstützt. Also ist die Abwehr eine gute Sache. Aber nicht immer.

Krankhafte Abwehr: Vermeidung der Bewusstwerdung um jeden Preis.

Die Abwehr wird dann zum Problem, wenn sie für einen Menschen zur Einschränkung – und damit schädlich – wird. Hier ein Beispiel: Unlustvolle Erregungszustände oder Anspannungen (sog. Affekte) und Gefühle wie Angst, seelischer Schmerz, Schuldgefühle usw. entstehen in uns aufgrund von unverarbeiteten seelischen Konflikten, welche unbewusst gemacht oder gehalten werden sollen. Durch diesen Vorgang kommt es jedoch zu keiner echten Lösung eines Konflikts – es bleibt bei einer Pseudolösung. Das wiederum führt dazu, dass immer intensivere und kompliziertere „Abwehrmaßnahmen“ benötigt werden, um den entsprechenden Konflikt unbewusst zu halten.

Merkmale einer krankhaften Abwehr: Ich-Einschränkung und Überbeanspruchung eines bestimmten Abwehrmechanismus

Eine Abwehr gilt dann als pathologisch, wenn es zu einer Einschränkung der Ich-Funktionen kommt, wobei man unter Ich-Funktionen die Fähigkeit wahrzunehmen, zu unterscheiden, sich zu erinnern, zu denken, sowie die Triebe zu steuern versteht. Zusätzlich ist die freie Selbstentfaltung und –verwirklichung eingeschränkt und es besteht keine Wahlmöglichkeit mehr. So kommt es zu einer Zwangsläufigkeit des Auftretens sowie einer Unfähigkeit, sich an wechselnde Bedingungen anzupassen. Es kommt zu einem unbewussten Abspulen des gleichen Mechanismus und zu einem erheblichen Widerstand gegen die Bewusstmachung des Konflikts.

In Stichworten notiert: Die vier Ebenen von Abwehr nach Mentzos

1. Ebene (unreif):

a) psychotische, wahnbildende Projektion, z.B. Verfolgungswahn:
– eigene, unerwünschte Impulse werden einer anderen Person „zugeschoben“
– das Böse wird nach außen verlegt
– Subjekt-Objekt-Trennung

b) psychotische Verleugnung, z.B. Größenwahn, Liebeswahn…
– Kleinkind schützt bedrohtes Selbstwertgefühl durch Verleugnung

c) Spaltungsvorgänge:
– vermeiden, dass inkompatible Inhalte zusammentreffen; diese bleiben prinzipiell bewusst oder vorbewusst; Verleugnung nach Bedarf. Borderline.

d) Introjektion:
– In-sich-Hineinnehmen, Internalisierung des Objekt;
– wichtig bei Selbstentstehung
– (später) regressiv eingesetzt, um schmerzliche Trennung vom Objekt und/oder Unterscheidung zwischen Subjekt und Objekt zu vermeiden bzw. rückgängig zu machen

2. Ebene (auch unreif, aber nicht mehr so grob und unrealistische Lösungen):

a) nichtpsychotische Projektion:
– häufig
– eigene Gefühle, Impulse, Tendenzen werden unbewusst einem anderen zugeschrieben (z.B. die Juden, die Ausländer…)

b) Identifikation als Abwehr:
– Identifikation mit dem Angreifer
– bei hysterischer (Konversions-)Symptombildung: Trennung oder seelischen Schmerz abwehren durch Übernahme der Symptome (z.B. Husten) des kürzlich verstorbenen Elternteils.

3. Ebene (psychoneurotische Abwehrmechanismen)

a) Intellektualisierung:
– Emotionales in formaler, affektloser Art zu behandeln
– sich v.a. mit kognitiven Aspekten des Lebens beschäftigen und Emotion vermeiden

b) Affektualisierung:
– Überemotionalität
– kognitive Einsicht beeinträchtigen
– Gegenemotionen einsetzen um gefürchtete Emotion abzudrängen

c) Rationalisierung:
– sekundäre Rechtfertigung von Verhaltensweisen durch Scheinmotive

d) Affektisolierung:
– Abtrennung des vorstellungsmäßigen Inhalts, der bewusst bleibt, von dem dazugehörigen Affekt, der verdrängt wird

e) Ungeschehenmachen:
– unerlaubter Impuls wird kurzfristig bewusst und dann durch einen entgegen gesetzten Gedanken oder eine magische Handlung ungeschehen gemacht

f) Reaktionsbildung:
– vgl. Ungeschehenmachen, jedoch dauerhaft und habituelle Abwehr. Daher kommt es zu einer Änderung des Ichs. Es entsteht ein Charakterzug. (z.B. Zwang)

g) Verschiebung:
– Loslösung emotioneller Reaktionen von ihren ursprünglichen Inhalten und die Verknüpfung mit anderen, weniger wichtigen Situationen oder Gegenständen (z.B. Phobie)

h) Verlagerung:
– unerwünschte, unerlaubte Impulse (meist Aggression) wird auf ein anderes als das eigentliche Objekt gerichtet (z.B. Arbeitskollege -> Frau)

i) Wendung gegen das Selbst:
– Variation der Verlagerung: Autoaggression

j) Verdrängung im engeren Sinne
– Amnesie (Erinnerungslücke)
– Skotomisierung („Übersehen“ bestimmter Inhalte)

4. Ebene:

Sublimierung
– Umsetzen verdrängter Triebimpulse in sozial gewertete Tätigkeiten, auf die das Triebziel verschoben wird.

