Hermine Mandl Weblog


Metapher: Mal sehen, wozu das gut ist…
Dezember 20, 2007, 11:16 am
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Es war einmal ein kleines Indianerdorf. Am Rande dieses Dorfes lebte ein alter Indianer. Er besaß nicht viel, aber genug, um zufrieden zu leben. Jeden Morgen schaute er nach seinem einzigen Pferd, um eine Weile bei ihm zu sein. Eines Morgens, als er wieder nach seinem Pferd schauen wollte, war es verschwunden.

Der Nachbar des alten Indianers erfuhr es als erster und sprach sogleich:
»Oh Du Armer! Dein einziges Pferd ist Dir weggelaufen. Du tust mir leid, jetzt ist Dein einziger wertvoller Besitz dahin! Das ist wirklich schlimm für Dich!«

Der alte Indianer lächelte und sprach: »Was bedeutet das schon? Das Pferd ist weg, das stimmt, aber bedeutet das wirklich etwas Schlimmes? Warten wir es ab – mal sehen, wozu das gut ist!«

Der alte Indianer ging auch am nächsten Morgen an die Koppel, dort wo sein Pferd gewesen war. Und auch am übernächsten Morgen tat er es. Plötzlich hörte er herangaloppierende Pferde. Als er aufschaute, da erblickte er sein Pferd. Es war zurückgekommen und mit ihm 12 der prächtigsten Wildpferde. Sein Pferd führte alle in die Koppel.

Der Nachbar des alten Indianers sah es als erster und rief sogleich: »Oh Du Glücklicher. Das ist ja unglaublich, wie viel Glück Du hast. Dein Pferd ist zurück gekommen und nun hast Du 13 Pferde! Das ist toll! Nun bist Du der reichste Mann im Dorf!«

Der alte Indianer lächelte und sprach: »Ja richtig, ich habe nun 13 Pferde. Aber warum bist Du so aufgeregt? Mal sehen, wozu das gut ist!«

Der alte Indianer hatte nur einen Sohn und dieser begann bald darauf, die 12 Wildpferde zuzureiten, eines nach dem anderen. Es war eine anstrengende Arbeit, selbst für einen jungen, kräftigen Mann. Und an einem Nachmittag ereignete es sich, dass der junge Sohn, sehr erschöpft, von einem der temperamentvollen Pferde stürzte und sich das Becken brach. Der Bruch war so kompliziert, dass er nur schlecht verheilte und alsbald war klar, dass der Sohn des alten Indianers für den Rest seines Lebens ein Krüppel sein würde. Nie wieder würde er seine Beine richtig gebrauchen können.

Der Nachbar des alten Indianers erfuhr es als erster und sprach sogleich: »Oh Du Armer! Dein einziger Sohn ist ein Krüppel und wird es immer bleiben. Du tust mir wirklich leid, jetzt hast Du gar keine Freude mehr am Leben! Ich glaube, es lastet ein Fluch auf Dir!«

Der alte Indianer schüttelte den Kopf und sprach: »Und wieder bist Du so aufgeregt. Mein Sohn wird vielleicht nie wieder laufen können – das ist möglich! Aber warum spricht Du von einem Fluch? Warten wir doch einfach ab – mal sehen, wozu das gut ist!«

Es begab sich, dass das Volk des alten Indianers in immer grösseren Spannungen mit dem Nachbardorf lebte. Es war nur eine Frage der Zeit, bis eines der Dörfer das Kriegsbeil ausgraben würde. Alsbald herrschte grosse Aufregung im Dorf des alten Indianers, denn man wollte gehört haben, dass das Nachbardorf einen Überfall plante. Der Ältestenrat entschied, dem Angriff zuvor zu kommen und das Nachbardorf unverzüglich zu überfallen. Alle jungen und gesunden Krieger hatten sich sofort für den Krieg zu rüsten.

