Hermine Mandl Weblog


Gelesen: Die Masken der Niedertracht. Seelische Gewalt im Alltag und wie man sich dagegen wehren kann

Marie-France Hirigoyen studierte Medizin und Viktimologie in Frankreich und den USA und praktiziert als Psychoanalytikerin und Familientherapeutin in Paris. In ihrem Buch Die Masken der Niedertracht (2002) fasst sie ihre Erfahrungen als Viktimologin zusammen und versucht, die Dynamik zwischen Täter und Opfer nicht nur verstehbar zu machen, sondern die Gewalt – welche sich sowohl auf privaten als auch beruflichen Schauplätzen abspielen kann – anhand zahlreicher Fallbeispiele auch spürbar zu machen.

Im Großen und Ganzen finde ich, dass Hirigoyen ein wichtiges Buch geschrieben hat, das zu lesen ich durchaus empfehlen kann – nicht zuletzt, weil es flüssig und verständlich geschrieben ist. Dennoch saß ich am Ende mit „gemischten Gefühlen“ da: Vielleicht, weil mich das letzte Kapitel, in welchem es um die Betreuung der Opfer als Patienten geht, nicht zur Gänze überzeugen konnte. Hirigoyen bezieht folgende Position, wenn es um die Auswahl eines „Psychotherapeuten“ geht:

Im Zweifelsfall ist es besser, jemanden zu wählen, der Psychiater oder Psychologe ist; denn es gibt heute alle möglichen Arten von neuen Therapien, die verführerisch sein können, weil sie schnellere Heilung versprechen, deren Wirkungsweise aber der der Sekten recht nahe kommt.

Vielleicht habe ich mich an dieser Stelle als Psychotherapeutin „auf den Schlips getreten“ gefühlt. Ich kenne die Situation in Frankreich und in den USA nicht, aber „Psychotherapie“ ist in Österreich ein Berufsstand, der sogar in einem eigenen Psychotherapiegesetz verankert ist und dessen Ausübung eine sehr umfassende und fundierte Ausbildung vorangeht. Von Kurpfuscherei, esoterischen Therapien etc. also keine Spur; natürlich spielt trotz aller Regeln, Gesetze etc. immer die ethische Haltung sowie die Persönlichkeit des Therapeuten eine große – wenn nicht die wichtigste – Rolle. Deshalb scheint mir das Auseinanderdröseln des Psychotherapieprozesses nach Richtungen nicht sinnvoll (vgl. Wirkprinzipien der Psychotherapie).

Persönlich gefiel mir, dass Hirigoyen die „perverse Gewalt im Alltag“ anhand zahlreicher Fallbeispiele aufzeigt – dadurch ist nicht nur ein abstraktes Verstehen der Dynamik möglich, sondern bis zu einem gewissen Grad auch ein Einfühlen.

Ich möchte in der Folge den Inhalt des Buches kurz zusammenfassen, allerdings empfehle ich jenen Personen, die sich für das Thema interessieren (oder die vielleicht sogar selbst von Gewalt betroffen sind) das Lesen des gesamten Buches! 

Die private Gewalt: Die perverse Gewalt gegenüber dem Lebenspartner und in Familien

Die perverse Gewalt wird häufig bestritten oder banalisiert bzw. verkürzt auf ein einfaches Herrschaftsverhältnis. Sie basiert auf subtilen Aggressionen, die keine greifbaren Spuren hinterlässt. Und sogar Zeugen neigen dazu, die perverse Gewalt als schlichte konfliktbeladene oder leidenschaftliche Beziehung zwischen zwei Personen mit schwierigem Charakter zu deuten. Und auch die Opfer lernen erst im Laufe der Zeit, den Umgang zu erkennen, sich zu wehren und Beweise zusammenzutragen (23).

Zur perversen Gewalt kommt es, wenn das Gefühl in einer Beziehung abflaut, oder aber zu große Nähe besteht (23); es handelt sich um eine Angst, den anderen zu verlieren und gleichzeitig von ihm vereinnahmt zu werden. Das Opfer wird durch das Verhalten des Täters gelähmt; es wird in einen Zustand der Ungewissheit manövriert (24). Diese Entwicklung ist nur möglich durch zu große Nachsicht es Partners; Hirigoyen erklärt diese Nachsicht durch „Familientreue“, welche sich beispielsweise so zeigt, dass innerhalb der Familie das nachgeahmt wird, was ein Verwandter erlebt hat; oder in der Annahme der Rolle eines Heilers für den Narzissmus des anderen; es handle sich um eine Art „Sendung“, bei der sich die Person aufopfern muss (25).

Laut Hirigoyen steht die Weigerung, die Verantwortung für das Scheitern einer Ehe auf sich zu nehmen, oft am Anfang eines perversen Umkippens. Je höher das Idealbild vom Partner war, desto stärker ist die Verleugnung des eigenen Anteils am Scheitern – am Ende wird ausschließlich der Partner dafür verantwortlich gemacht; und das meist auf Basis von Fehlern, die nicht genau benannt werden können. Das Opfer verharrt in einem Angstzustand, weil der Partner das Gespräch verweigert. Zorn und Schmach sind die Reaktion auf dieses Verhalten: die Schmach, nicht geliebt worden zu sein, sowie die Demütigungen geduldet zu haben, sich gefügt zu haben. Es kommt zu vertauschten Rollen, indem der Aggressor zum Opfer wird und die Schuld beim eigentlichen Opfer bleibt (31f). Indess richtet der Täter seine Liebe auf einen neuen Partner, idealisiert diesen – und damit das wiederum möglich ist, muss der frühere Partner zum Sündenbock gemacht werden, indem alles Schlechte auf diesen projiziert wird (41).

Diese Dynamik kann nur aufgelöst werden, indem das Opfer seine Ohnmacht erkennt und damit auch akzeptiert, dass es nichts tun kann; Wenn es ein ausreichend gutes Selbstbild gewinnt, kann die Aggression des Täters seine Identität nicht mehr in Frage stellen (41).

