Hermine Mandl Weblog


Prägende Kindheitsentwicklungen: Sicherheit der Familie versus Risiken (und Chancen) durch andere Gruppen
November 14, 2007, 7:33 pm
Filed under: Grundkonflikte, Kindheit, Psyche | Schlagwörter: , , , , , , ,

Die Latenzphase, die zirka vom 6. bis zum 10. Lebensjahr dauert, ist eine Periode relativer Ruhe, in der es vor allem um das Üben und sich Aneignen von Fertigkeiten geht und darum, sich im Umgang mit Aufgaben, Belastungen und Krisen zu bewähren. Das Kind lernt, Misserfolge zu kompensieren und seine Selbstbestimmung und freie individuelle Entwicklung auszubauen. Es ist eine Phase, in der es für das Kind um das sich Aneignen von Fertigkeiten, um Selbstbeherrschung und um das Meistern von Situationen außerhalb der Familie geht. Dahinter birgt sich sicherlich auch die große Aufgabe der Latenzzeit für das Kind: die ausschließliche Beziehung zur Familie aufzugeben und sich in andere Gruppen zu integrieren. In diesem Sinne findet eine Weichenstellung für später statt. Gelingt es dem Kind nämlich nicht, diese Phase gut zu meistern, so kann es zu einer Selbstwertstörung kommen, die sich z.B. in Form von einer Schulphobie ausdrückt.

Literatur:

  • Ermann, Michael (2004): Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. Ein Manual auf psychoanalytischer Grundlage. 4. Auflage, W. Kohlhammer GmbH: Stuttgart, S.  52f.

  • Mentzos, Stavros (2005): Neurotische Konfliktverarbeitung. Einführung in die psychoanalytische Neurosenlehre unter Berücksichtigung neuer Perspektiven. Fischer: Frankfurt am Main, S. 127f.

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