Psycho-sozialen Abwehrmechanismen: außen statt innen.

Es handelt sich dabei nicht ausschließlich um intrapsychische Prozesse. Das Prinzip dahinter ist, unbewusst eine zwischenmenschliche Konstellation herzustellen, welche die intrapsychische Veränderung bestätigt, rechtfertigt und real erscheinen lässt. Dies kann durch die Partnerwahl, durch eine Rollenzuweisung bzw. durch Manipulation, Verführung oder Beeinflussung des Partners in eine bestimmte Richtung erfolgen.

Literatur:

Mentzos, Stavros (2005): Neurotische Konfliktverarbeitung. Einführung in die psychoanalytische Neurosenlehre unter Berücksichtigung neuer Perspektiven. Fischer: Frankfurt am Main, S. 60-65.



Midlife-Crisis für ALLE!
März 9, 2008, 10:09 pm
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Jetzt ist sie auch wissenschaftlich bestätigt: die „Mitlife-Crisis“. Der Wirtschaftswissenschafter Andrew Oswald von der Universität Warwick wertete diesbezüglich gemeinsam mit dem US-Forscher David Blanchflower vom Dartmouth College die Daten von Menschen aus 80 Ländern aus – von Albanien über Deutschland bis Simbabwe – und fand dabei folgendes Ergebnis: Die Glückskurve eines Menschen stellt ein U dar. Der Mensch ist am Anfang und am Ende seines Lebens am glücklichsten und den Tiefpunkt seiner Zufriedenheit erreicht er im mittleren Alter – unabhängig von seinem Familienstand, Einkommen oder Geschlecht.

Midlife-Crisis: Unterschiedliche Ausprägung, aber global beobachtbar.

Natürlich leiden nicht alle im gleichen Außmaß unter einer „Midlife-Crisis“, aber das Phänomen sei überall beobachtbar. Konkret stießen die Forscher auf folgendes Ergebnis: „In Großbritannien verfallen die Menschen mit durchschnittlich etwa 44 Jahren ins Grübeln, in den USA sind Frauen im Alter um 40 und Männer mit etwa 50 Jahren am stärksten depressionsgefährdet. Die 55.000 befragten Deutschen erreichten das Minimum an Zufriedenheit im Alter von knapp 43 Jahren.“ Oswald vermutet folgenden Hintergrund für dieses Phänomen: „Möglicherweise müssen Menschen in diesem Alter manche unerfüllbaren Träume aufgeben oder erkennen, dass ihnen nur noch eine begrenzte Zeit zum Leben bleibt.“

Das glückliche U: Ab 50 gehts wieder bergauf.

Trotzdem gibt es auch eine gute Nachricht: Im Alter ab 50 Jahren tauchen die meisten Menschen wieder aus diesem Tief auf. „Wer mit 70 noch körperlich gesund ist, ist durchschnittlich ähnlich glücklich wie ein 20-Jähriger“, so Oswald und fügt tröstende Worte für aktuell Betroffene an: „Vielleicht kann die Erkenntnis, dass solche Gefühle im mittleren Lebensalter völlig normal sind, Menschen dabei helfen, diese Phase besser zu überstehen.“

Quelle:

Artikel Midlife-Crisis ist weltweites Phänomen auf www.psychologie.at, vom 18.2.2008.



Wie können Eltern die Schulfähigkeit ihres Kindes fördern?

Ob ein Mensch auch im späteren Leben noch gerne lernt und sich etwas zutraut, wird sehr früh entschieden – meist sogar bereits vor seinem Eintritt in die Schule. Eine große Verantwortung liegt in diesem Zusammenhang bei den Eltern bzw. den Bezugspersonen eines Kindes, denn ihr Umgang mit dem Kind (von Geburt an!) prägt dessen Selbstbewusstsein, Selbstbestimmung und Neugier.

Der Schuleintritt ist sicherlich für jedes Kind eine aufregende Erfahrung: es muss die Sicherheit der Familie verlassen, sich in eine neue Gruppen einfügen, ist gefordert, Verantwortung zu übernehmen, muss Leistungen erbringen, für die es benotet wird etc. etc. Vergleichbare Herausforderungen zu meistern fällt auch den meisten Erwachsenen schwer – verständlicherweise ist das also erst recht keine leichte Aufgabe für ein Kind… 

Die Psychologin Dr. Eva Wiedermann setzte sich damit auseinander, wie Kindern ein möglichst guter Start in deren Schullaufbahn ermöglicht werden kann; in einer Elterninformation der MAG Elf (Amt für Jugend und Familie der Stadt Wien) hält sie wertvolle Tipps zur Frage „Wie können Eltern die Schulfähigkeit ihres Kindes fördern?“ fest: 

Regelmäßigkeit: Bereits vor dem Schuleintritt sollte das Kind lernen, sich an einen regelmäßigen Tagesablauf zu gewöhnen, damit es später weiß, dass es zu seinen Aufgaben zählt, rechtzeitig zur Schule zu kommen: In diesem Zusammenhang muss es auch lernen, gelegentliche Unlustgefühle oder Müdigkeit zu überwinden und trotzdem an seiner Alltagsroutine festzuhalten.