Leider unterbricht selbst eine Trennung die Gewalt oft nicht: diese setzt sich meist auch noch nach dem Beziehungsende fort, wobei der Täter selbst davor nicht zurückscheut, die Kinder für seine Gewalt zu benutzen (42). Indem die Kinder in die gewalttätigen Verstrickungen einbezogen werden, wird Gewalt über Generationen hinweg in einer Familie weitergegeben. Nicht nur, dass Kinder für derartige Rachefeldzüge eines Elternteils gegen einen anderen missbraucht werden, als schwächstes Glied der Kette erfahren sie selbst Gewalt von ihren Eltern. Alice Miller spricht von „schwarzer Pädagogik“, wenn sie die schlimmen Folgen der traditionellen Erziehung aufzeigt, welche den Zweck verfolgt, den Willen des Kindes zu brechen, um aus ihm ein fügsames und gehorsames Wesen zu machen. Das Kind schafft es nicht, sich der „überwältigenden Kraft und Autorität des Erwachsenen“ zu widersetzen, wird stumm und seiner Sinne braubt (51).

Gewalt am Arbeitsplatz

Unter Mobbing am Arbeitsplatz ist jede Verhaltensweise zu verstehen, die durch das bewusste Überschreiten von Grenzen – in Benehmen, Handlungen, Gesten, mündlichen oder schriftlichen Äußerungen – die Persönlichkeit, die Würde oder die physische bzw. psychische Unversehrtheit einer Person beeinträchtigen, deren Anstellung gefährden oder das Arbeitsklima verschlechtern kann. (69)

In ihren Ausführungen trifft Hirigoyen keine begriffliche Unterscheidung zwischen Mobbing und Bossing, wenngleich sie dennoch Beispiele aus beiden Bereichen bringt. 

Sie schreibt, dass der „psychologische Krieg am Arbeitsplatz“ zwei Erscheinungsformen kennt: den Machtmissbrauch, der sehr rasch entlarvt und von den Arbeitnehmern nicht unbedingt hingenommen wird und die perverse Manipulation, die viel hinterhältiger ist und deshalb mehr Schaden anrichtet (70).

Nicht nur die Angst vor der Arbeitslosigkeit lähmt die Opfer, sondern es wird durch verschiedene psychologische Methoden „psychologisch gefesselt“ bis es sein kritisches Urteilsvermögen verliert und nicht mehr weiß, wer recht hat und wer unrecht: Es wird ihm vom Täter die unmittelbare Kommunikation verweigert, es wird herabgewürdigt, diskreditiert, isoliert, schikaniert, zu Fehlern verleitet und/oder sexuell belästigt (80ff).

Problematisch ist, wenn ein Unternehmen Mobbing gewähren lässt (99) oder in manchen Fällen sogar fördert (105). Nicht nur, dass Menschen an Mobbing richtiggehend zerbrechen können, die Billigung einer derartigen Unternehmenskultur ist auch für das Unternehmen mit wirtschaftlichen Folgen verbunden: Die Verschlechterung des Arbeitsklimas hat eine erhebliche Leistungs- oder Ertragsminderung in einer Abteilung oder Belegschaft zur Folge, denn das Austragen des Konflikts wird zum Hauptinteresse aller Beteiligten: des Aggressors, des Angegriffenen und teilweise sogar der Zeugen, die sich nicht mehr auf ihre Arbeit konzentrieren können. Es ist die Aufgabe der Entscheidungsträger in einem Unternehmen, Quälereien zurückzuweisen, den Dingen nicht freien Lauf zu lassen und darüber zu wachen, dass der Mensch auf jeder Rangstufe eines Unternehmens geachtet wird (110).

Die perverse Beziehung und die Protagonisten

Hirigoyen beschreibt in einem weiteren Teil des Buches, wie es zu einer derartigen Täter-Opfer-Beziehung kommt und ergründet jeweils die Persönlichkeit von Täter und Opfer.

Laut der Autorin stellt sich eine perverse Beziehung in zwei Phasen ein: In der perversen Verführung und der darauffolgenden Gewalt (115). In der Verführungsphase ist es das Ziel, das Opfer zu destabilisieren und sein Selbstvertrauen zu sabotieren. Die Beeinflussung besteht darin, jemanden, ohne zu argumentieren, dahin zu bringen, dass er anders denkt, entscheidet oder sich benimmt, als er dies aus eigenem Antrieb getan hätte; der Täter stimmt dabei seine Verführung und Manipulation auf die Empfindlichkeit und Verletzlichkeit des anderen ab (116). Hirigoyen unterscheidet drei Stufen der „geistigen oder seelischen Beherrschung des anderen“: Aneignung durch Enteignung; Beherrschung (der andere wird in einem Status der Unterwerfung gehalten); Prägung (ein „Brandzeichen“ soll ihm aufgenötigt werden) (117).

Auch auf die Formen der Kommunikation geht die Autorin ein, wobei sie von der „Illusion der Kommunikation“ spricht; sie nennt sie „eine eigenartige Kommunikation, nicht geschaffen, um zu verbinden, sondern fernzuhalten und jeglichen Austausch zu verhindern“ (121). Dafür bedient sich der Aggressor folgender Methoden: z.B. die unmittelbare Kommunikation verweigern (121), die Sprache entstellen (123), lügen (126), Sarkasmus, Spott und Verachtung (128), Herabsetzen (136), Trennung, um besser herrschen zu können (137), seine Herrschaft aufzwingen (139), vom Paradox Gebrauch machen (132; z.B. mit Worten etwas ausdrücken, was mittels Gesichtsausdruck gleich wieder negiert wird; dadurch werden Zweifel über mehr oder minder unbedeutende Vorkommnisse des Alltags ausgestreut).

