Hermine Mandl Weblog


Geschichte: Zwillinge – ein Dialog im Bauch der Mutter

„Glaubst du eigentlich an ein Leben nach der Geburt?“
„Ja, das gibt es. Unser Leben hier ist nur dazu gedacht, dass wir wachsen und uns auf das Leben nach der Geburt vorbereiten, damit wir stark genug sind für das, was uns erwartet.“
„Blödsinn, das gibt es doch nicht. Wie soll das überhaupt aussehen, ein Leben nach der Geburt?“
„Das weiß ich auch nicht genau. Aber es wird sicher viel heller als hier sein. Und vielleicht werden wir herumlaufen und mit dem Mund essen?“
„So ein Unsinn! Herumlaufen, das geht doch gar nicht. Und mit dem Mund essen, so eine komische Idee. Es gibt doch die Nabelschnur, die uns ernährt. Außerdem geht das Herumlaufen gar nicht, die Nabelschnur ist ja jetzt schon viel zu kurz.“
„Doch, es geht bestimmt. Es wird eben alles nur ein bisschen anders.“
„Es ist noch nie einer zurückgekommen von ‚Nach der Geburt‘. Mit der Geburt ist das Leben zu Ende. Und das Leben ist eine Quälerei und dunkel.“
„Auch wenn ich nicht so genau weiß, wie das Leben nach der Geburt aussieht, jedenfalls werden wir dann unsere Mutter sehen, und sie wird für uns sorgen.“
„Mutter? Du glaubst an eine Mutter? Wo ist sie denn bitte?“
„Na hier, überall um uns herum. Wir sind und leben in ihr und durch sie. Ohne sie können wir gar nicht sein!“
„Quatsch! Von einer Mutter habe ich noch nie etwas bemerkt, also gibt es sie auch nicht.“
„Doch, manchmal, wenn wir ganz still sind, kannst du sie singen hören. Oder spüren, wenn sie unsere Welt streichelt….“

Quelle: www.trauerhilfe.at, 27.7.2008

Advertisements

10 Kommentare so far
Hinterlasse einen Kommentar

Ich suchte eigentlich etwas über Wasser und bin auf diese nette Geschichte gestoßen. Diese Gedanken sind so reizend, darüber habe ich noch nie nachgedacht. Danke
Ulrike

Kommentar von Ulrieke

ich habe schon lange nicht mehr so was schönes gelesen es ist einzigartig !!

Kommentar von renate jandl

Ein berührender Text – wer hat ihn geschrieben?
Möchte die Tage die Texte durchblättern.

Grüße Heinz

Kommentar von heinzscheel

Hallo Heinz, ich weiß es leider nicht, von wem der Text stammt – habe ihn auf trauerhilfe.at gefunden. Ich gebe – soweit möglich – immer die Quellen dazu an. Bin also auch dankbar für einen Hinweis. Viele Grüße, Hermine

Kommentar von minam

Danke Hermine,vielleicht kennt ein(e) Leser(in) die Quelle – über trauerhilfe bin ich noch nicht weitergekommen.
Wie dem auch sei – ein berührender Text. Tief. Hintergründig. Öffnet Raum zur Reflexion. Habe Verbindungen zum Hospiz, möchte Text gerne weiterreichen. Deshalb meine Frage nach der Quelle.
Es grüßt Heinz

Kommentar von heinzscheel

Hier meine Übersetzung auf Spanisch (Argentinisch) , da wir es sehr schön gefunden haben!! Danke!! Liebe Grüße , Jorge und Ariane
„Gemelos – un dialogo en la panza de un madre

– che, Crees realmente en un vida despues del nacimiento?
– Definitivamente Si!! , yo creo que nuestra vida aqui fue pensada, para que nosotros crezcamos
y nos podamos preparar para la vida despues del nacimiento asi somos suficientemente fuertes
para lo que nos espera.
– nooo,, callate boludo!! no hay ninguna vida despues del nacimiento!!!Como podes pensar eso,!!
Pero contame, como pensas que es una vida despues del nacimiento!!
– La verdad que no lo se, pero tengo el presentimiento que que es mas claro que aca
y quizas podriamos caminar o por ejemplo comer con la boca.
– jajaja,, que estas pensando che!!! caminar!! y comer con la boca!!! que rara ideas tenes
en la cabeza nene!! Nosotros tenemos este cordoncito en la panza que nos alimenta y ademas
es muy corto como para poder caminar!!!
– Si, tenes razon, pero creo que la vida despues del nacimiento sera algo distinta a la que tenemos
ahora
– Mira, yo creo que no hay vuelta atras con „la vida despues del nacimiento“ , con el nacimiento mi
vida se termina!! y despues hay oscuridad total!!!
– Que queres que te diga hermano!! yo no lo se exactamente, pero creo que vamos a poder ver
a nuestra madre
– Madre!! vos crees en una madre!!! jajaj, ,Donde esta „tu madre“ ahora?
– Aca, ella esta alrededor nuestro, Nosotros estamos en ella y somos su vida,
sin ella no podriamos vivir.
– Tonterias!!! Nunca senti nada parecido a una madre, para mi no existe!!!
– Si!! mira, cuando nosotros estamos tranquilos, y se te dispones a escuchar, la vas a poder apreciar
cantar o sentir como ella acaricia nuestro mundo…..“

Kommentar von Jorge und Ariane

Vielen Dank!! – Das ist eine gute Idee. Lg, H

Kommentar von minam

schöööön macht mut

Kommentar von Lothar czogalla

Wunderschöne Geschichte, danke!
Kann eins zu eins übertragen werden auf die Frage: Gibt es ein Leben nach dem Tod? Gibt mir einen neuen Blick für das was wir „Himmel“ oder „Gott“ nennen!

Kommentar von gusi

danke schön… sehr aufschlussreich…. wei eng unser verstand sein kann 🙂 Mária

Kommentar von Mária




Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s



%d Bloggern gefällt das: