Hermine Mandl Weblog


Aus dem Netz gefischt: Glücksarchiv. Glücklich sein.
November 28, 2007, 3:21 pm
Filed under: Gesundheit / Krankheit, Psyche, Resilienz | Schlagwörter: , ,

Ich bin heute zufällig über eine interessante und m.E. sehr liebevoll gestaltete Website gestolpert: Glücksarchiv. Glücklich sein. 

Es lässt sich dort ganz nett schmökern: Was ist Glück überhaupt? Welche Menschen gelten als glücklich? Was kann man selbst zu seinem Glück beitragen? Wie ist der Stand der Glücks-Forschung? Es werden aber auch angrenzende Themen wie Lebensmotive, Bedürfnisse, Flow, Optimismus, Glück in den unterschiedlichen Lebensbereichen behandelt.

Unter anderem findet man dort auch folgende „Glücksrezepte“ (hier nur die Überschriften)

  • Genieße den Augenblick
  • Beziehungen zu anderen Menschen haben oberste Priorität
  • Konzentriere Dich auf das Wesentliche
  • Fordere Dich in Arbeit und Freizeit
  • Tue so, als ob Du glücklich wärst, und Du wirst es sein
  • Übe Dich in Gelassenheit
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Faktor „Familie“ bei der Entstehung von kindlichem Adipositas
November 28, 2007, 11:43 am
Filed under: Essstörungen, Uncategorized | Schlagwörter: , , ,

Für die Ausbildung von Übergewicht oder Adipositas sind verhaltensbezogene und kognitive Faktoren (Selbstkontrolle, Selbstmanagement) mit verantwortlich, wobei die Verhaltensfaktoren sich auf Charakteristika des Ess- und Bewegungsverhaltens beziehen. Für die Entwicklung des Selbstmanagements spielen vor allem psychosoziale Einflüsse eine erhebliche Rolle, wobei Petermann und Häring (2003:263ff) hier vor allem auf die familiären Einflüsse als Hauptgründe verweisen. In der Familie werden Kindern Vorbilder, Regeln und Muster für angemessenes und unangemessenes Essverhalten vermittelt. Dabei wird ein unangemessenes Essverhalten durch eine gestörte Hunger- und Sättigungsregulation übergewichtiger Kinder und Jugendlicher grundlegend begünstigt. Durch diese Störung kommt es häufig zu Nahrungszufuhr über die Sättigungsgrenze hinaus, was in weiterer Folge zu einer dauerhaft erhöhten Energiebilanz und damit zu Übergewicht bzw. Adipositas beiträgt.

Eine an der Penn State University durchgeführt Studie untersucht die Essgewohnheiten zweier Gruppen von Kindern – einer Gruppe Dreijähriger und einer Gruppe Fünfjähriger: „Both groups reported equal levels of energy expenditure and hunger. The children were then presented with series of plates of macaroni and cheese. The first plate was a normal serving built around age-appropriate baseline nutritional needs; the second plate was slightly larger; the third was what we might now call “supersized”… The younger children consistently ate the same baseline amount, leaving more and more food on the plate as the servings grew in size. The five-year-olds acted as if they were from another planet, devouring whatever was put on their plates.“ (Critser, 2003:38)

Dieser Versuch legt den Schluss nahe, dass Kinder hinsichtlich „angemessener Portionsgrößen“ klarer Informationen bedürfen – eine Aufgabe, die es von Seiten der Eltern bereits von klein auf wahrzunehmen gilt. Dass dies in unserer Zeit nicht so einfach ist und generell eine Tendenz zum „Supersizing“ besteht, zeigt sich an veränderten Portionsgrößen, die uns angeboten werden. In folgenden Zahlen sei anhand einer Portion Pommes Frites kurz dargestellt, wie sehr sich die Portionsgrößen in den letzen 40 Jahren verändert haben. 1960 entsprach eine Portion Pommes Frites bei McDonald’s 200 kcal, 320 kcal Ende der 70er, 450 kcal Mitte der 90er, 540 kcal in den späten 90ern, bis hin zu derzeit 610 kcal. Das gleiche gilt für das McDonald’s Menü, welches von 590 kcal auf derzeit 1550 kcal hochschnellte (ebd, 28).

Beobachtet wurde im Zusammenhang mit Essverhalten auch, dass Eltern übergewichtiger oder adipöser Kinder Nahrung häufig als Belohnung oder Bestrafung eingesetzt haben. In diesem Fall kann Essen auch stellvertretend als Ersatz für emotionale Zuwendung benutzt werden.