Wenn der andere sich dem beherrschenden Einfluss zu widersetzen beginnt, wird er vom bisher nützlichen Objekt zum gefährlichen Objekt, welches – egal mit welchen Mitteln – beseitigt werden muss: Der Aggressor beginnt, seinen Hass zu zeigen, es kommt zur Ausübung von Gewalt – mit dem Ziel, den anderen in die Enge zu treiben (143ff).

Der Aggressor

Der Täter hat in der Regel eine pervertierte narzisstische Persönlichkeit, welche laut Hirigoyen meist fünf oder mehr der folgenden Merkmale aufweist (154):

– die Person hat eine großartige Meinung von ihrer eigenen Bedeutung;
– verzehrt sich in Phantasien von grenzenlosem Erfolg, von Macht;
– glaubt, etwas „Besonderes“ und einzigartig zu sein;
– hat ein übermäßiges Bedürfnis, bewundert zu werden;
– meint, ihr stehe alles zu, man schulde ihr alles;
– beutet in zwischenmenschlichen Beziehungen den anderen aus;
– es fehlt ihr an Empathie;
– beneidet häufig die anderen;
– legt überhebliche Haltung und Verhaltensweisen an den Tag.

Das Opfer

Ausgewählt wird ein Opfer laut Hirigoyen von seinem Aggressor „einfach, weil es da war und weil es irgendwie unbequem wurde. Es hat nichts Eigentümliches für den Aggressor. Es ist ein austauschbares Objekt, das im falschen/richtigen Augenblick da war und den Fehler begangen hat, sich verführen zu lassen – und manchmal den, einen zu hellen Kopf zu haben.“ (167)

Allein die Hinnahme des Schicksals seitens des Opfers erstaunt vielleicht auf den ersten Blick; dennoch unterscheiden sie sich von den Masochisten durch das unendliche Befreiungsgefühl, welches sie empfinden, wenn es ihnen durch ungeheure Anstrengung gelingt, sich zu lösen. Sie sind erleichtert, weil Leiden als solches sie – im Gegensatz zu echten Masochisten – eben nicht interessiert (171).

Wenn sie sich manchmal über längere Zeit hin auf das perverse Spiel eingelassen haben, dann eher, weil sie wirklich lebendig sind und weil sie Leben geben wollen, und sich sogar an die unmögliche Aufgabe heranwagen, einem Perversen zu Leben zu verhelfen: „Mit mir wird er sich ändern!“

Ihre Tatkraft ist allerdings mit einer gewissen „Schwäche“ gekoppelt. Indem sie sich in das unmögliche Unterfangen stürzen, Tote aufzuerwecken, beweisen sie eine gewisse Überschätzung ihrer eigenen Kräfte.

Das ideale Opfer beschreibt Hirigoyen als „eine gewissenhafte Person mit einem natürlichen Hang, sich schuldig zu fühlen“ (172).

Die potentiellen Opfer sind Träger einer partiellen Melancholie. Einerseits gibt es in ihnen einen schmerzlichen Punkt, der eventuell mit einem kindlichen Trauma zusammenhängt, andererseits besitzen sie sehr große Vitalität. Die Perversen, so Hirigoyen, attackieren nicht die melancholische Seite, sondern die lebendige, die Vitalität, die sie wahrnehmen und sich anzueignen suchen (175).

Zusätzlich erscheint das Opfer als naiv und leichtgläubig. Es kann sich nicht vorstellen, dass der andere von Grund auf ein Zerstörer ist, und versucht, logische Erklärungen zu finden; es versucht, Missverständnisse zu vermeiden und will „transparent“ erscheinen. Die Opfer versuchen sich dem anzupassen, was der andere will und sind zunächst verständnisvoll. Sie verstehen oder verzeihen, weil sie lieben oder bewundern. Sie glauben, alles verstehen, alles vergeben, alles rechtfertigen zu können. Sie sind überzeugt, sie würden im Gespräch eine Lösung finden und nähren die Hoffnung, der andere würde sich ändern (176f).

Die Opfer verstehen, aber gleichzeitig „sehen“ sie. Sie besitzen eine Hyperhellsichtigkeit, die sie dazu führt, die Anfälligkeit, die Schwächen ihrer Aggressoren zu benennen. … Wenn sie anfangen, zu benennen, was sie verstanden haben, werden sie gefährlich.

Folgen für das Opfer und Übernahme der Verantwortung

Verzicht: Während der Phase der Beherrschung nehmen noch beide Protagonisten eine Haltung des Verzichts ein, mit dem Ziel, den Konflikt zu vermeiden: Der Aggressor greift durch kleine indirekte Sticheleien an, provoziert jedoch nicht offen; und das Opfer unterwirft sich aus Furcht vor einem Konflikt, welcher zu einem Bruch führen könnte. In gewisser Weise gehen beide ein Bündnis ein (182).  

Verwirrung: Das Sichentfalten des beherrschenden Einflusses verwirrt das Opfer, sodass sich bei diesem ein Gefühl einstellt, einen leeren Kopf zu haben; das Denken fällt ihm schwer. Dieser Zustand wiederum erzeugt Stress im Opfer (183).

Zweifel: Durch den Zustand der Betäubung trifft die offene Gewalt das Opfer unvorbereitet; es fühlt sich „wie vom Blitz getroffen“ und bestreitet die Wirklichkeit dessen, was es nicht begreifen kann. Es versucht, zu verstehen und sucht nach logischen Erklärungen. Das Opfer sucht nach seinem Anteil am Zustandekommen der Gewalt und übernimmt häufig die Verantwortung für den zerstörerischen Prozess; am Ende bleibt der Aggressor schuldfrei und das Opfer tritt in die Position des Schuldigen. Dieses Schuldgefühl wird leider immer wieder von der Umgebung noch zusätzlich verstärkt, da diese – ihrerseits verwirrt – selten imstande ist, Hilfe zu leisten. So kommt es zu Urteilen, gefühllosen Kommentaren oder Erklärungen der Situation, die dem Opfer im Endeffekt nicht helfen: Ratschläge, „wie jemand eher sein soll“ oder „was er tun oder lassen soll“, „womit die Gewalt provoziert worden sein könnte“ etc. (183f).

