Hermine Mandl Weblog


Empowerment-Definitionen
November 27, 2007, 3:02 pm
Filed under: Empowerment | Schlagwörter: , ,

Für das Projekt „AEIOU-Arbeitsfähigkeit erhalten“ recherchierte meine damalige Kollegin Dr. Andrea Wolf verschiedene Empowerment-Definitionen. Das Ergebnis verdeutlichte, dass es nicht die Empowerment-Definition gibt, sondern eine Vielzahl. Nachfolgend eine kleine Auswahl:

  • Empowerment heißt, es den Betroffenen zu erleichtern und sie dabei auch zu unterstützen, bestimmte, ausformulierte Ziele zu erreichen und sie dazu auch zu ermutigen.
  • Empowerment bedeutet, zu erkennen, dass Menschen Erfahrungen, Fähigkeiten und Ressourcen haben, auch wenn sie sich in misslichen Lebenslagen befinden (z. B. wenn sie arbeitslos sind und an der Gesellschaft nur mehr eingeschränkt teilhaben)
  • Empowerment bedeutet, die eigenen Fähigkeiten erkennen zu helfen, den Betroffenen zuzuhören, Vertrauen aufzubauen, Fähigkeiten entwickeln zu helfen, Menschen zu ermutigen, Gleichstellung einzufordern und die individuellen Bedürfnisse der Betroffenen zu berücksichtigen. Nicht zuletzt müssen die Interessen und Bedürfnisse der Betroffenen öffentlich gemacht werden.
  • Partizipation in der Entscheidungsfindung ist ein wesentliches Element des Empowerment. Dazu sind aber Voraussetzungen notwendig, denn nicht alle haben die Fähigkeit, zu partizipieren. Dazu gehören Informationen, die Entwicklung des Selbstvertrauens und der Kommunikationsfähigkeiten der Betroffenen. Und dazu gehört auch, dass eine Umgebung geschaffen wird, die konfligierende Standpunkte zulässt. Wichtig ist, nicht auf Konflikt-Ebene stehen zu bleiben, sondern eine Weiterentwicklung voranzutreiben. Verhandlungsfähigkeit und gegenseitiger Respekt sind wesentliche Voraussetzungen in der Entscheidungsfindung.
  • Empowerment bedeutet, die Menschen mit den notwendigen Informationen zu versorgen und ihr Vertrauen in die Veränderbarkeit zu stärken. Da die Gründe für soziale Ausschlüsse nicht allein im Individuum liegen, sondern auch in der Gesellschaft, hat das Empowerment immer auch eine gesellschaftliche/politische Dimension. Dies muss immer auch vermittelt werden.
  • Empowerment in einem absoluten Sinn muss sich immer dessen bewusst sein, dass es Ungleichheiten beim Zugang zu Macht und Informationen gibt. Daher kann von einem 100%igen Empowerment vermutlich nie die Rede sein. Daher wäre es besser, von Empowerment-Praktiken zu sprechen. Empowerment-Praktiken berücksichtigen immer die Selbstwahrnehmung von Menschen, die sozial ausgeschlossen sind. Jedes Projekt, das sich zum Ziel gesetzt hat, sich für sozial Exkludierte zu engagieren, müssen die Sichtweisen der Betroffenen berücksichtigen.[1]
  • Von Empowerment kann gesprochen werden, wenn wir es schaffen, die Fähigkeit zu selbständigen und eigenverantwortlichem Handeln zu stärken.[2]
  • Dem Empowerment kommt in der Gesundheitsförderung große Bedeutung zu. Beim Empowerment geht es darum, die Stärken und Fähigkeiten eines Menschen, die sich in einer Situation der Ohnmacht befinden, zu entdecken und zu entwickeln. Ziel ist es, diesen Menschen zu ermöglichen, ihr eigenes Leben und ihre soziale Umwelt wieder selber bestimmen und gestalten zu können. Um dies zu verwirklichen, muss sowohl an ihren Lebensbedingungen wie auch an ihren Ressourcen angesetzt werden.[3]
  • Empowerment beinhaltet das Begreifen vom Selbst und von der Notwendigkeit, Entscheidungen zu treffen, die sich gegen kulturelle und soziale Erwartungen richten sowie das Begreifen von Verhaltensmustern, die Abhängigkeit, Interdependenzen und Autonomie innerhalb der Familie und in der Gesellschaft im Ganzen bewirken.[4]
  • Empowerment könnte beschrieben werden als die Erweiterung der eigenen Fähigkeiten, erwünschte und vorhersehbare Effekte bei anderen zu erzeugen. … Empowerment könnte bedeuten, Machtverhältnisse zu transformieren.[5]
  • Empowerment bedeutet Selbstbefähigung und Selbstermächtigung, Stärkung von Eigenmacht und Autonomie. … Empowerment beschreibt somit Mut machende Prozesse der Selbstermächtigung, in denen Menschen in Situationen des Mangels, der Benachteiligung oder der gesellschaftlichen Ausgrenzung beginnen, ihre Angelegenheiten selbst in die Hand zu nehmen, in denen sie eigene Kräfte entwickeln und ihre individuellen und kollektiven Ressourcen zu einer selbst bestimmten Lebensführung nutzen lernen.[6]
  • Empowerment steht für einen Prozess, in dem Betroffene ihre Angelegenheiten selbst in die Hand nehmen, sich dabei ihrer eigenen Fähigkeiten bewusst werden, eigene Kräfte entwickeln und soziale Ressourcen nutzen. Leitperspektive ist die selbst bestimmte Bewältigung und Gestaltung des eigenen Lebens.[7]
  • Empowerment bezieht sich … auf die Möglichkeiten und Hilfen, die es Individuen oder Gruppen erlauben, Kontrolle über ihr Leben und ihre sozialen Zusammenhänge zu gewinnen, und die sie darin unterstützen, die dazu notwendigen Ressourcen zu beschaffen.[8] 
  • Empowerment ist keine Ressource, die aufgebraucht wird, sondern ein Prozess, bei dem immer neue Ressourcen zum Vorschein kommen!Die Implementation eines Empowerment-Prozesses stellt hohe Anforderungen an die Organisation und die beteiligten Personen.[9]
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