Das Selbstvertrauen des Kindes in seine Fähigkeiten stärken: Indem Eltern ihr Kind beim Malen, Basteln oder anderen Tätigkeiten ermuntern, lernt das Kind, ein eigenes Selbstbewusstsein zu entwickeln – dieses ist notwendig, um mit Freude zu lernen. Es ist wichtig, dass das Kind sich von seinen Eltern anerkannt und ernst genommen fühlt und kann in der Folge bereits die Verantwortung für kleinere Aufgaben übernehmen.

Partnerschaftliches Verhalten dem Kind gegenüber: Ein partnerschaftliches Verhalten der Eltern dem Kind gegenüber in Gesprächen, bei kleineren Entscheidungen usw. steigert das Selbstbewusstsein des Kindes und seine sozialen Fähigkeiten; zusätzlich wird es angeregt, nachzudenken und Verantwortung zu übernehmen.

Mit dem Kind die Welt entdecken: Eltern können die Wissbegier ihres Kindes unterstützen, wenn sie auf dessen Fragen kindgerecht antworten. Durch gemeinsame Unternehmungen bekommt das Kind die Möglichkeit, viele Beobachtungen zu machen und Fragen zu stellen. So lernt es auf der einen Seite neue Begriffe kennen und auf der anderen Seite, zu differenzieren, Sinnzusammenhänge zu erkennen und aktuelle Erfahrungen auf andere Situationen zu übertragen.

Dem Kind helfen, Kontakt zu anderen zu knüpfen: Im Spiel mit anderen Kindern lernt das Kind, sich einerseits zu behaupten und andererseits auch Rücksicht zu nehmen und zu teilen.

Entwicklungsentsprechende Förderung: Kinder müssen lernen, sich realistisch einzuschätzen um weder einer Über- noch Unterschätzung zu unterliegen. Das bedeutet aber, dass auch die Eltern die Möglichkeiten ihres Kindes realistisch einschätzen und ihre Erwartungen diesen Möglichkeiten anpassen.

Unterstützung bei der Entwicklung der Arbeitshaltung: Die Entwicklung von Konzentration, Ausdauer und Aufmerksamkeit ist zwar einerseits organisch bedingt (das Gehirn muss einen bestimmten Ausreifungsgrad erreichen), kann aber durch die Umwelt zusätzlich gefördert werden: durch die Bereitstellung des richtigen Spielmaterials und durch emotionale Zuwendung.  

Einstellen auf die Schule: Es kann sinnvoll sein, rechtzeitig die Schule auszuwählen, die Ihr Kind später besuchen soll: Dadurch können Sie langsam mit dem Kind den zukünftigen Schulweg auszuprobieren, die Umgebung der Schule anschauen und Schulkinder beobachten. Wecken Sie die Neugier auf die Schule und die Lehrkräfte und vermeiden Sie es, Ihr Kind mit Bemerkungen wie über den ,,Ernst des Lebens, der in der Schule beginne“ unnötig zu ängstigen.

Ausführlichere Informationen zu den einzelnen Punkten finden Sie unter: Elterninformation der MAG Elf



Gelesen: Die Masken der Niedertracht. Seelische Gewalt im Alltag und wie man sich dagegen wehren kann

Marie-France Hirigoyen studierte Medizin und Viktimologie in Frankreich und den USA und praktiziert als Psychoanalytikerin und Familientherapeutin in Paris. In ihrem Buch Die Masken der Niedertracht (2002) fasst sie ihre Erfahrungen als Viktimologin zusammen und versucht, die Dynamik zwischen Täter und Opfer nicht nur verstehbar zu machen, sondern die Gewalt – welche sich sowohl auf privaten als auch beruflichen Schauplätzen abspielen kann – anhand zahlreicher Fallbeispiele auch spürbar zu machen.

Im Großen und Ganzen finde ich, dass Hirigoyen ein wichtiges Buch geschrieben hat, das zu lesen ich durchaus empfehlen kann – nicht zuletzt, weil es flüssig und verständlich geschrieben ist. Dennoch saß ich am Ende mit „gemischten Gefühlen“ da: Vielleicht, weil mich das letzte Kapitel, in welchem es um die Betreuung der Opfer als Patienten geht, nicht zur Gänze überzeugen konnte. Hirigoyen bezieht folgende Position, wenn es um die Auswahl eines „Psychotherapeuten“ geht:

Im Zweifelsfall ist es besser, jemanden zu wählen, der Psychiater oder Psychologe ist; denn es gibt heute alle möglichen Arten von neuen Therapien, die verführerisch sein können, weil sie schnellere Heilung versprechen, deren Wirkungsweise aber der der Sekten recht nahe kommt.