Stress: Der Organismus reagiert auf den Stresszustand auf verschieden Art und Weise: durch die Produktion von Hormonstoffen, durch eine Schwächung des Immunsystems, durch die Veränderung der Neurotransmitter im Gehirn. Der chronische Stresszustand führt zu einem allgemeinen inneren Angstzustand – mit anhaltender Furcht und Furchtvorwegnahme sowie ängstlichen Grübeleien, die das Opfer nur schwer beherrschen kann. Es ist ein Zustand ständiger Spannung und übermäßiger Wachsamkeit (186f).

Angst: Das Opfer ist permanent auf der Hut, belauert den Blick des anderen oder die Schroffheit seiner Gebärden, den eisigen Ton, der eine unausgesprochene Aggressivität verdecken könnte. Es fürchtet die Reaktion des anderen und zeigt sich aus diesem Grund immer liebenswürdiger und versöhnlicher. Noch immer wiegt es sich in der Illusion, der Hass könne sich in Liebe und Wohlwollen auflösen (187f).

Vereinsamung: Immer wieder fühlen sich Opfer alleingelassen, denn selbst Freunde distanzieren sich, indem sie „da nicht hineingezogen werden wollen“. In der Folge zweifeln die Betroffenen an den eigenen Wahrnehmungen und fragen sich, ob sie nicht übertrieben haben könnten (188f).

Zu den längerfristigen Folgen von perverser Gewalt zählt Hirigoyen folgende Merkmale:

Schock: Durch das Bewusstwerden der Aggression finden sich die Opfer in einem Schockzustand wieder: sie fühlen sich getäuscht, missbraucht, missachtet. Erst spät entdecken sie, dass sie Opfer sind. Sie verlieren die Achtung vor sich selbst sowie ihre Würde, sie schämen sich der Reaktionen die diese Manipulation in ihnen wachgerufen hat. Die Scham entsteht laut Hirigoyen dadurch, dass ihnen bewusst wird, dass sie die Gewalt des anderen zugelassen haben. Auch wenn sich manche an ihrem Täter rächen wollen, suchen die meisten lediglich nach einer Rehabilitierung und wollen die eigene Identität wieder anerkennen (190f).

Dekompensation: Wenn der Mensch keine Ressourcen mehr hat, den vorhandenen Stress abzubauen, kommt es zur Dekompensation: darunter ist ein generalisierter Zustand der Beklommenheit zu verstehen, der häufig in Kombination mit psychosomatischen Störungen oder Depression einhergeht. Nicht alle Menschen reagieren auf psychischer Ebene, zu den körperlichen Reaktionen zählen Essstörungen, Schwächeanfälle etc. (191ff).

Trennung: Neben dem sich Fügen in die Situation ist der Kampf um eine Trennung die zweite Möglichkeit des Umgangs mit perverser Gewalt. Laut Hirigoyen ist eine Trennung immer das Werk des Opfers, nie das des Aggressors. Zurück bleibt jedoch meist ein Täter, der sich beklagt, geschädigt worden zu sein, während das Opfer tatsächlich jene Person ist, die alles verliert (194ff).

Die spätere Entwicklung: Die körperliche Entfernung vom Aggressor bedeutet anfangs eine Befreiung für das Opfer; nach der ersten Phase der Erschütterung erwacht wieder ein Interesse an der Arbeit und an Hobbys bzw. auch eine Neugier auf die Welt und auf Menschen. Dennoch klingt bei vielen die traumatische Erfahrung noch lange Zeit nach und zeigt sich in verzögerten psychischen oder somatischen Störungen: Eine allgemeine Beklemmung, chronische Müdigkeit, Schlaflosigkeit, Kopfweh, verschiedene Schmerzen oder psychosomatische Störungen (Bulimie, Alkoholismus, Drogenabhängigkeit). Einige Opfer klagen nachträglich auch über unkontrollierbare Aggressivität und viele entwickeln ein „Ausweichverhalten“, indem sie sich Strategien zurecht legen, nicht an das ’stressige‘ Ereignis denken zu müssen. Sie meiden alles, was sie an die schmerzlichen Erfahrungen erinnern könnte. Dennoch sind letzten Endes die Aggressionen und Demütigungen ins Gedächtnis eingeschrieben und leben wieder auf in intensiven und sich wiederholenden Bildern, Gedanken, Erschütterungen.

Ein Opfer, das jedoch Bedauern von seinem Täter erhofft, wartet meist vergeblich; Reue kommt laut der Autorin maximal von der Umgebung – von den stummen Zeugen oder Mittätern – die zumindest nachträglich ihrem Bedauern Ausdruck verleihen (196ff).

Praktische Ratschläge für Betroffene

Hirigoyen beginnt dieses Kapitel wie folgt:

Gegenüber einem Perversen gewinnt man niemals. Bestenfalls kann man etwas über sich selbst lernen. (201)

Dementsprechend sind die notwendigen Schritte der Befreiung: Erkennen – Handeln – innerlich widerstehen (sich dafür gegebenenfalls Unterstützung holen) – die Justiz einschalten. Dieses Prozedere gilt im Prinzip sowohl für den Umgang mit familiärer als auch beruflicher Gewalt.

Wie heilen?

Laut Hirigoyen ist meist psychotherapeutische Hilfe für den Heilungsprozess unerlässlich. Gemeinsam mit dem Psychotherapeuten kann das Opfer lernen, die Perversion beim Namen zu nennen. Dafür ist es unerlässlich, dass der Therapeut das Trauma des Hilfesuchenden als etwas Geschehenes anerkennt. Das Ziel der Therapie ist es, dass der Patient wieder Zugang zu seiner Freiheit findet – dafür ist es jedoch notwendig, die Zweideutigkeit zu beseitigen und Unausgesprochenes besprechbar zu machen. Nur so kann sich das Opfer von seinen Schuldgefühlen befreien kann (219ff).

