Gespeichert unter: Essstörungen, Gesundheit / Krankheit, Uncategorized | Schlagworte: Anorexie, ältere Frauen, ewige Jugend, Magersucht
Lange Zeit galt die Magersucht als Krankheit, die fast ausschließlich mit jungen Mädchen in Verbindung gebracht wurde. Nun scheint sich dieses Bild dahingehend zu verändern, dass neben jungen Männern immer häufiger ältere Frauen unter den Patienten zu finden sind. ExpertInnen schätzen, dass der Anteil an älteren Anorektikerinnen inzwischen bei 10 Prozent liegt; dementsprechend gilt es in der Zwischenzeit als durchaus üblich, eine Essstörung auch im mittleren Alter zu entwickeln.
Letzteren Umstand wird unter anderem auf die Vorbildwirkung von Stars wie Madonna, Sharon Stone, Jane Fonda und deren Kolleginnen zurückgeführt. Durch die glamourösen Autritte der Celebrities, welche in ihren 40ern, 50ern und sogar 60ern noch gleich schlank sind, wie sie es in ihren 20ern waren – kombiniert mit einer zeitlos jugendlichen Ausstrahlung – führen dazu, dass Frauen eine unrealistische Vorstellungen davon entwickeln, wie sie in ihrer späteren Lebensphase auszusehen hätten. ExpertInnen sind sich einig: In der heutigen Zeit geht es nicht mehr darum, würdevoll zu altern, sondern ein Leben lang jung zu bleiben.
Genauer nachzulesen bei:
Sarah Cassidy: Pressure to grow old beautifully drives over-50s to anorexia. The Independant Health & Wellbeing, 28.2.2008.
Gespeichert unter: Forschung, Gesundheit / Krankheit, Kindheit, Psyche, Uncategorized | Schlagworte: inkorporativ, Körper, leibliches Gedächtnis, prozedual, Psychologie heute, situativ, traumatisch, zwischenleiblich
„Das Leibgedächtnis ist der Träger unserer Lebensgeschichte, unserer persönlichen Identität“, schreibt der Psychiater Thomas Fuchs in seinem Artikel Das Gedächtnis unseres Körpers in der Zeitschrift Psychologie Heute im Juni 2006 und erklärt weiter, dass unter „Gedächtnis“ jene Fähigkeit zusammengefasst wird, die es uns ermöglicht, uns an bestimmte Erlebnisse in der Vergangenheit zu erinnern – bewusst, oder häufig eben auch „leiblich“.
Über die Entwicklung eines leiblichen Gedächtnisses: „Übung macht den Meister“
Aber was versteckt sich hinter einem “leiblichen Gedächtnis“? Darunter versteht man die Gewohnheiten, die sich durch Wiederholung und Übung gebildet haben – beispielsweise der aufrechte Gang, das Sprechen und Schreiben, Fahrradfahren, Schwimmen und vieles andere mehr. Im Laufe der Zeit verinnerlichen wir diese Fähigkeiten so stark, dass wir uns gar nicht mehr bewusst daran erinnern müssen, wie wir etwas tun – wir tun es einfach: Wir sprechen, schreiben, tippen, fahren mit dem Fahrrad oder dem Auto etc.
Die verschiedenen Formen des leiblichen Gedächtnisses
Das prozeduale Gedächtnis: Dieses Gedächtnis ist ständig im Hintergrund wirksam und entlastet unsere Aufmerksamkeit vor einer Überfülle an Details. Zum prozedualen Gedächtnis zählen alle automatischen Bewegungsabläufe: eingespielte Gewohnheiten, das Spielen eines Instruments, das Autofahren, am Computer zu schreiben etc.
Das situative Gedächtnis: Das Leibgedächtnis ist gleichzeitig ein Raumgedächtnis und orientiert sich an Situationen, in denen wir uns befinden: So finden wir uns „wie blind“ in unserer Wohnung oder unserer Umgebung zurecht. „Situationen“ sind jedoch mehr als räumliche Gebilde – sie sind ganzheitliche, unzerlegbare Einheiten leiblicher, sinnlicher und atmosphärischer Wahrnehmung. Durch unsere Erfahrungen entwickeln wir einen Blick für das Wesentliche oder Charakteristische einer Situation - man könnte sagen, einen „siebten Sinn“, ein Gespür oder eine Intuition für etwas.
Das zwischenleibliche Gedächtnis: Der Philosoph Maurice Merleau-Ponty bezeichnete die Sphäre des unwillkürlichen Kontakts zwischen zwei Menschen als „Zwischenleiblichkeit“ und meinte damit, dass die Körper von Menschen, die miteinander in Kontakt treten, interagieren und sich laufend abtasten. Zum zwischenleiblichen Gedächtnis zählt auch der erste Eindruck, den wir von einem Menschen erhalten – dieser setzt sich zusammen aus der äußeren Gestalt des Menschen, seiner Wesensart, aber auch seinem persönlichen Stil. Ein Mensch „stellt etwas dar“ und drückt seine Persönlichkeit auch über seinen Körper aus, in seinem Auftreten, seinen Gesten und Gebärden, in seiner Haltung, seinem Gang oder seiner Stimme.
Der Säuglingsforscher Daniel Stern spricht auch von implizitem Beziehungswissen, welches man bereits in der frühen Kindheit im Austausch mit seinen Eltern erlernt: Es handelt sich dabei um ein leibliches Wissen, wie man mit anderen umgeht – wie man mit ihnen Vergnügen hat, Freude ausdrückt, Aufmerksamkeit erregt, aber auch Ablehnung vermeidet.
Das inkorporative Gedächtnis: „Inkorporation“ besagt, dass wir Menschen im Austausch mit anderen auch fremde Haltungen und Rollen übernehmen, wobei dies häufig durch unwillkürliche leibliche Nachahmung oder Identifizierung geschieht. Auch Erziehung oder kulturelle Überformungen prägen sich in unser Körpergedächtnis ein; dies geschieht, indem uns ein bestimmtes Verhaltensmuster bzw. „Manieren“ und „Benehmen“ vermittelt werden.
Das traumatische Gedächtnis: Unser Körper erinnert sich auch an Schmerzerfahrungen und instinktiv spannen wir uns an, ziehen uns zurück oder weichen aus, wenn Schmerzen drohen. So schreiben sich einschränkende und schmerzhafte oder gar traumatische Erlebnisse in dem Leibgedächtnis ein und können sogar zu einem späteren psychosomatischen Leiden führen.
Unser Körper als autobiografisches Gedächtnis
„Das Leibgedächtnis ist der eigentliche Träger unserer Lebensgeschichte, unserer persönlichen Identität.“ so der Psychiater Thomas Fuchs,“Verleiblichte Gewohnheiten machen uns zu Personen mit einer gewissen Konstanz und Verlässlichkeit, sie sorgen dafür, dass wir bei allem äußeren Wechsel dieselben bleiben. Alles, was wir wahrnehmen oder tun, hinterlässt eine Spur in uns.“
Literatur:
Thomas Fuchs (2006): Das Gedächtnis unseres Körpers. Psychologie Heute, 33. Jahrgang, Heft 6, Julius BELTZ GmbH & Co.KG Weinheim: Juni 2006.
Gespeichert unter: Forschung, Gesundheit / Krankheit, Psyche, Uncategorized | Schlagworte: Angst, Auswirkung, Bewegung, Depression, Entspannung, Intelligenz, John Ratey, Naperville, Schule, Spark, Sport, Workout
Der an der Harvard Universität tätige Psychiater John Ratey befasst sich in seinem Buch „Spark: The Revolutionary New Science of Exercise and the Brain“ mit den Auswirkungen, die eine regelmäßige sportliche Betätigung auf das Gehirn hat. An dieser Stelle einige seiner Erkenntnisse:
Sport macht schlau.
Ratey behauptet, dass ein regelmäßiges Trainieren des Körpers auch zu einem Mehr an Intelligenz führt und bezieht sich dabei auf Erkenntnisse aus den 90er Jahren, die an einer Schule in im Bezirk Naperville, Illinois, gewonnen wurden: Der Turnlehrer Phil Lawler ließ die Schüler wöchentlich eine Meile laufen; für die Benotung war für ihn wichtig, wie sehr sich die Kinder im Turnunterricht angestrengt hatten und nicht, was sie tatsächlich konnten. Es stellte sich heraus, dass sich die Kinder nicht nur konditionell verbesserten, sondern dass sich auch deren Leistungen in den Fächern Mathematik und Naturkunde steigerten.
Sport entspannt.
Studien zeigten, dass Menschen, die regelmäßig Sport betreiben, stressresistenter sind als jene, die nicht trainieren: sie bleiben auch in solchen Situationen entspannt, in denen normalerweise Stresshormone freigesetzt werden. „Nach einem intensiven Workout entspannen sich nicht nur die Muskeln, häufig beruhigen sich auch die Sorgen oder die innere Unruhe“, so der Psychiater.
Sport kann Angst und Depression lindern.
Ratey berichtet, er habe einige depressive Patienten in Behandlung, die einen Marathon gelaufen seien und den Beginn der depressiven Gefühle mit dem Ende ihres Trainings in Verbindung gebracht hatten. Für den Psychiater klingt dies plausibel, denn durch das Training würden im Gehirn chemische Prozesse gestartet, die in manchen Fällen sogar zu einem Durchbrechen des Teufelskreises von Grübeln, Angst und Traurigkeit führen können.
Wunderdroge “Sport“.
Außerdem unterstütze ein regelmäßiges Workout dabei, Süchte zu kontrollieren, es erhöht die Konzentrationsfähigkeit und bringt den Geist wieder in Schwung.
Bleibt nur noch eines zu sagen: „In die Laufschuhe, fertig, los!“
QUELLE: Ein Interview mit John Ratey gibts zu lesen bei USA Today – Health & Behavior.
Gespeichert unter: Forschung, Psyche, Uncategorized | Schlagworte: Experiment, Gefühl, Neutralität, Psychologie, Stimmung, Trauer
Menschen, die sich traurig fühlen und auf sich selbst konzentriert sind, neigen dazu, sich und ihren Besitz zu entwerten und in der Folge mehr Geld für Konsumgüter auszugeben – wahrscheinlich, um den eigenen Selbstwert zu steigern. Das fand nun ein interdisziplinäres Forscherteam durch folgendes Experiment heraus: Die TeilnehmerInnen schauten entweder ein trauriges oder ein „emotinal neutrales“ Video an und bekamen danach die Aufgabe, ein alltägliches Konsumgut zu kaufen – z.B eine Flasche Wasser -, wobei der Preis variieren konnte. Das Ergebnis zeigte, dass jene TeilnehmerInnen, die traurige Videos angeschaut hatten, danach dazu tendierten, das bis zu 300-fache für ein- und dasselbe Produkt auszugeben wie Personen, die sich in einem neutralen Gefühlszustand befanden.
Details zu diesem Experiment werden in der Juni-Ausgabe 2008 von Psychological Science unter dem Titel „Misery is not Miserly: Sad and Self-Focused Individuals Spend More“ zu finden sein.
Gefunden auf PsychCentral.