Vielleicht habe ich mich an dieser Stelle als Psychotherapeutin „auf den Schlips getreten“ gefühlt. Ich kenne die Situation in Frankreich und in den USA nicht, aber „Psychotherapie“ ist in Österreich ein Berufsstand, der sogar in einem eigenen Psychotherapiegesetz verankert ist und dessen Ausübung eine sehr umfassende und fundierte Ausbildung vorangeht. Von Kurpfuscherei, esoterischen Therapien etc. also keine Spur; natürlich spielt trotz aller Regeln, Gesetze etc. immer die ethische Haltung sowie die Persönlichkeit des Therapeuten eine große – wenn nicht die wichtigste – Rolle. Deshalb scheint mir das Auseinanderdröseln des Psychotherapieprozesses nach Richtungen nicht sinnvoll (vgl. Wirkprinzipien der Psychotherapie).

Persönlich gefiel mir, dass Hirigoyen die „perverse Gewalt im Alltag“ anhand zahlreicher Fallbeispiele aufzeigt – dadurch ist nicht nur ein abstraktes Verstehen der Dynamik möglich, sondern bis zu einem gewissen Grad auch ein Einfühlen.

Ich möchte in der Folge den Inhalt des Buches kurz zusammenfassen, allerdings empfehle ich jenen Personen, die sich für das Thema interessieren (oder die vielleicht sogar selbst von Gewalt betroffen sind) das Lesen des gesamten Buches! 

Die private Gewalt: Die perverse Gewalt gegenüber dem Lebenspartner und in Familien

Die perverse Gewalt wird häufig bestritten oder banalisiert bzw. verkürzt auf ein einfaches Herrschaftsverhältnis. Sie basiert auf subtilen Aggressionen, die keine greifbaren Spuren hinterlässt. Und sogar Zeugen neigen dazu, die perverse Gewalt als schlichte konfliktbeladene oder leidenschaftliche Beziehung zwischen zwei Personen mit schwierigem Charakter zu deuten. Und auch die Opfer lernen erst im Laufe der Zeit, den Umgang zu erkennen, sich zu wehren und Beweise zusammenzutragen (23).

Zur perversen Gewalt kommt es, wenn das Gefühl in einer Beziehung abflaut, oder aber zu große Nähe besteht (23); es handelt sich um eine Angst, den anderen zu verlieren und gleichzeitig von ihm vereinnahmt zu werden. Das Opfer wird durch das Verhalten des Täters gelähmt; es wird in einen Zustand der Ungewissheit manövriert (24). Diese Entwicklung ist nur möglich durch zu große Nachsicht es Partners; Hirigoyen erklärt diese Nachsicht durch „Familientreue“, welche sich beispielsweise so zeigt, dass innerhalb der Familie das nachgeahmt wird, was ein Verwandter erlebt hat; oder in der Annahme der Rolle eines Heilers für den Narzissmus des anderen; es handle sich um eine Art „Sendung“, bei der sich die Person aufopfern muss (25).

Laut Hirigoyen steht die Weigerung, die Verantwortung für das Scheitern einer Ehe auf sich zu nehmen, oft am Anfang eines perversen Umkippens. Je höher das Idealbild vom Partner war, desto stärker ist die Verleugnung des eigenen Anteils am Scheitern – am Ende wird ausschließlich der Partner dafür verantwortlich gemacht; und das meist auf Basis von Fehlern, die nicht genau benannt werden können. Das Opfer verharrt in einem Angstzustand, weil der Partner das Gespräch verweigert. Zorn und Schmach sind die Reaktion auf dieses Verhalten: die Schmach, nicht geliebt worden zu sein, sowie die Demütigungen geduldet zu haben, sich gefügt zu haben. Es kommt zu vertauschten Rollen, indem der Aggressor zum Opfer wird und die Schuld beim eigentlichen Opfer bleibt (31f). Indess richtet der Täter seine Liebe auf einen neuen Partner, idealisiert diesen – und damit das wiederum möglich ist, muss der frühere Partner zum Sündenbock gemacht werden, indem alles Schlechte auf diesen projiziert wird (41).

Diese Dynamik kann nur aufgelöst werden, indem das Opfer seine Ohnmacht erkennt und damit auch akzeptiert, dass es nichts tun kann; Wenn es ein ausreichend gutes Selbstbild gewinnt, kann die Aggression des Täters seine Identität nicht mehr in Frage stellen (41).

Leider unterbricht selbst eine Trennung die Gewalt oft nicht: diese setzt sich meist auch noch nach dem Beziehungsende fort, wobei der Täter selbst davor nicht zurückscheut, die Kinder für seine Gewalt zu benutzen (42). Indem die Kinder in die gewalttätigen Verstrickungen einbezogen werden, wird Gewalt über Generationen hinweg in einer Familie weitergegeben. Nicht nur, dass Kinder für derartige Rachefeldzüge eines Elternteils gegen einen anderen missbraucht werden, als schwächstes Glied der Kette erfahren sie selbst Gewalt von ihren Eltern. Alice Miller spricht von „schwarzer Pädagogik“, wenn sie die schlimmen Folgen der traditionellen Erziehung aufzeigt, welche den Zweck verfolgt, den Willen des Kindes zu brechen, um aus ihm ein fügsames und gehorsames Wesen zu machen. Das Kind schafft es nicht, sich der „überwältigenden Kraft und Autorität des Erwachsenen“ zu widersetzen, wird stumm und seiner Sinne braubt (51).