Literatur:

Marie-France HIRIGOYEN: Die Masken der Niedertracht: Seelische Gewalt im Alltag und wie man sich dagegen wehren kann. dtv-Verlag, 7. Auflage, München: 2007.

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30 Kommentare so far
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Sehr guter Bericht!

Kommentar von Gabi S.

Bin „Opfer“ (endlich getrennt) und suche Hilfe. Alles Beschriebene stimmt mit meiner Situation vorher und jetzt überein. Bin sehr überrascht. Fühle mich nicht mehr so schlimm, da ich anscheinend nicht allein das Problem habe. Ich werde dieses Buch lesen. Danke für den Bericht.

Kommentar von Carolin W.

Gute Zusammenfassung, war 13 Jahre Opfer. Mein Mann ist mit unserer ältesten Tochter(13) ausgezogen. Jetzt ist sie das Opfer. Sie macht einen angespannten Eindruck. Sie tut das, was ich ihr jahrelang vorgelebt habe. Ich kann ihr nur indirekt helfen (Familienaufstellung, Rolfing), da das System des Perversen wunderbar funktioniert, und sie ihn immer decken wird.

Kommentar von Cäcilie W.

Ich selbst habe am 04.12.07 gerade den 20. Hochzeitstag gehabt. Seit Juli 2006 vermute ich, daß meine Partnerin Borderlinerin sein könnte; das, was ich darüber gelesen habe, hätte in vielen Teilen eine Zusammenfassung all dieser Ehejahre sein können.
In diesem Buch wird nun etwas beschrieben, was ich auch erlebt habe; ich selbst habe es für mich als privates Mobbing beschrieben, und es läuft ja auch fast so ab, wie im beruflichem. Man kann eigentlich nie beweisen, daß es stimmt, was man sagt und es wird einem auch nicht geglaubt, weil der Mobber sich anderen Personen sehr nett, freundlich und offen präsentiert. Ich hatte kurzzeitig auf Arbeit so einen Kollegen und habe das erfahren müssen. So anstrengend es auch war, ich habe mir immer gesagt, es sind nur 8 Stunden, das geht vorbei.
Im privaten Bereich ist es aber viel schlimmer, es geht eigentlich nie vorbei und vor allem spielt es sich in einem Bereich ab, wo man ja gemeinhin annimmt, daß man dort Geborgenheit, Verständnis und Ruhe findet.
Ich bin jedenfalls auf das Buch durch meine noch Ehefrau „aufmerksam gemacht“ worden, die es für sich als „ihre Biebel“ bezeichnet. Ich habe mir daraufhin gestern auch das Buch bestellt, hier nur die Zusammenfassung gelesen und bin nun sehr gespannt auf das Buch. Was mich eigentlich zu diesem langen Kommentar treibt ist folgende Frage: Wie ich oben erwähnte, nehme ich an, daß meine Frau Borderlinerin ist, ob noch mit narzißtischer Persönlichkeitsstörung ist erst einmal egal. Von mir aus kann man auch mir vorwerfen, daß ich krank bin, und meine Frau das Opfer, es ändert nichts an der einfachen Konstellation: Ehe, 2 Personen, Täter, Opfer.
Wenn nun meine Frau sagt, das Buch hat ihr die Augen geöffnet ( meine Biebel ) und ich in der Zusammenfassung auf bei fast allen Passagen meine Beziehung beschrieben sehe, würde das doch bedeuten, daß dieses Buch, in bester Absicht geschrieben, und ich überspitze jetzt gewollt, als Waffe von beiden Seiten benutzt werden kann.
Wie gesagt, habe ich das Buch erst gestern bestellt, bis jetzt also noch nicht lesen können und beziehe mich erst einmal nur auf Ihre Zusammenfassung.
Die Frage bleibt aber trotzdem: Kann ein Buch dazu führen, daß sowohl Täter, wie auch Opfer sich bestätigt fühlen können?

Kommentar von Wolf-Dietrich Hoppe

es stimmt alles. genau so fuhle ich mich.aber wo hin sollich gehen?wir haben zusamen wohnung gekauft und ich muss auch für die schulden grade stehen und ein kleinen sohn habe ich auch.also was soll ich tun?

Kommentar von Anastasia

weglaufen,ich habe diese Illusion 16 Jahre gelebt, wollte dass mein Sohn eine Familie hat und habe 16 Jahre meines Lebens ins Klo gespült, habe mit 2 Tumoren, Krebs, Major Depression und autoimmuner Bluterkrankung geendet (bin 40, der erste Tumor mit 30) Willst Du das auch?

Kommentar von katharina

@ Anastasia Mai: Vielleicht gibt es eine Frauenberatungsstelle, Familienberatungsstelle o.ä. in Ihrer Nähe, wo Sie sich hinwenden können!

Kommentar von minam

ich habe das buch empholen bekommen aus einem forum über den almstätter fall. mich hat das sehr mitgenommen, diese geschichte und wollte mehr erfahren, was menschen dazu treibt so etwas zu tun. durch das buch ist mir einiges klar geworden.obwohl ich natürlich nicht beurteilen kann ob in dem genannten fall, tatsächlich der grausige typ dem entspricht. ich denke schon. die psychologen wissen es genauer. ich glaube, die partner gewalt gibt es in massen, hier. nur keiner kann es so wirklich beim namen nennen. aber, was mich interessiert, ich bin noch nicht am ende des buches gelangt, ist der täter zu therapieren? es steht, er habe eine schmerzliche kindheit gehabt. oder werden diese menschen ewig leer und krank durch die welt gehen und weiter verletzen??? bekommen sie irgendwann ein gefühl für andere?