Der Nachbar des alten Indianers erfuhr es als erster und erzählte dem alten Indianer voller Verzweiflung davon: »Stell Dir nur vor – mein Sohn muss in den Krieg ziehen. Was hast Du für ein Glück, Dein Sohn darf im Dorf bleiben, denn er ist ja ein Krüppel. Du hast wirklich grosses Glück! Zwar ist Dein Sohn nicht gesund, aber er wird leben. Wer weiss, ob ich meinen Sohn jemals wieder sehe. Wie musst Du Dich glücklich schätzen, dass Dein einziger Sohn verschont bleibt!«

Der alte Indianer schüttelte den Kopf und sprach: »Und wieder bist Du so aufgeregt. Hast Du denn gar nichts aus der Vergangenheit gelernt? Schon wieder entscheidest Du sofort, ob etwas gut oder schlecht ist. Was wissen wir denn schon? Warten wir doch einfach ab – mal sehen, wozu das gut ist!«

Die jungen Krieger überfielen das Nachbardorf und hatten leichtes Spiel, denn dort hatte man nicht mit ihrem Angriff gerechnet. Sie machten reiche Beute und kehrten siegreich und mit schwer beladenen Pferden zurück. Der Nachbar des alten Indianers erfuhr es als erster und erzählte dem alten Indianer voller Stolz davon: »Stell Dir nur vor, wie viel unsere Krieger erbeutet haben. Wir sind jetzt alle reich, nur Du nicht, Du armer alter Mann, denn Dein Sohn war ja nicht dabei! Du hast wirklich Pech! Das muss ja furchtbar für Dich sein! Wir werden unsere Zelte reichlich mit der Kriegsbeute füllen!«

Der alte Indianer schaute ihn an, seufzte tief und ging wortlos in sein Zelt zurück. Aber dann wandte er sich doch noch einmal um, sah seinen Nachbarn eine Weile an und sprach: »Und wieder lernst Du nichts aus der Vergangenheit? Schon wieder entscheidest Du sofort, ob etwas gut oder schlecht ist. Was wissen wir denn schon? Wir sehen doch immer nur einen kleinen Teil vom Ganzen. Warten wir doch einfach ab – mal sehen, wozu das gut ist!«

Die Stammeskrieger feierten den Sieg bis tief in die Nacht und stolze Väter und stolze Mütter sorgten für das beste Essen, viel Tanz und viele Getränke. Es war kurz vor dem Morgengrauen, als sich alle müde in ihre Zelte begaben.

Im Nachbardorf hatte man unterdessen einen Gegenangriff vorbereitet und im Morgengrauen kam die Rache für die erlittene Demütigung. Die Krieger des Nachbardorfs drangen in jedes Zelt ein und wenn sie dort etwas von ihren Gegenständen fanden, wurden alle im Zelt grausam getötet. Niemand überlebte den Gegenangriff – nur der alte Indianer und sein Sohn wurden verschont!

Der alte Indianer dachte an seinen Nachbarn und sprach zu sich: »Siehst Du, wie wenig wir doch vom Ganzen sehen. Erst viel später erkennen wir, wozu das gut ist!«

(Gefunden auf feel-better.blogspot.com)

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Metapher über Armut und Reichtum
Dezember 20, 2007, 10:48 am
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Eines Tages nahm ein Mann seinen Sohn mit aufs Land, um ihm zu zeigen, wie arme Leute leben. Vater und Sohn verbrachten einen Tag und eine Nacht auf einer Farm einer sehr armen Familie.
Als sie wieder zurückkehrten, fragte der Vater seinen Sohn: „Wie war dieser Ausflug?“
„Sehr interessant!“ antwortete der Sohn.
„Und hast du gesehen, wie arm Menschen sein können?“ 
„Oh ja, Vater, das habe ich gesehen.“ 
„Was hast du also gelernt?“ fragte der Vater.
Und der Sohn antwortete: „Ich habe gesehen, dass wir einen Hund haben und die Leute auf der Farm haben vier. Wir haben einen Swimmingpool, der bis zur Mitte unseres Gartens reicht, und sie haben einen See, der gar nicht mehr aufhört. Wir haben prächtige Lampen in unserem Garten und sie haben die Sterne. Unsere Terrasse reicht bis zum Vorgarten und sie haben den ganzen Horizont.“
Der Vater war sprachlos.
Und der Sohn fügte noch hinzu: „Danke Vater, dass du mir gezeigt hast, wie arm wir sind!“

(Gefunden bei Renate Schmid)



Anekdote: Wieso Diogenes sich hauptsächlich von Linsen ernährte…
Dezember 12, 2007, 11:19 am
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Eines Tages soll der griechische Phiolosoph Diogenes auf der Schwelle eines Hauses gesessen sein und einen Teller Linsen gegessen haben, als der kaiserliche Philosoph Aristippos vorbeikam und Diogenes bemerkte. Man muss wissen, dass es zur damaligen Zeit in ganz Athen kein billigeres Essen als Linsen gab und ein linsenreicher Speiseplan als Zeichen galt, arm zu sein. 