Gewalt am Arbeitsplatz

Unter Mobbing am Arbeitsplatz ist jede Verhaltensweise zu verstehen, die durch das bewusste Überschreiten von Grenzen – in Benehmen, Handlungen, Gesten, mündlichen oder schriftlichen Äußerungen – die Persönlichkeit, die Würde oder die physische bzw. psychische Unversehrtheit einer Person beeinträchtigen, deren Anstellung gefährden oder das Arbeitsklima verschlechtern kann. (69)

In ihren Ausführungen trifft Hirigoyen keine begriffliche Unterscheidung zwischen Mobbing und Bossing, wenngleich sie dennoch Beispiele aus beiden Bereichen bringt. 

Sie schreibt, dass der „psychologische Krieg am Arbeitsplatz“ zwei Erscheinungsformen kennt: den Machtmissbrauch, der sehr rasch entlarvt und von den Arbeitnehmern nicht unbedingt hingenommen wird und die perverse Manipulation, die viel hinterhältiger ist und deshalb mehr Schaden anrichtet (70).

Nicht nur die Angst vor der Arbeitslosigkeit lähmt die Opfer, sondern es wird durch verschiedene psychologische Methoden „psychologisch gefesselt“ bis es sein kritisches Urteilsvermögen verliert und nicht mehr weiß, wer recht hat und wer unrecht: Es wird ihm vom Täter die unmittelbare Kommunikation verweigert, es wird herabgewürdigt, diskreditiert, isoliert, schikaniert, zu Fehlern verleitet und/oder sexuell belästigt (80ff).

Problematisch ist, wenn ein Unternehmen Mobbing gewähren lässt (99) oder in manchen Fällen sogar fördert (105). Nicht nur, dass Menschen an Mobbing richtiggehend zerbrechen können, die Billigung einer derartigen Unternehmenskultur ist auch für das Unternehmen mit wirtschaftlichen Folgen verbunden: Die Verschlechterung des Arbeitsklimas hat eine erhebliche Leistungs- oder Ertragsminderung in einer Abteilung oder Belegschaft zur Folge, denn das Austragen des Konflikts wird zum Hauptinteresse aller Beteiligten: des Aggressors, des Angegriffenen und teilweise sogar der Zeugen, die sich nicht mehr auf ihre Arbeit konzentrieren können. Es ist die Aufgabe der Entscheidungsträger in einem Unternehmen, Quälereien zurückzuweisen, den Dingen nicht freien Lauf zu lassen und darüber zu wachen, dass der Mensch auf jeder Rangstufe eines Unternehmens geachtet wird (110).

Die perverse Beziehung und die Protagonisten

Hirigoyen beschreibt in einem weiteren Teil des Buches, wie es zu einer derartigen Täter-Opfer-Beziehung kommt und ergründet jeweils die Persönlichkeit von Täter und Opfer.

Laut der Autorin stellt sich eine perverse Beziehung in zwei Phasen ein: In der perversen Verführung und der darauffolgenden Gewalt (115). In der Verführungsphase ist es das Ziel, das Opfer zu destabilisieren und sein Selbstvertrauen zu sabotieren. Die Beeinflussung besteht darin, jemanden, ohne zu argumentieren, dahin zu bringen, dass er anders denkt, entscheidet oder sich benimmt, als er dies aus eigenem Antrieb getan hätte; der Täter stimmt dabei seine Verführung und Manipulation auf die Empfindlichkeit und Verletzlichkeit des anderen ab (116). Hirigoyen unterscheidet drei Stufen der „geistigen oder seelischen Beherrschung des anderen“: Aneignung durch Enteignung; Beherrschung (der andere wird in einem Status der Unterwerfung gehalten); Prägung (ein „Brandzeichen“ soll ihm aufgenötigt werden) (117).

Auch auf die Formen der Kommunikation geht die Autorin ein, wobei sie von der „Illusion der Kommunikation“ spricht; sie nennt sie „eine eigenartige Kommunikation, nicht geschaffen, um zu verbinden, sondern fernzuhalten und jeglichen Austausch zu verhindern“ (121). Dafür bedient sich der Aggressor folgender Methoden: z.B. die unmittelbare Kommunikation verweigern (121), die Sprache entstellen (123), lügen (126), Sarkasmus, Spott und Verachtung (128), Herabsetzen (136), Trennung, um besser herrschen zu können (137), seine Herrschaft aufzwingen (139), vom Paradox Gebrauch machen (132; z.B. mit Worten etwas ausdrücken, was mittels Gesichtsausdruck gleich wieder negiert wird; dadurch werden Zweifel über mehr oder minder unbedeutende Vorkommnisse des Alltags ausgestreut).

Wenn der andere sich dem beherrschenden Einfluss zu widersetzen beginnt, wird er vom bisher nützlichen Objekt zum gefährlichen Objekt, welches – egal mit welchen Mitteln – beseitigt werden muss: Der Aggressor beginnt, seinen Hass zu zeigen, es kommt zur Ausübung von Gewalt – mit dem Ziel, den anderen in die Enge zu treiben (143ff).