Kommentar von astrid

Ist Anastasia Mai noch zu erreichen? Bin ein „ehemaliges“ Opfer einer nazistisch Perversen. Würde mich gerne mit dir austauschen…

Lg

Kommentar von Tossi

war ( nicht das einzige )opfer meiner beiden vorgesetzten. klagte auf schmerzensgeld, weil dies beiden soziopathen mich nachweislich ( 5 jahre )krank und arbeitslos gemacht haben. leide heute noch an den psychischen und physischen folgen diesen traumas.
nie wieder würde ich prozessieren, fakt ist dass, zumindest in meinem prozess, ich das opfer, zum täter gemacht wird. gerichtssachverständige, die vermutlich geschäftsbeziehungen zu den verantwortlichen ( Politikern ) pflegen stellen widersprüchliche und nicht nachvollziehbare gutachten ( kuriose dignosen )aus und das gericht verschliesst seine augen.
niemand kann sich vorstellen wie verzweifelt man dagegen ankämpft, es wird einem nicht zugehört, man wird noch zusätzlich gedemütigt, indem man vor den tätern niedergemacht wird.
im grunde genommen ist dieser gerichtsprozess und was da so an intrigen abgeht schlimmer als das eigentliche mobbing.

Kommentar von chrisi

ein unglaublich reales und detailliertes Buch.Fernab von Verniedlichungen und verzerren der Wahrnehmungen der Menschen.Ich habe dieses Buch schon seit zwei Jahren und bin sehr beeindruckt von ihrer Offenheit und Klarheit.Danke

Kommentar von kenzo108

Bin im April schon 40 Jahre mit so einem Mann zusammen. 12 Jahre lang hat er mich geschlagen und versucht mir seinen Willen aufzuzwingen. Oft in Verbindung mit Alkohol. Dann hat er mit dem Schlagen aufgehört und seitdem behandelt er mich genau so, wie von der Autorin beschrieben. Ich warte auf ein Scheidungsangebot von seiner Seite, weil ich mich nicht traue, es selber zu tun. Weil er gewalttätig ist und in seinem Jähzorn dann wahrscheinlich versuchen wird, alles was mir lieb und teuer ist, komplett zu zertören. Ich vermute, dass er mich momentan nur ausnutzt, weil ich mich um seine Mutter kümmere, die ich sehr gerne habe. Sie kann mir auch nicht helfen. Wahrscheinlich wird er sich nach dem Tod seiner Mutter, meiner Person entledigen. Ich wäre ganz froh darüber, weil dann nicht mehr in diesem Angstzustand leben muss. Gottseidank habe ich mir noch etwas Selbstbewusstsein erhalten und lebe mein eigenes Leben.

Anonym

Kommentar von Anonym

Ich suche Kontakt zu Personen, die Opfer von narzisstisch Perversen Menschen waren oder sind, Personen, die beruflich mit Opfern von narzisstisch Perversen zu tun haben und Psychologinnen und Psychologen, Psychiaterinnen und Psychiater, oder Therapeutinnen und Therapeuten, denen die Thematik ausreichend bekannt ist. Ausserdem suche ich auch Kontakt zu Anwältinnen und Anwälten, die sich auskennen und Opfer schon erfolgreich verteidigt haben.
Ich bin daran, in der Schweiz eine Anlaufstelle für betroffene Opfer aufzubauen.
Kontaktaufnahme: ruth.hidalgo@gmail.com

Kommentar von Ruth Hidalgo

Ja, ich bin Opfer eines narzisstisch Perversen. Ich werde im Juni geschieden und hoffe wieder genug Selbstbewusstsein zu erlangen, um durch diese schlimme Zeit zu kommen. Bin in Behandlung bei einem Psychiater und fühle mich nicht mehr so allein mit all meinen Problemen was meine Beziehung zu diesem Mann betrifft. Ich nehme auch im Moment ein Medikament und möchte das so schnell wie möglich abstellen.

Kommentar von loulou

Hallo Loulou… ich bin Opfer und suche dringend eine anwaltliche Vertretung, die mich hier durch die Scheidung begleitet. Ich habe zum Glück therapeutische Unterstützung, fühle mich aber von meinem aktuellen Anwalt im Stich gelassen, weil das Verständnis die perverse Sachlage fehlt. Daher läuft auch alles verdreht ab… war schon in einer psychosomatischen Klinik, weil ich unterdessen auch an einer Angststörung erkrankt bin…

… hast du einen Tipp?

Daaanke… Luci (meine E-Mail: gegen-niedertracht@web.de)

Kommentar von L.W.

ich kann nur sagen: oh mein gott. es tun sich bei mir gerade abgründe auf. es ist wie das erwachen aus einem jahrelangen alptraum. vor neun jahren dachte ich, ich bin der liebe meines lebens begegnet. er hat mich stück für stück, jahr um jahr, kaputt gemacht. und alles an meinen reaktionen auf diesen tod in mir und an mir, schon ich – klar wie auch anders? – auf MICH! hatte er doch auch eine bequeme hängematte, die ich mitgeschaukelt habe: schlecht behandelt und gedemütigt in der kindheit, dann unterdrückung in der ersten ehe. schließlich frühe todesfälle in der familie. der arme kerl. ich kann ihn heilen, ich hol ihn da raus! mit liebe geht das, dachte ich. er hat mich nicht nur mit allen meinen (alltags)problemen (gescheiterte existenzgründung aufgrund der familiären problematik mit ihm und seinen kindern) komplett allein gelassen (noch schlimmer: ich selbst war ja immer schuld daran, dass er mir nicht helfen konnte, so seine aussage. hätte ich ja damals was gesagt, dann selbstverständlich…) alles was er mir an geld zukommen ließ (gemeinsame urlaube) wurden mir dann monate später auf butterbrot geschmiert. o-ton: „als ich damals die 1700 euro für den urlaub überwiesen habe, da musste ich schon schlucken“. botschaft an mich: sei dankbar, weil wenn nicht, oh gott, du bist es ihm schließlich gar nicht wert. endlos könnte ich hier weiterschreiben – es würde sich wiederholen mit den allen anderen erzählungen/beschreibungen. er tut mir eigentlich nur noch leid. eine arme socke und die frau die nach mir kommen wir noch viel mehr. wie ich jetzt im endstadium aus dem ganzen rauskomme, das weiß der himmel!

