Gespeichert unter: Kindheit, Krisenbewältigung, Uncategorized | Schlagworte: Aufgaben, Eltern, Fähigkeit, Förderung, Kontaktfähigkeit, Neugier, Partnerschaftlichkeit, Regelmäßigkeit, Schuleintritt, Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen, Unterstützung, Vorbereitung
Ob ein Mensch auch im späteren Leben noch gerne lernt und sich etwas zutraut, wird sehr früh entschieden – meist sogar bereits vor seinem Eintritt in die Schule. Eine große Verantwortung liegt in diesem Zusammenhang bei den Eltern bzw. den Bezugspersonen eines Kindes, denn ihr Umgang mit dem Kind (von Geburt an!) prägt dessen Selbstbewusstsein, Selbstbestimmung und Neugier.
Der Schuleintritt ist sicherlich für jedes Kind eine aufregende Erfahrung: es muss die Sicherheit der Familie verlassen, sich in eine neue Gruppen einfügen, ist gefordert, Verantwortung zu übernehmen, muss Leistungen erbringen, für die es benotet wird etc. etc. Vergleichbare Herausforderungen zu meistern fällt auch den meisten Erwachsenen schwer – verständlicherweise ist das also erst recht keine leichte Aufgabe für ein Kind…
Die Psychologin Dr. Eva Wiedermann setzte sich damit auseinander, wie Kindern ein möglichst guter Start in deren Schullaufbahn ermöglicht werden kann; in einer Elterninformation der MAG Elf (Amt für Jugend und Familie der Stadt Wien) hält sie wertvolle Tipps zur Frage „Wie können Eltern die Schulfähigkeit ihres Kindes fördern?“ fest:
Regelmäßigkeit: Bereits vor dem Schuleintritt sollte das Kind lernen, sich an einen regelmäßigen Tagesablauf zu gewöhnen, damit es später weiß, dass es zu seinen Aufgaben zählt, rechtzeitig zur Schule zu kommen: In diesem Zusammenhang muss es auch lernen, gelegentliche Unlustgefühle oder Müdigkeit zu überwinden und trotzdem an seiner Alltagsroutine festzuhalten.
Das Selbstvertrauen des Kindes in seine Fähigkeiten stärken: Indem Eltern ihr Kind beim Malen, Basteln oder anderen Tätigkeiten ermuntern, lernt das Kind, ein eigenes Selbstbewusstsein zu entwickeln – dieses ist notwendig, um mit Freude zu lernen. Es ist wichtig, dass das Kind sich von seinen Eltern anerkannt und ernst genommen fühlt und kann in der Folge bereits die Verantwortung für kleinere Aufgaben übernehmen.
Partnerschaftliches Verhalten dem Kind gegenüber: Ein partnerschaftliches Verhalten der Eltern dem Kind gegenüber in Gesprächen, bei kleineren Entscheidungen usw. steigert das Selbstbewusstsein des Kindes und seine sozialen Fähigkeiten; zusätzlich wird es angeregt, nachzudenken und Verantwortung zu übernehmen.
Mit dem Kind die Welt entdecken: Eltern können die Wissbegier ihres Kindes unterstützen, wenn sie auf dessen Fragen kindgerecht antworten. Durch gemeinsame Unternehmungen bekommt das Kind die Möglichkeit, viele Beobachtungen zu machen und Fragen zu stellen. So lernt es auf der einen Seite neue Begriffe kennen und auf der anderen Seite, zu differenzieren, Sinnzusammenhänge zu erkennen und aktuelle Erfahrungen auf andere Situationen zu übertragen.
Dem Kind helfen, Kontakt zu anderen zu knüpfen: Im Spiel mit anderen Kindern lernt das Kind, sich einerseits zu behaupten und andererseits auch Rücksicht zu nehmen und zu teilen.
Entwicklungsentsprechende Förderung: Kinder müssen lernen, sich realistisch einzuschätzen um weder einer Über- noch Unterschätzung zu unterliegen. Das bedeutet aber, dass auch die Eltern die Möglichkeiten ihres Kindes realistisch einschätzen und ihre Erwartungen diesen Möglichkeiten anpassen.
