Hermine Mandl Weblog


Das Scarlet O’Hara Syndrom: Vorbote einer Essstörung?

Unter „Scarlet O’Hara Syndrom“ versteht man essenvermeidendes Verhalten in der Öffentlichkeit; wie bei der Magersucht sind davon hauptsächlich junge Mädchen betroffen.

Bernardo Carducci, Direktor des Indiana University Shyness Research Insitute, griff diesen Begriff in Anlehnung an eine Szene des Filmes „Vom Winde verweht“ auf, in der einige Stereotypen über erwartetes Aussehen und soziales Verhalten von jungen Frauen auf den Punkt gebracht werden: Scarlet O’Haras Zofe erklärt derselben, dass sie – so sie ihren Ruf nicht ruinieren wolle – auf der baldigen Party kein Barbecue essen solle. Während die junge Scarlet in ihrem Korsett verschnürt wird, heißt es: „Wir wollen, dass Sie jetzt ein wenig essen, damit Sie auf der Party nichts essen müssen.“

Ein derart kontrolliertes Essverhalten stellt für manche Mädchen lediglich eine Phase auf ihrem Weg zum Erwachsenwerden dar, für andere ist es eine Gratwanderung zur Essstörung. Die Kontrolle des Essverhaltens übernimmt dabei verschiedene Funktionen: Zum einem steht der Versuch dahinter, die zahlreichen Veränderungen der Pubertät und Adoleszenz im Griff haben zu wollen, zum anderen wird versucht zu beeinflussen, was das Gegenüber denken könnte.

Ständig das Gewicht vor Augen, wird Essen nicht mehr als gemeinsame Zeit des sozialen Austausches mit Familie oder FreundInnen gesehen, sondern Nahrungsaufnahme wird als eine Art Test verstanden bzw. als Aussage über sich selbst. Leider ist das Problembewusstsein in diesem Zusammenhang bei den Betroffenen häufig gering und kaum jemand würde sich als essgestört bzw. als gefährdet betrachten, in eine Essstörung zu kippen. Nichtsdestotrotz sind sich ExpertInnen einig, dass ein derartig kontrolliertes Essverhalten für viele Mädchen eine Gratwanderung zur Essstörung wird. Aus diesem Grund wird empfohlen, möglichst früh aktiv zu werden und sich Informationen und Unterstützung zu holen:

Mehr über das Scarlet O’Hara Syndrom lesen Sie im Artikel „Shy about eating in public: A precursor to anorexia?“ der Seite www.psychport.com.

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