Kommentar von rahel

ja

Kommentar von rahel

Hallo rahel,
6 Jahre habe ich mit einem solchen Mann zusammengelebt. Schrecklich, dass es solange gedauert hat. Alles was im Bericht vorher über das Problem beschrieben wird, stimmt mit meinem Fall übereinander. Wie Du, dachte ich vor 6 Jahren, ich bin der Liebe meines Lebens begegnet und dann haben wir nach 2 Jahren geheiratet, und nur weil er auch noch krankhaft eifersüchtig neben seinem pervertierten Narzissmus war, wollte ich ihm beweisen, dass ich nur ihn liebe. Oh Gott wie töricht von mir. Damals, war ich blind vor Liebe, denn alle meine Freunde und Bekannten machten mir Vorwürfe, da er schon 4 x verheiratet war und 6 Kinder hatte. Aber ich dachte, der arme Mann, hatte kein Glück bis dato und wollte ihn trotzdem lieben so wie er war (damals war er sehr charmant, sehr liebevoll und aufmerksam). Aber es kam alles ganz anders. Wie gesagt, alle Beschreibungen passen. Ich werde jetzt im Juni geschieden und mache ein grosses Kreuz. Ich habe mir Hilfe bei einem Psychiater geholt mit Gesprächen und mit Medikamenten. So kann ich das Ganze gut verarbeiten und bin heute, nach 3 Monate, wieder gut drauf. Es lohnt sich nicht für einen solchen Partner noch eine Träne zu vergiessen (Ich denke, in den 6 Jahren, habe ich alle meine Tränen weggeweint). X-Mal waren wir auseinander, mal ein paar Tage, mal eine Woche oder auch länger. Immer war ich diejenige die wieder angekrochen kam. Da ich auch schon älter bin (61) und eine normale Ehe von 36 Jahren hinter mir hatte, hatte ich einfach Angst, allein zu bleiben und dachte wenn man genug liebt, kann man vieles wegstecken. Aber, es war ein einziges Trauma das Ganze. Von den 6 Jahren, bleiben mir nicht viele S t u n d e n wo ich glücklich war, das heisst, es ging mir immer nur gut, die Momente wo wir nach Neueroberung von Ihm, im Bett gelandet sind.
Heute, kann ich mir das nicht mehr vorstellen, mit Ihm ins Bett zu steigen. Zum Schluss, habe ich mich immer ausgenutzt und ausgesaugt gefüllt.
Das Schlimme finde ich noch, dass Mörder hinter Gitter kommen, aber solche PN, die einen zum Selbstmord führen können, werden nicht bestraft.
Ich hoffe, dass Du die Situation in den Griff bekommst und Dir auch vielleicht bei einem Fachmann den einen oder anderen Rat holst. Wie gesagt, mir hat mein Psychiater gut zugehört und nach einer Viertelstunde Erzählen, hat er mir vorgeschlagen, mich selbst ein bisschen Schlau im Internet zu machen, nachdem er mir sehr schnell sagen konnte, dass mein Partner an einer pervertierten narzisstischen Persönlichkeitsstörung leidet.So bin ich auf diese Seite gestossen. Das Buch werde ich mir auch bestellen.
Ich wünsche Dir dass Du wieder soviel Selbstbewusstsein zurückbekommst, und dein Leben wieder geniessen kannst.

Kommentar von loulou

Hier ist mein Leben beschrieben. Nach 30 Ehejahren ( 3 Kinder) lebe ich nun getrennt und der Vater meiner Kinder versucht nun immer noch sich selbst als Opfer darzustellen. Er mußte „fremdgehen“, da er eine Frau zum Reden brauchte (.“hatte aber in den ganzen 3 Jahren keinen Sex mit ihr“, Zitat meines Nochehemanns.
Mein besonderer Dank gilt nun Helga M. Ich hatte einen Beweis und konnte gehen…
Nun meine Frage an´s Team: wie läßt sich seelische Gewalt vor Gericht beweisen?, bzw sage ich es meinem Anwalt?
Ich habe leider den Eindruck es zählen nur die Zahlen wie „Zugewinn“ ect. ??? DANKE

Kommentar von chris

Hallo Chris… bist du unterdessen geschieden… ich bin Opfer und suche dringend einen Anwalt..

… hast du einen Tipp?

Daaanke… Luci
(meine E-Mail: gegen-niedertracht@web.de)

Kommentar von L.W.

Danke an M.F. Hirigoyen für dieses Buch. Und danke an alle die hier und anderswo darüber schreiben, damit diese seelische Gewalt öffentlich und nicht mehr unter den Teppich gekehrt wird.
Mein Peiniger kehrt immer wieder zurück, einziges ‚Bindeglied‘ ist das gemeinsame Kind (11), er hat Umgangsrecht. Ich durchschaue die Aggression, die zerstörerische Gewalt, habe alles dokumentiert, über Jahre. Und trotzdem habe ich oft Angst, nicht Angst um mich, Angst um mein Kind. Noch ist es unbeschadet. Auch Angst, dass die, die über mich richten (falls es wieder vor Gericht geht), nichts sehen (wollen) und weiterhin diese Hölle (und das ist es) zulassen.
Jeder, der diese schreckliche Erfahrung macht oder machen musste, versteht. Aber Außenstehenden das begreiflich zu machen und Hilfe zu finden, ist so unendlich schwer…

Kommentar von tom

hallo
ich würde mich gerne mit dir austauschen. erlebe gerade dasgleiche, nur das meiner es in geschickter weise geschafft hat, meinen sohn zu sich zu holen.
aus welchem land bist du?

Kommentar von silvia

Ich würde auch gerne Kontakt mit dir aufnehmen. Der im Buch besprochenen Perverse hat sich auch mein Kind geholt. Mein armer kleiner Sohn wurde von ihm und seinen „Marionetten“ vom Jugendamt aus dem Kindergarten entführt. Vor einem jahr mittlerweile. Und obwohl ich partiell seine Gewalt beweisen kann, findet die Richterin ihn nett.