Der Aggressor

Der Täter hat in der Regel eine pervertierte narzisstische Persönlichkeit, welche laut Hirigoyen meist fünf oder mehr der folgenden Merkmale aufweist (154):

– die Person hat eine großartige Meinung von ihrer eigenen Bedeutung;
– verzehrt sich in Phantasien von grenzenlosem Erfolg, von Macht;
– glaubt, etwas „Besonderes“ und einzigartig zu sein;
– hat ein übermäßiges Bedürfnis, bewundert zu werden;
– meint, ihr stehe alles zu, man schulde ihr alles;
– beutet in zwischenmenschlichen Beziehungen den anderen aus;
– es fehlt ihr an Empathie;
– beneidet häufig die anderen;
– legt überhebliche Haltung und Verhaltensweisen an den Tag.

Das Opfer

Ausgewählt wird ein Opfer laut Hirigoyen von seinem Aggressor „einfach, weil es da war und weil es irgendwie unbequem wurde. Es hat nichts Eigentümliches für den Aggressor. Es ist ein austauschbares Objekt, das im falschen/richtigen Augenblick da war und den Fehler begangen hat, sich verführen zu lassen – und manchmal den, einen zu hellen Kopf zu haben.“ (167)

Allein die Hinnahme des Schicksals seitens des Opfers erstaunt vielleicht auf den ersten Blick; dennoch unterscheiden sie sich von den Masochisten durch das unendliche Befreiungsgefühl, welches sie empfinden, wenn es ihnen durch ungeheure Anstrengung gelingt, sich zu lösen. Sie sind erleichtert, weil Leiden als solches sie – im Gegensatz zu echten Masochisten – eben nicht interessiert (171).

Wenn sie sich manchmal über längere Zeit hin auf das perverse Spiel eingelassen haben, dann eher, weil sie wirklich lebendig sind und weil sie Leben geben wollen, und sich sogar an die unmögliche Aufgabe heranwagen, einem Perversen zu Leben zu verhelfen: „Mit mir wird er sich ändern!“

Ihre Tatkraft ist allerdings mit einer gewissen „Schwäche“ gekoppelt. Indem sie sich in das unmögliche Unterfangen stürzen, Tote aufzuerwecken, beweisen sie eine gewisse Überschätzung ihrer eigenen Kräfte.

Das ideale Opfer beschreibt Hirigoyen als „eine gewissenhafte Person mit einem natürlichen Hang, sich schuldig zu fühlen“ (172).

Die potentiellen Opfer sind Träger einer partiellen Melancholie. Einerseits gibt es in ihnen einen schmerzlichen Punkt, der eventuell mit einem kindlichen Trauma zusammenhängt, andererseits besitzen sie sehr große Vitalität. Die Perversen, so Hirigoyen, attackieren nicht die melancholische Seite, sondern die lebendige, die Vitalität, die sie wahrnehmen und sich anzueignen suchen (175).

Zusätzlich erscheint das Opfer als naiv und leichtgläubig. Es kann sich nicht vorstellen, dass der andere von Grund auf ein Zerstörer ist, und versucht, logische Erklärungen zu finden; es versucht, Missverständnisse zu vermeiden und will „transparent“ erscheinen. Die Opfer versuchen sich dem anzupassen, was der andere will und sind zunächst verständnisvoll. Sie verstehen oder verzeihen, weil sie lieben oder bewundern. Sie glauben, alles verstehen, alles vergeben, alles rechtfertigen zu können. Sie sind überzeugt, sie würden im Gespräch eine Lösung finden und nähren die Hoffnung, der andere würde sich ändern (176f).

Die Opfer verstehen, aber gleichzeitig „sehen“ sie. Sie besitzen eine Hyperhellsichtigkeit, die sie dazu führt, die Anfälligkeit, die Schwächen ihrer Aggressoren zu benennen. … Wenn sie anfangen, zu benennen, was sie verstanden haben, werden sie gefährlich.

Folgen für das Opfer und Übernahme der Verantwortung

Verzicht: Während der Phase der Beherrschung nehmen noch beide Protagonisten eine Haltung des Verzichts ein, mit dem Ziel, den Konflikt zu vermeiden: Der Aggressor greift durch kleine indirekte Sticheleien an, provoziert jedoch nicht offen; und das Opfer unterwirft sich aus Furcht vor einem Konflikt, welcher zu einem Bruch führen könnte. In gewisser Weise gehen beide ein Bündnis ein (182).  

Verwirrung: Das Sichentfalten des beherrschenden Einflusses verwirrt das Opfer, sodass sich bei diesem ein Gefühl einstellt, einen leeren Kopf zu haben; das Denken fällt ihm schwer. Dieser Zustand wiederum erzeugt Stress im Opfer (183).