Diogenes war jedenfalls bekannt dafür, sich hauptsächlich von Linsen zu ernähren. Aristippos jedoch hatte es aufgrund seiner Schmeicheleien dem König gegenüber zu einem wohlhabenden Leben gebracht; er sagte zu Diogenes: „Wie bedauerlich für dich, Diogenes… Wenn du lernen würdest, etwas unterwürfiger zu sein und dem Kaiser ein wenig mehr zu schmeicheln, dann müsstest du nicht immer nur Linsen essen.“

Diogenes hörte auf zu essen, hob sein Haupt und blickte dem wohlhabenden Gesprächspartner fest in die Augen. Er erwiderte: „Bedauerlich für dich, Aristippos. Wenn du gelernt hättest, mit Linsen auszukommen, müsstest du nicht so unterwürfig sein und dem Kaiser ständig schmeicheln.“



Gedicht: Was es ist
Dezember 11, 2007, 8:24 pm
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Es ist Unsinn
sagt die Vernunft
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Es ist Unglück
sagt die Berechnung
Es ist nichts als Schmerz
sagt die Angst
Es ist aussichtslos
sagt die Einsicht
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Es ist lächerlich
sagt der Stolz
Es ist leichtsinnig
sagt die Vorsicht
Es ist unmöglich
sagt die Erfahrung
Es ist was es ist
sagt die Liebe

(Erich Fried)



Bewegung bewegt: innen und außen
Dezember 11, 2007, 7:46 pm
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Mehr als 10 Gründe, sich zu bewegen

Hier eine Auswahl an Motiven, was Sport bzw. moderate Bewegung in Ihnen alles bewirken kann:

  • Der Körper tankt beim Training 10 x mehr Sauerstoff als im Ruhezustand.
  • Die Organe werden mit neuer Energie versorgt. 
  • Der Stoffwechsel und die Durchblutung werden angekurbelt.
  • Das Immunsystem wird gestärkt.
  • Der Knochenbau wird gestärkt und Osteoporose verhindert.
  • Das Gehirn schüttet ein Kreativitätshormon aus.
  • Der Blutdruck wird gesenkt.
  • Der Geist wird geweckt.
  • Die Konzentration und die Denkleistung verbessern sich.
  • Stress wird abgebaut.
  • Es kommt zu einer vermehrten Endorphin-Ausschüttung (Glückshormon).
  • Bewegung macht munter und sorgt für gute Laune (Testosteron, Serotonin).
  • Der Körper produziert wichtige Altersschutzstoffe (z.B. Wachstums- und Sexualhormon).
  • Die Fettverbrennung wird angekurbelt und das Körpergewicht kann besser kontrolliert werden. 
  • Das Herz/Kreislauf-System wird gestärkt.

Die Qual der Wahl: Wählen Sie die richtige Bewegungsform für sich.

Wie bei vielen Dingen gilt auch bei der Wahl der richtigen Bewegungsform: Jedem das Seine. Der 1. läuft gern, der 2. tanzt gern, der 3. radelt, der 4. wandert, der 5. spielt gern Ball, der 6. braucht die Herausforderung, der 7. die Leute, der 8. die Ruhe, der 9. das Wasser usw.usf.
Natürlich gibts da auch noch einige äußerliche Einflüsse: Wer z.B. stark übergewichtig ist, sollte zumindest am Anfang keinen Sport wählen, der die Gelenke stark beansprucht. Aber gehen Sie auf die Suche nach dem für Sie besten Kompromiss, denn die richtige Wahl der Bewegungsform ist im Grunde der halbe Weg zum Erfolg! Und machen wir uns nichts vor: Trotz Spaß braucht man vor allem zu Beginn Durchhaltevermögen bis man zu dem Punkt gelangt, wo es wirklich so Spaß macht, dass man in einen Flow kommt und der Sport fehlt, wenn er fehlt…

Das heißt, berücksichtigen Sie bei der Wahl der Bewegungsformen am besten von vornherein folgende Punkte:

  • Was „liegt“ Ihnen? Wählen Sie eine Sportart, die Ihnen Spaß macht bzw. Ihnen gut tut. Wer z.B. dem Laufen nichts abgewinnen kann, der sollte sich nicht zum Laufen quälen, sondern sich eine Alternative suchen. Klären Sie für sich aber auch, welcher Sport prinzipiell möglich ist. Wenn Sie sich diesbezüglich unsicher sind, dann lassen Sie sich von Ihrem Arzt oder noch besser von einem Sportpädagogen oder -wissenschafter beraten.
  • Wollen Sie eher allein etwas machen oder mit einer Gruppe? Manche Menschen nutzen den Sport als Möglichkeit, sich zurückzuziehen und wieder einen klaren Kopf zu bekommen; andere mögen es, etwas mit anderen gemeinsam zu tun.
  • Inwiefern bietet Ihnen die gewählte Bewegungsart Entwicklungspotenzial? Woran werden Sie erkennen, dass Sie besser geworden sind?