Hinsichtlich des Bewegungsverhaltens kann festgestellt werden, dass die Kinder durch Modelllernen das von anderen Familienmitgliedern vorgelebte Bewegungs­verhalten übernehmen und oft ein inaktiver Lebensstil einem aktiven vorgezogen wird. So werden ruhige, sitzende Tätigkeiten bevorzugt. Fernsehen als Freizeit­aktivität, auch kurze Wege mit dem Auto zurücklegen, Aufzüge und Roll­treppen verwenden, sind in derartigen Familien häufiger zu finden als eine Sportart als Hobby zu haben, kurze Wege mit dem Fahrrad zu fahren oder zu Fuß zurückzulegen. Durch Bewegungsarmut wird die Adipositas aufrechterhalten. Auch gilt das gemeinsame Fernsehen beispielsweise als sozialer Verstärker, und Zeiten, die für sportliche Aktivitäten abgezweigt werden, fallen in diesem Kontext als Zeiten für soziale Verstärkung weg (Petermann/Häring, 2003:263ff).

Petermann und Häring (2003:263ff) stellen weiters fest, dass die Interaktionen in Familien mit adipösen Kindern häufig dysfunktionale Kommunikations- und Konfliktbewältigungs­muster aufweisen. Wie sehr familiäre Strukturen die Entwicklung von Adipositas im Kindesalter beeinflussen können, wird in zahlreichen Studien belegt:

  • Es liegt ein neunfach erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Adipositas im Kindesalter vor, wenn Kinder sozial und/oder emotional vernachlässigt werden. Vernachlässigung stellt einen unkontrollierbaren aversiven Reiz dar. Unabhängig davon, wie stark sich das Kind um Zuwendung bemüht, werden seine Eltern nicht mehr Zeit für es aufwenden.
  • Das Risiko erhöht sich auf ein siebenfaches für Kinder, die nicht in intakten Familienverhältnissen aufwachsen.
  • Es liegt ein viereinhalbfach erhöhtes Risiko bei Kindern vor, deren Eltern keine Kenntnis über den kindlichen Süßigkeitskonsum haben.
  • Wenn die genetische Prädisposition vorliegt, nehmen Kinder, die unter psychosozialen Problemen leiden, häufig rapide an Gewicht zu.

Literatur:



Metapher: Die Geschichte mit dem Hammer

Ein Mann will ein Bild aufhängen. Den Nagel hat er, nicht aber den Hammer. Der Nachbar hat einen. Also beschließt der Mann, hinüberzugehen und ihn auszuborgen. Doch da kommt ihm ein Zweifel: Was, wenn der Nachbar mir den Hammer nicht leihen will? Gestern schon grüßte er mich nur so flüchtig. Vielleicht war er in Eile. Aber vielleicht war die Eile nur vorgetäuscht, und er hat etwas gegen mich. Und was? Ich habe ihm doch nichts angetan, der bildet sich da etwas ein. Wenn jemand von mir ein Werkzeug borgen wollte, ich gäbe es ihm sofort. Und warum er nicht? Wie kann man einen Mitmenschen einen so einfachen Gefallen abschlagen? Leute wie dieser Kerl vergiften einem das Leben. Und dann bildet er sich noch ein, ich sei auf ihn angewiesen. Bloß weil er einen Hammer hat. Jetzt reicht’s mir wirklich. – Und so stürmt er hinüber, läutet, der Nachbar öffnet, doch bevor er „Guten Tag“ sagen kann, schreit ihn unser Mann an: „Behalten Sie sich Ihren Hammer, Sie Rüpel!“

Aus: Paul Watzlawick, Anleitung zum Unglücklichsein. Piper-Verlag; 5. Auflage: März 2007



Gedicht: Die Einladung
November 27, 2007, 3:36 pm
Filed under: Anekdoten, Metaphern, Gedichte, mehr., Uncategorized | Schlagwörter: , ,

Es interessiert mich nicht, wie Du Deinen Lebensunterhalt verdienst. Ich will wissen, wonach Du Dich so sehr sehnst, dass es Dir wehtut, und ob Du davon zu träumen wagst, dem zu begegnen, wonach sich Dein Herz verzehrt.

Es interessiert mich nicht, wie alt Du bist.
Ich will wissen, ob du es riskierst, für Deine Liebe als Narr dazustehen, für Deine Träume und für das Abenteuer zu leben.

Es interessiert mich nicht, wie Deine Sterne stehen. Ich will wissen, ob Du zu Deinem wirklichen Leid vorgedrungen bist, ob Dich der Verrat des Lebens geöffnet hat oder ob Du Dich zusammengezogen und verschlossen hast vor Furcht oder weiteren Kummer.