Kommentar von veritas

Ich versuche mich hier auch mal. ich habe fünf Jahre Hölle durch. Anders wie die meisten hier bin ich ein Mann und werde deshalb hoffentlich nicht als Monster angesehen. ich habe das Buch noch nicht aber es macht mich sehr neugierig. Ich bin Buchstäblich seelisch zerstört wurden. Leider haben männer wohl viel zu viel Schamgefühl sich damit zu outen. Jetzt wo ich zerstört bin keine Freunde mehr habe, weil ich ja keine mehr haben durfte der kontakt zu meiner Familie zerbrochen ist weil ich ja nicht mehr hin durfte und alle anderen Personen um mich herum ja eh keine Ahnung haben und ich die Meinung ja gar nicht akzeptieren darf weil sie ja sowieso falsch ist. Vor wem soll ich mich da noch schämen? Es gerade mal wieder wihnachtszeit und ich werde wohl der einsamste Mensch sein, es gibt ja Niemanden der für mich da ist. Wo sind die unzähligen Männer die genauso und noch mehr leiden. Auch ich war beim Arzt wegen körperlichen Symptomen. Habe eine Psychotherapie hinter mir. Ich habe auch die Ochsentour durch. Alles für die Katz. ich Kann nicht mehr! Hoffentlich hilft das Buch…

Kommentar von Jens Schwalbe

Hallo Jens,
Ich bin zwar kein Mann, möche Dir aber trotzedem Mut zusprechen. Ich habe dieses Buch auch gelesen und es hat mir gut getan. All diese Beschreibungen über einen PSler die sehr gut all das beschreiben was wir, die die mit solch einem Menschen zusammenleben, auszuhalten haben. Ich war auch zum Schluss der Beziehung am Ende mit den Nerven und jetzt nach 1 Jahr Trennung und Scheidung, bin ich wieder ich-selbst und lebensfroh dank medizinischer Hilfe und diesem Buch. Man muss manchmal sehr tief fallen um wieder aufzustehen aber es geht bestimmt wieder aufwärts und es lohnt sich.
Ich wünsche Dir viel Glück,
Loulou

Kommentar von loulou

Mein Albtraum dauerte „nur“ vier Jahre.

Dabei fing alles so schön an. Ich sah ihn und bewunderte seine selbstbewusste Art und sein charmantes Lächeln. Bevor ich mich versah, war ich verliebt in den Mann. Was für Gefühle und das mit über 40 Jahren! Bis dahin war ich mit meiner ersten Liebe verheiratet und diese Beziehung kam mir immer irgendwie lauwarm vor. Also begann ich ein Verhältnis mit ihm. Anfangs fand ich es noch süß, wenn er mir Ratschläge bezüglich meine Kleidung bzw. meiner Frisur machte. Wenn er wütend wurde, weil ich nicht zu einem Treffen kommen konnte, fand ich seine Eifersucht auch noch charmant. Allein seine Sicht der Welt war ausschlaggebend und er hat sich über andere Menschen immer lustige gemacht. Er hielt sich für etwas Besonderes und war zudem extrem geizig. Dann bekam ich durch Zufall das Buch von Frau Hirigoyen in die Finger und das war das Beste, was mir jemals passiert ist. Ich verstand ihn und wollte die Beziehung so schnell wie möglich beenden.

Irgendwann kippte die Beziehung nämlich immer weiter und er versuchte absolute Kontrolle über mich und mein Leben zu bekommen. Zum Glück habe ich die Warnsignale rechtzeitig erkannt, mit ihm Schluss gemacht und da ich zeitgleich meine Wohnung gewechselt habe, meine neue Anschrift für mich behalten. Also fing er an, auf meinem Handy/auf meiner Arbeitsstelle anzurufen. Er sei ja so traurig über unsere Trennung, könne nicht mehr schlafen. Es ginge ihm schlecht und das sei allein meine Schuld. Er hätte aufgrund meiner Verhaltensweise Herzprobleme bekommen und würde an Selbstmord denken. Er sagte ständig: Ich liebe dich und mir war klar, dass er genau das NICHT tat.
Die letzten Anrufe habe ich ignoriert und sofort den Telefonhörer aufgelegt.

Heute bin ich froh über meine Entscheidung.

Kommentar von Jenny

Kleine Empfehlung von mir an alle, die sich hier als Opfer angesprochen fühlen… http://www.re-empowerement.de

Kommentar von Benedito

Ich habe dort „Unterschlupf“ gesucht, habe mich aber wieder verabschiedet, weil das Konzept der „Gewaltfreien Kommunikation“ von oben nach unten nicht tatsächlich gelebt wird und eher noch mehr Vertrauen zerstört wird…

Kommentar von L.W.

Suche dringend einen Anwalt !!!

ich stecke im Scheidungssumpf und befürchte hier ein Hinziehen… Ich habe zum Glück seit über zwei Jahren therapeutische Unterstützung, anwaltlich fühle ich mich aber total im Stich gelassen, weil die tatsächliche Situation verkannt wird.

Wer kann mir helfen? Ich brauche einen scharfsinnigen Anwalt, der GENAU hinsehen muss, damit er den Anschein der wirklich grandios dargestellten Anständigkeit meines Mannes entlarven und den perversen Zerstörungsprozess dahinter sehen kann.

Wer hat einen Tipp für mich, dann bitte per E-Mail an gegen-niedertracht@web.de

Viiiiiielen Dank, Luci

Kommentar von L.W.

Ich bin Opfer eines perversen Narzissten.40 Jahre war ich verheiratet und die extremen Merkmale haben sich erst im letzten halben Jahr sehr krass manifestiert. Ich befürchte, dass er mich im Scheidungsprozess „besiegt“.Wer hat Erfahrungen und evt. Typs? Rut

Kommentar von Rut




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