Hermine Mandl Weblog


Expedition in Ihr Inneres zur Frage: „Was wollen Sie?“
Dezember 2, 2007, 3:07 pm
Filed under: Empowerment, Psyche, Uncategorized | Schlagwörter: , , , ,

„Was wollen Sie?“ Für viele Menschen ist das eine sehr schwer zu beantwortende Frage, denn die meisten wissen eher, was sie nicht wollen. Deshalb kommen auf diese Frage häufig Antworten wie:

  • Ich will niemanden, der mir sagt, was ich tun sollen.
  • Ich will nicht mehr leiden.
  • Ich will nicht mehr arm sein.
  • Ich will nicht mehr dick sein.

Auf die Frage „Und was wollen Sie?“ reagieren viele mit Schweigen und Betroffenheit.

„Für ein Schiff, das keinen Hafen hat, ist kein Wind der richtige.“ (Seneca)

Wenn Sie Ihren „Hafen“ kennenlernen wollen, dann erstellen Sie eine Liste mit dem, was Sie wollen. Sollten Sie an dieser Stelle bemerken, dass Sie zu „Ich will nicht“-Wünschen tendieren, dann machen Sie folgende einfache Übung:

Falten Sie ein Blatt Papier der Länge nach und erstellen Sie auf der linken Seite Ihre „Ich will nicht“-Liste.

Anschließend beginnen Sie mit den Umformulierungen, in dem Sie für jeden Punkt überlegen: „Welcher Wunsch steckt tatsächlich hinter dieser Aussage?“ bzw. „Wovon will ich mehr?“ 

Haben Sie erkannt, welcher Wunsch hinter der Nicht-Aussage steckt, dann schreiben Sie diesen neben die „Ich will nicht“-Aussage in die rechte Spalte und streichen die Nicht-Aussage links weg. Aber seien Sie wachsam, denn in einem Satz steckt oft viel verdichtete Information:

Beispiel:

Angenommen auf der „Ich will nicht“-Liste in der linken Spalte steht:

Ich will niemanden, der mir sagt, was ich tun sollen.

Hinter „Ich will nicht“-Aussagen stehen oft Ängste; eine mögliche Angst hinter obiger Äußerung könnte sein:

Ich habe Angst, von meinem Partner/Vorgesetzten/Kollegen… nicht ernst genommen zu werden.

Weitergedacht verbirgt sich fast hinter jeder Angst auch ein Wunsch:

Ich wünsche mir, von meinem Partner/Vorgesetzen/Kollegen… ernstgenommen zu werden.

Wann immer Sie jedoch das Gefühl haben, dass Sie von außen falsch wahrgenommen werden, sollten Sie sich auch fragen, wie Sie sich selbst in dieser Hinsicht wahrnehmen. Für dieses Beispiel wäre die Frage „Wie ernst nehmen Sie sich selbst bzw. Ihre Wünsche und Ängste?“, denn vielleicht geht es ja darum:

Ich will mich und meine Entscheidungen selbst ernst nehmen.
Ich will selbst bestimmen, was ich tue.
 

Wir sind fast beim Kern angelangt, jedoch birgt das Wörtchen „will“ noch ein wenig Tücke… Eine Erklärung dafür kommt von J.W. Goethe, dem Meister selbst:
„Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden;
es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun.“
D.h. Wollen allein reicht oft nicht, und 3 Buchstaben führen zum Ziel: TUN.
Wenn Sie Ihre „Mehr davon“-Liste schreiben, dann formulieren Sie Ihre Aussagen also so, dass diese bereits Gültigkeit haben (im Gegensatz zu „Ich werde“ oder  „Ich will“). In der „Mehr davon“-Liste steht in der rechten Spalte folglich nun eine Aussage wie:

Ich bestimme selbst, was ich tue.

Der nächste Schritt ist,  den entsprechenden „Ich will nicht“-Satz in der linke Spalte durchzustreichen:

Ich will niemanden, der mir sagt, was ich tun sollen.

Voilà! Gut gemacht! Weiter zum nächsten Satz…

Arbeiten Sie sich so durch Ihre gesamte „Ich will nicht“-Liste. Dann teilen Sie Ihr Blatt, vernichten die „Ich will nicht“-Liste und platzieren Ihre „Mehr davon“-Liste irgendwo, wo sie sie möglichst oft sehen. So erinnern Sie sich daran, was Sie eigentlich wollen!

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