Ich will wissen, ob Du Schmerz aushalten kannst, meinen und Deinen eigenen, ohne zu versuchen, ihn zu verstecken, verblassen zu lassen oder zu manipulieren.

Ich will wissen, ob Du Freude empfinden kannst, meine oder Deine eigene, ob Du voller Wildheit tanzen kannst und Dich von den Finger- bis zu den Zehenspitzen in einen Rausch versenken kannst, ohne zu mahnen, vorsichtig zu sein oder realistisch, oder an die Grenzen des Menschseins zu erinnern.

Es interessiert mich nicht, ob die Geschichte, die Du mir erzählst, wahr ist. Ich will wissen, ob Du einen anderen enttäuschen kannst, indem Du Dir selber treu bleibst. Ob Du die Anschuldigungen, betrogen zu haben, ertragen kannst und ob Du nicht Deine eigene Seele betrügst.

Ich will wissen, ob Du treu sein kannst und damit vertrauenswürdig. Ich will wissen, ob Du Schönheit sehen kannst, auch wenn sie nicht jeden Tag sichtbar ist. Und ob Du Dein Leben aus Gottes Gegenwart speist.

Ich will wissen, ob Du mit Versagen leben kannst, Deinem und meinem. Und trotzdem noch am Ufer des Sees stehen kannst und dem Silber des Vollmondes „Ja“ zurufen kannst.

Es interessiert mich nicht, wo Du wohnst und wie viel Geld Du hast. Ich will wissen, wo Du nach einer Nacht voller Trauer und Verzweiflung aufstehen kannst, ausgelaugt und zermartert, und tun kannst, was für die Kinder getan werden muss.

Es interessiert mich nicht, wo Du bist oder wie Du hierher gekommen bist. Ich will wissen, ob Du mit Dir alleine sein kannst und ob Du die Gesellschaft, die Du in diesen einsamen Momenten hast, wahrhaft magst.

 (von einem indianischen Stammesältesten)



Gedicht: In letzter Konsequenz
November 27, 2007, 3:32 pm
Filed under: Anekdoten, Metaphern, Gedichte, mehr., Uncategorized | Schlagwörter: , ,

Menschen sind oft unvernünftig, unlogisch und ichbezogen.
Vergib ihnen trotzdem.

Wenn du freundlich bist, kann es sein, dass andere dir eigennützige Motive und Hintergedanken vorwerfen.
Sei trotzdem freundlich.

Wenn du erfolgreich bist, gewinnst du vielleicht ein paar falsche Freunde und ein paar echte Feinde.
Sei trotzdem erfolgreich.

Wenn du ehrlich und offen bist, kann es sein, dass man dich übers Ohr haut.
Sei trotzdem offen und ehrlich.

Was du jahrelang aufgebaut hast, kann ein anderer über Nacht zerstören.
Bau es trotzdem auf.

Wenn du gelassen und glücklich bist, kann es sein, dass andere eifersüchtig sind.
Sei trotzdem glücklich.

Das Gute, das du heute tust, werden die Leute morgen oft vergessen haben.
Tue trotzdem Gutes.

Gib der Welt das Beste, das du hast, auch wenn es nie genug sein wird.
Gib der Welt trotzdem dein Bestes.

Letztendlich ist dann alles eine Angelegenheit zwischen dir und Gott.
Sowieso war es nie eine Angelegenheit zwischen dir und den anderen.

(Mutter Theresa)



Gedicht: Do not stand at my grave and cry
November 27, 2007, 3:16 pm
Filed under: Anekdoten, Metaphern, Gedichte, mehr. | Schlagwörter: , , ,

Do not stand at my grave and weep;

I am not there. I do not sleep.

I am a thousand winds that blow.

I am the diamond glints on snow.

I am the sunlight on ripened grain.

I am the gentle autumn’s rain.

When you awaken in the morning’s hush,

I am the swift uplifting rush

of quiet birds in circled flight.

I am the soft stars that shine at night.

Do not stand at my grave and cry;

I am not there. I did not die.

(Amon)



Gedicht: Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen
November 27, 2007, 3:11 pm
Filed under: Anekdoten, Metaphern, Gedichte, mehr. | Schlagwörter: , ,

Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,
die sich über die Dinge ziehn.
Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,
aber versuchen will ich ihn.

Ich kreise um Gott, um den uralten Turm,
und ich kreise jahrtausendelang;
und ich weiß noch nicht: bin ich ein Falke, ein Sturm
oder ein großer Gesang.

Rainer Maria Rilke, 20.9.1899, Berlin-Schmargendorf