Zweifel: Durch den Zustand der Betäubung trifft die offene Gewalt das Opfer unvorbereitet; es fühlt sich „wie vom Blitz getroffen“ und bestreitet die Wirklichkeit dessen, was es nicht begreifen kann. Es versucht, zu verstehen und sucht nach logischen Erklärungen. Das Opfer sucht nach seinem Anteil am Zustandekommen der Gewalt und übernimmt häufig die Verantwortung für den zerstörerischen Prozess; am Ende bleibt der Aggressor schuldfrei und das Opfer tritt in die Position des Schuldigen. Dieses Schuldgefühl wird leider immer wieder von der Umgebung noch zusätzlich verstärkt, da diese – ihrerseits verwirrt – selten imstande ist, Hilfe zu leisten. So kommt es zu Urteilen, gefühllosen Kommentaren oder Erklärungen der Situation, die dem Opfer im Endeffekt nicht helfen: Ratschläge, „wie jemand eher sein soll“ oder „was er tun oder lassen soll“, „womit die Gewalt provoziert worden sein könnte“ etc. (183f).

Stress: Der Organismus reagiert auf den Stresszustand auf verschieden Art und Weise: durch die Produktion von Hormonstoffen, durch eine Schwächung des Immunsystems, durch die Veränderung der Neurotransmitter im Gehirn. Der chronische Stresszustand führt zu einem allgemeinen inneren Angstzustand – mit anhaltender Furcht und Furchtvorwegnahme sowie ängstlichen Grübeleien, die das Opfer nur schwer beherrschen kann. Es ist ein Zustand ständiger Spannung und übermäßiger Wachsamkeit (186f).

Angst: Das Opfer ist permanent auf der Hut, belauert den Blick des anderen oder die Schroffheit seiner Gebärden, den eisigen Ton, der eine unausgesprochene Aggressivität verdecken könnte. Es fürchtet die Reaktion des anderen und zeigt sich aus diesem Grund immer liebenswürdiger und versöhnlicher. Noch immer wiegt es sich in der Illusion, der Hass könne sich in Liebe und Wohlwollen auflösen (187f).

Vereinsamung: Immer wieder fühlen sich Opfer alleingelassen, denn selbst Freunde distanzieren sich, indem sie „da nicht hineingezogen werden wollen“. In der Folge zweifeln die Betroffenen an den eigenen Wahrnehmungen und fragen sich, ob sie nicht übertrieben haben könnten (188f).

Zu den längerfristigen Folgen von perverser Gewalt zählt Hirigoyen folgende Merkmale:

Schock: Durch das Bewusstwerden der Aggression finden sich die Opfer in einem Schockzustand wieder: sie fühlen sich getäuscht, missbraucht, missachtet. Erst spät entdecken sie, dass sie Opfer sind. Sie verlieren die Achtung vor sich selbst sowie ihre Würde, sie schämen sich der Reaktionen die diese Manipulation in ihnen wachgerufen hat. Die Scham entsteht laut Hirigoyen dadurch, dass ihnen bewusst wird, dass sie die Gewalt des anderen zugelassen haben. Auch wenn sich manche an ihrem Täter rächen wollen, suchen die meisten lediglich nach einer Rehabilitierung und wollen die eigene Identität wieder anerkennen (190f).

Dekompensation: Wenn der Mensch keine Ressourcen mehr hat, den vorhandenen Stress abzubauen, kommt es zur Dekompensation: darunter ist ein generalisierter Zustand der Beklommenheit zu verstehen, der häufig in Kombination mit psychosomatischen Störungen oder Depression einhergeht. Nicht alle Menschen reagieren auf psychischer Ebene, zu den körperlichen Reaktionen zählen Essstörungen, Schwächeanfälle etc. (191ff).

Trennung: Neben dem sich Fügen in die Situation ist der Kampf um eine Trennung die zweite Möglichkeit des Umgangs mit perverser Gewalt. Laut Hirigoyen ist eine Trennung immer das Werk des Opfers, nie das des Aggressors. Zurück bleibt jedoch meist ein Täter, der sich beklagt, geschädigt worden zu sein, während das Opfer tatsächlich jene Person ist, die alles verliert (194ff).

Die spätere Entwicklung: Die körperliche Entfernung vom Aggressor bedeutet anfangs eine Befreiung für das Opfer; nach der ersten Phase der Erschütterung erwacht wieder ein Interesse an der Arbeit und an Hobbys bzw. auch eine Neugier auf die Welt und auf Menschen. Dennoch klingt bei vielen die traumatische Erfahrung noch lange Zeit nach und zeigt sich in verzögerten psychischen oder somatischen Störungen: Eine allgemeine Beklemmung, chronische Müdigkeit, Schlaflosigkeit, Kopfweh, verschiedene Schmerzen oder psychosomatische Störungen (Bulimie, Alkoholismus, Drogenabhängigkeit). Einige Opfer klagen nachträglich auch über unkontrollierbare Aggressivität und viele entwickeln ein „Ausweichverhalten“, indem sie sich Strategien zurecht legen, nicht an das ’stressige‘ Ereignis denken zu müssen. Sie meiden alles, was sie an die schmerzlichen Erfahrungen erinnern könnte. Dennoch sind letzten Endes die Aggressionen und Demütigungen ins Gedächtnis eingeschrieben und leben wieder auf in intensiven und sich wiederholenden Bildern, Gedanken, Erschütterungen.