Unterstützung bei der Entwicklung der Arbeitshaltung: Die Entwicklung von Konzentration, Ausdauer und Aufmerksamkeit ist zwar einerseits organisch bedingt (das Gehirn muss einen bestimmten Ausreifungsgrad erreichen), kann aber durch die Umwelt zusätzlich gefördert werden: durch die Bereitstellung des richtigen Spielmaterials und durch emotionale Zuwendung.
Einstellen auf die Schule: Es kann sinnvoll sein, rechtzeitig die Schule auszuwählen, die Ihr Kind später besuchen soll: Dadurch können Sie langsam mit dem Kind den zukünftigen Schulweg auszuprobieren, die Umgebung der Schule anschauen und Schulkinder beobachten. Wecken Sie die Neugier auf die Schule und die Lehrkräfte und vermeiden Sie es, Ihr Kind mit Bemerkungen wie über den ,,Ernst des Lebens, der in der Schule beginne“ unnötig zu ängstigen.
Ausführlichere Informationen zu den einzelnen Punkten finden Sie unter: Elterninformation der MAG Elf
Gespeichert unter: Psyche, Uncategorized | Schlagworte: außergewöhnlich, Aura, Ausstrahlung, Beck, Charisma, Emotionen, Gnadengabe, Inspiration, Körpersprache, Selbstwertgefühl, Wiseman, Wunschbild
Es gibt Menschen, die deren Wirkung vergleichbar ist mit jener des Lichts auf Motten: Sie ziehen an, faszinieren, begeistern… Irgendwie sind sie nicht nur ständig von Menschen umgeben, sondern auch von dem gewissen Etwas bzw. von einer magischen Aura. „Das ist eine charismatische Persönlichkeit!“ heißt es anerkennend.
Ein Freund, der Bill Clinton einmal für eine amerikanische Kleinstadt begrüßte, erzählte mir bei einem späteren Abendessen, dass „Clinton einem das Gefühl geben könne, man sei in diesem Moment für ihn der einzig wichtige Mensch auf Erden – auch wenn Tausende andere rundherum sind. Sein Blick war so intensiv. Dieser Mann hat einfach Charisma!“
Charisma 1: ein stabiles und intensives Selbstwertgefühl ausstrahlen
Im Griechischen bedeutete das Wort „charisma“ soviel wie „Gnadengabe“ - eine aus Wohlwollen (von Gott) gespendete Gabe. Die heutige Bedeutung von Charisma hat sich jedoch verändert, die Psychologin und Autorin Monika Matschnig erklärt sie wie folgt: „Heute verbindet man den Begriff mit einer Offenheit, die manche Menschen ausstrahlen – mit ihrer Körpersprache ebenso wie mit ihrem Verhalten.“ Sie meint weiter, dass man Charisma weder wie ein neues Kostüm erwerben, noch dass man es erlernen kann wie eine Schauspielerrolle. „Es kommt von innen heraus und muss sich selbst entfalten“, so Matschnig und erwähnt auch eine britische Studie, laut welcher ein stabiles und intensives Selbstwertgefühl für die besondere Ausstrahlung eines Menschen verantwortlich ist.
Charisma 2: emotional, ansteckend und resistent
Auch der Psychologie-Professor Richard Wiseman, Professor an der Universität Hertfordshire, beforschte charismatische Personen und fand heraus, dass diese über folgende drei Eigenschafen verfügen:
Charisma 3: ein Wunschbild von mir, aber anders als ich
Die Rhetorikerin und Buchautorin Gloria Beck widerspricht jedoch v.a. dem ersten Punkt Wisemans und meint, dass charismatische Personen nicht selbst stark empfinden müssen, es reiche, wenn sie es so aussehen lassen ‘als ob’. Im Zuge ihrer Recherchen fand sie in einer Studie folgende Eigenschaften von Charismatikern:
Laut Beck findet man einen Menschen charismatisch, der „anders ist als man selbst – nämlich einen, der genau so ist, wie man selbst es gern wäre“.
Quelle:
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Focus Online: Charisma: Angeboren oder erlernbar?
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Das sagt Wikipedia zu Charisma.
