Hermine Mandl Weblog


Verarbeitung psychischer Konflikte: Der hysterische Modus.

Konfliktpotenzial in uns: verbotene Vorstellungen und Gefühle.

In uns gibt es verschiedene Konflikte, die wir unbewusst halten müssen, weil wir Angst davor haben, uns mit ihnen auseinanderzusetzen. Wir wehren sie ab. Um uns selbst – und andere – davor zu schützen. Meist geht es bei diesen Konflikten um bestimmte Vorstellungen oder Gefühlen, die wir uns nicht zugestehen können oder wollen. Wir verdrängen sie.

„Konversion“: Auf den Körper verschieben, um sich nicht zu erinnern.

Eine Art, wie ein Konflikt verdrängt werden kann, ist, ihn in körperliche Symptome umzusetzen („Konversion“). Dies kann auf drei verschiedene Möglichkeiten passieren:

  • Der Körper funktioniert nicht mehr richtig: Es kommt zu Lähmungen, Seh-, Hör-, Gleichgewichts-, Sprechstörungen usw. Auf den ersten Blick lassen die Merkmale auf eine körperliche Erkrankung schließen, medizinische Untersuchungen ergeben jedoch keine Bestätigung dafür. Der Körper imitiert sozusagen (unbewusst) eine Krankheit.
  • Sich getrennt von sich selbst erleben: In diesem Fall funktioniert die Wahrnehmung nicht mehr einwandfrei. Die Betroffenen haben Gedächtnislücken und können sich an bestimmte Zeitabschnitte nicht mehr erinnern; sie befinden sich in einem Dämmerzustand, unterliegen Sinnestäuschungen etc.
  • Hysterische Charakterzüge: Davon spricht man beispielsweise, wenn ein Mensch die Dinge etwas lebhafter und aufregender darstellt, als sie der Wirklichkeit entsprechen; wenn er keine genaue Unterscheidung zwischen Phantasie und Wirklichkeit tätigt, leicht beeinflussbar sowie übertrieben bestrebt ist, die Aufmerksamkeit anderer zu erregen und diesen zu gefallen.

Sich inszenieren: Für sich und andere.

Das Besondere an dieser Art der Konfliktverarbeitung ist, dass der Betroffene sowohl den äußeren Beobachtern als auch seinem eigenen inneren Beobachtern etwas vorspielt – mit dem Ziel, selbst schwächer oder stärker zu erscheinen, als dies der Wirklichkeit entspricht.

Das Remake der eigenen Geschichte: Gegeneinander, Miteinander, Allein.

Mit Hilfe dieses Modus’ werden Rivalitätskonflikte aus der Kindheit, unzureichend verarbeitete Trennungen oder Minderwertigkeitsgefühle abgewehrt.

Literatur: Mentzos, Stavros (2005): Neurotische Konfliktverarbeitung. Einführung in die psychoanalytische Neurosenlehre unter Berücksichtigung neuer Perspektiven. Fischer: Frankfurt am Main, S. 153-159.

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