Aber auch beim Sport gilt: Fordern, aber nicht überfordern! Wir reden von Ausgleichssport, nicht von Leistungssport. Immerhin soll der Sport zu Ihrem Wohlbefinden beitragen!

Der Moment danach: Erfolg, Stolz und Ausgeglichenheit

Vorausgesetzt man trainiert regelmäßig, dann ermöglichen Sport und Bewegung immer wieder Erfolgserlebnisse. Aber da liegt auch schon der Haken: Vorausgesetzt man trainiert regelmäßig. Regelmäßig bedeutet mindestens drei Mal die Woche. Und das ist oft gar nicht so einfach – vor allem am Anfang.

Daher an dieser Stelle noch ein Tipp für Menschen, die sich bisher eher als „Sport-abstinent“ bezeichnet hätten bzw. jene Hürde nicht schafften, nach welcher Bewegung zur Routine wird: 

Verinnerlichen Sie jenes Gefühl, welches Sie NACH dem Sport haben! Sollten Sie sich das nächste Mal nicht sicher sein, ob Sie sich die geplante Trainingseinheit „antun“ wollen, dann erinnern Sie sich an das „NACH-dem-Sport“-Gefühl. Wenn Sie diese Einheit dann gemacht haben, dann reichern Sie es gleich mit dem „Ich-hatte-keine-Lust-und-war-trotzdem-sporteln-und-deshalb-bin-ich-super“-Gefühl an! Das hilft Ihnen anfangs über die Runden, später ist es meist gar nicht mehr notwendig, denn da wird Bewegung einfach ein Teil Ihres Lebens!



Gesundheit: WHO und Co
Dezember 11, 2007, 12:35 pm
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Die wohl bekannteste und am häufigsten zitierte Definition von Gesundheit ist jene der Weltgesundheitsdefinition (WHO) 1946:
„Gesundheit ist ein Zustand vollkommenen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht allein das Fehlen von Krankheit und Gebrechen.“

Viele kluge Geister haben sich bereits mit dem Thema Gesundheit auseinandergesetzt. Einig sind sich ExpertInnen heute, dass Gesundheit prozesshaft ist und Kategorien wie „gesund“ und „krank“ im Grunde wenig aussagen: Jeder Mensch bewegt sich auf einer mehrdimensionalen Skala auf und ab: körperliche, geistige, soziale, psychische … Ebenen stehen nebeneinander und beeinflussen sich gegenseitig.

An anderer Stelle habe ich schon einmal erwähnt, dass Life-Events wie Krankheiten etc. für manche Menschen zur Ressource werden können: Zwar bewegen sie sich auf der körperlichen Skala hinunter, sie gesunden im Gegenzug jedoch auf der psychischen oder sozialen Ebene…

Anlässlich eines Vortrages, den Univ.-Prof. DDr. Hilarion Petzold vor Jahren in Wien hielt, meinte er, es seien ihm schon „viele Kranke begegnet, die gesünder waren als die sogenannten Gesunden.“ Dieses Zitat regte mich damals zum Nachdenken an; aus heutiger Erfahrung kann ich nur sagen: Stimmt.



Resilienz: biegen, aber nicht brechen
Dezember 7, 2007, 12:53 am
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Ursprünglich stammt der Begriff „resilience“ aus der Physik und bedeutet so viel wie „die elastischen Fähigkeiten eines Körpers, nach Verformungen durch äußere Kräfte seine ursprüngliche Gestalt wiederherzustellen“ (S. 51).

Literatur:
Bender, D. (1995): Psychische Widerstandsfähigkeit im Jugendalter: Eine Längsschnittstudie im Multiproblem-Milieu. Inaugural-Dissertation in der Philosophischen Fakultät I (Philosophie, Geschichte und Sozialwissenschaften der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen) Nürnberg.