Ein Opfer, das jedoch Bedauern von seinem Täter erhofft, wartet meist vergeblich; Reue kommt laut der Autorin maximal von der Umgebung – von den stummen Zeugen oder Mittätern – die zumindest nachträglich ihrem Bedauern Ausdruck verleihen (196ff).

Praktische Ratschläge für Betroffene

Hirigoyen beginnt dieses Kapitel wie folgt:

Gegenüber einem Perversen gewinnt man niemals. Bestenfalls kann man etwas über sich selbst lernen. (201)

Dementsprechend sind die notwendigen Schritte der Befreiung: Erkennen – Handeln – innerlich widerstehen (sich dafür gegebenenfalls Unterstützung holen) – die Justiz einschalten. Dieses Prozedere gilt im Prinzip sowohl für den Umgang mit familiärer als auch beruflicher Gewalt.

Wie heilen?

Laut Hirigoyen ist meist psychotherapeutische Hilfe für den Heilungsprozess unerlässlich. Gemeinsam mit dem Psychotherapeuten kann das Opfer lernen, die Perversion beim Namen zu nennen. Dafür ist es unerlässlich, dass der Therapeut das Trauma des Hilfesuchenden als etwas Geschehenes anerkennt. Das Ziel der Therapie ist es, dass der Patient wieder Zugang zu seiner Freiheit findet – dafür ist es jedoch notwendig, die Zweideutigkeit zu beseitigen und Unausgesprochenes besprechbar zu machen. Nur so kann sich das Opfer von seinen Schuldgefühlen befreien kann (219ff).

Literatur:

Marie-France HIRIGOYEN: Die Masken der Niedertracht: Seelische Gewalt im Alltag und wie man sich dagegen wehren kann. dtv-Verlag, 7. Auflage, München: 2007.



Glück kann man lernen…

Schweine 

… sagt Richard Wiseman. Der Psychologe hat sich 10 Jahre lang mit Glücksforschung auseinander gesetzt und ist in dieser Zeit auf folgende vier Grundsätze gekommen:

  • Glückspilze „erschaffen“ zufällige Situationen und erkennen günstige Gelegenheiten. Sie suchen die Abwechslung und versuchen daher immer wieder, ihre tägliche Routine zu unterbrechen, indem sie z.B. unterschiedliche Routen einer Wegstrecke ausprobieren. Interessant ist auch die Variante, sich vor einer Veranstaltung eine Farbe zu überlegen und an diesem Tag nur mit Personen zu sprechen, die Kleidung in dieser Farbe tragen (z.B. Damen in rot, Männer in schwarz). Durch diesen Trick lernt man neue Leute kennen und spricht nicht nur mit den „üblichen Verdächtigen“.
  • Glückspilze treffen günstige Entscheidungen, indem sie ihrer Intuition folgen. Wiseman beschreibt ein Experiment, wo Personen gebeten wurden, die Fotos in einer Zeitung zu zählen. „Pechvögel“ brauchten durchschnittlich zwei Minuten, „Glückspilze“ zwei Sekunden. Warum? Auf der zweiten Seite stand in großen Lettern: „Hören Sie auf zu zählen, es sind 43 Fotos.“ Nur die „Glückspilze“ sahen diesen Hinweis. Wiseman schreibt, er habe sich den Spaß gemacht, nach der Hälfte der Seiten einen weiteren Vermerk zu platzieren: „Hören Sie auf zu zählen. Sagen Sie dem Versuchsleiter, Sie haben das hier gesehen und Sie bekommen $ 250.“ Wieder übersahen die „Pechvögel“ diesen Hinweis: sie waren zu sehr mit dem Zählen der Fotos beschäftigt.
  • Glückspilze kreieren „sich selbst erfüllende Prophezeiungen“, indem sie positive Erlebnisse erwarten. Verwirklichen sie sich, wird diese Einstellung gleichzeitig gefestigt.
  • Glückspilze widersetzen sich dem Pech durch ihre Fähigkeit, schlimme Situationen positiv umdeuten zu können. Rennt es für den „Glückpilz“ einmal nicht so gut, so konzentriert er sich darauf, wie es noch schlimmer hätte kommen können.

Glück hat laut Wiseman auch etwas mit Entspannung zu tun: Wer entspannt ist, befindet sich in einem Zustand gleichschwebender Aufmerksamkeit und kann so günstige Gelegenheiten erkennen und nutzen. Zu den „Pechvögeln“ hingegen zählen sich eher ängstliche Menschen.  

Wer also glücklicher werden möchte, der sollte sich gleich einmal entspannen und sich die oben beschriebenen Grundsätze zu Herzen nehmen, denn die gute Nachricht: Laut Wiseman ist Glück tatsächlich erlernbar: Einen Monat lang mussten Pechvögel „so tun als ob“ und nach den vier Grundsätzen der „Glückspilze“ leben. Das Resultat: 80 %  der TeilnehmerInnen waren danach zufriedener mit ihrem Leben; und glücklicher.

Bleibt mir nur zu sagen: Viel Glück!

Und das Ganze gibts natürlich auch nachzulesen in folgendem Artikel:
Wiseman, Richard: The Luck Factor. Erschienen im Sceptical Inquirer, May/June 2003.