Hermine Mandl Weblog


„Procrastination“ – zu Deutsch: Aufschieberitis
April 25, 2008, 5:16 pm
Filed under: Forschung, Psyche, Uncategorized | Schlagwörter: , ,

Aufschieben = Aufschieben?

Aufschieben heißt, Aufgaben, die man als sehr wichtig und dringend empfindet,  nicht zu erledigen und sich stattdessen mit Dingen zu beschäftigen, die man selber als weniger relevant erachtet: anstatt für die Prüfung zu lernen oder die Steuererklärung auszufüllen, doch lieber die Fenster oder das Bad zu putzen, sich noch schnell etwas zu kochen, erst einmal mit einer Pause zu beginnen, damit man sich erholt an die Aufgabe setzen kann… Klingt das vertraut? Könnte sich natürlich um Aufschieberitis handeln. Allerdings müssen Sie nicht gleich in Panik geraten, denn nicht jeder, der Dinge aufschiebt, verdient gleich die Diagnose Procrastination. Der Psychologieprofessor Ralf Schwarzer von der Freien Universität Berlin erklärt: „Jeder schiebt Sachen auf. Das ist auch der Grund, warum kurz vor Weihnachten die Fußgängerzonen überquellen.“ Dinge aufzuschieben, ist also nichts Ungewöhnliches. Aber: Es kann zum Problem werden – nämlich dann, wenn jemand einen Leidensdruck aufgrund seiner „Aufschieberitis“ entwickelt – in extremen Fällen kann es sogar zu einer Depression führen.

Das stressige Leben mit dem wachsenden Aufgabenberg

Erkennen kann man extreme Aufschieber/innen daran, dass sie sich häufig verspäten, in der Regel auf ihre Aufgaben schlecht vorbereitet sind und sich generell damit schwer tun, sich selbst zu organisieren. Im Arbeitskontext haben sie häufiger schlechte Beziehungen zu ihren Arbeitskolleg/innen und sie verbringen viel Zeit mit Projekten, an denen sie letztendlich häufig scheitern. Wirkt, als wären diese Menschen einfach nur faul. Wirkt aber nur so, denn hinter dem Aufschiebeverhalten steht häufig eine Versagensangst: Als faul zu gelten ist immer noch besser als ein Versager zu sein…

Ist Procrastination lösbar?

Laut Professor Schwarzer fehlt den Betroffenen häufig eine geeignete „Abschirmtendenz“. Helfen können simple Maßnahmen wie To-Do-Listen, eine strukturierte Zeitplanung sowie ein geeignetes Zeitmanagement, ein persönliches Belohnungssystem oder auch Gespräche zum Thema mit Freund/innen.

Also, wozu warten? Los geht’s!

Quelle:
Christina Steinlein: „Aufschieberitis: Immer auf den letzten Drücker“, FOCUS-Online, vom 27.07.06 (2006… und gilt noch immer 🙂 )

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2 Kommentare so far
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wenn der grund in der versagensangst liegt, helfen to do lists, zeitmanagement nur wenig……

Kommentar von manfreed

Hallo Manfreed, ich stimme dir voll und ganz zu… die Tipps reichen maximal für „Aufschieberisten“, die genervt sind von dem ständigen zu spät sein etc.
Wenn Versangensangst dahinter steht, dann ist es auf jeden Fall sinnvoll und notwendig, sich das Problem – z.B. im Rahmen einer Psychotherapie – genauer anzuschauen.

Kommentar von minam




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