Gespeichert unter: Arbeit, Beziehung, Gesundheit / Krankheit, Krisenbewältigung, Psyche, Psychotherapie, Uncategorized | Schlagworte: Aggressor, Angst, Bossing, Die Masken der Niedertracht, Gewalt, Hirigoyen, Lähmung, Manipulation, Mobbing, Ohnmacht, Opfer, pervertierte narzisstische Persönlichkeit, Psychotherapie, seelische Perversion, Täter, Viktimologie
Marie-France Hirigoyen studierte Medizin und Viktimologie in Frankreich und den USA und praktiziert als Psychoanalytikerin und Familientherapeutin in Paris. In ihrem Buch Die Masken der Niedertracht (2002) fasst sie ihre Erfahrungen als Viktimologin zusammen und versucht, die Dynamik zwischen Täter und Opfer nicht nur verstehbar zu machen, sondern die Gewalt – welche sich sowohl auf privaten als auch beruflichen Schauplätzen abspielen kann - anhand zahlreicher Fallbeispiele auch spürbar zu machen.
Im Großen und Ganzen finde ich, dass Hirigoyen ein wichtiges Buch geschrieben hat, das zu lesen ich durchaus empfehlen kann – nicht zuletzt, weil es flüssig und verständlich geschrieben ist. Dennoch saß ich am Ende mit “gemischten Gefühlen“ da: Vielleicht, weil mich das letzte Kapitel, in welchem es um die Betreuung der Opfer als Patienten geht, nicht zur Gänze überzeugen konnte. Hirigoyen bezieht folgende Position, wenn es um die Auswahl eines „Psychotherapeuten“ geht:
Im Zweifelsfall ist es besser, jemanden zu wählen, der Psychiater oder Psychologe ist; denn es gibt heute alle möglichen Arten von neuen Therapien, die verführerisch sein können, weil sie schnellere Heilung versprechen, deren Wirkungsweise aber der der Sekten recht nahe kommt.
Vielleicht habe ich mich an dieser Stelle als Psychotherapeutin „auf den Schlips getreten“ gefühlt. Ich kenne die Situation in Frankreich und in den USA nicht, aber „Psychotherapie“ ist in Österreich ein Berufsstand, der sogar in einem eigenen Psychotherapiegesetz verankert ist und dessen Ausübung eine sehr umfassende und fundierte Ausbildung vorangeht. Von Kurpfuscherei, esoterischen Therapien etc. also keine Spur; natürlich spielt trotz aller Regeln, Gesetze etc. immer die ethische Haltung sowie die Persönlichkeit des Therapeuten eine große – wenn nicht die wichtigste – Rolle. Deshalb scheint mir das Auseinanderdröseln des Psychotherapieprozesses nach Richtungen nicht sinnvoll (vgl. Wirkprinzipien der Psychotherapie).
Persönlich gefiel mir, dass Hirigoyen die „perverse Gewalt im Alltag“ anhand zahlreicher Fallbeispiele aufzeigt – dadurch ist nicht nur ein abstraktes Verstehen der Dynamik möglich, sondern bis zu einem gewissen Grad auch ein Einfühlen.
Ich möchte in der Folge den Inhalt des Buches kurz zusammenfassen, allerdings empfehle ich jenen Personen, die sich für das Thema interessieren (oder die vielleicht sogar selbst von Gewalt betroffen sind) das Lesen des gesamten Buches!
Die private Gewalt: Die perverse Gewalt gegenüber dem Lebenspartner und in Familien
Die perverse Gewalt wird häufig bestritten oder banalisiert bzw. verkürzt auf ein einfaches Herrschaftsverhältnis. Sie basiert auf subtilen Aggressionen, die keine greifbaren Spuren hinterlässt. Und sogar Zeugen neigen dazu, die perverse Gewalt als schlichte konfliktbeladene oder leidenschaftliche Beziehung zwischen zwei Personen mit schwierigem Charakter zu deuten. Und auch die Opfer lernen erst im Laufe der Zeit, den Umgang zu erkennen, sich zu wehren und Beweise zusammenzutragen (23).
Zur perversen Gewalt kommt es, wenn das Gefühl in einer Beziehung abflaut, oder aber zu große Nähe besteht (23); es handelt sich um eine Angst, den anderen zu verlieren und gleichzeitig von ihm vereinnahmt zu werden. Das Opfer wird durch das Verhalten des Täters gelähmt; es wird in einen Zustand der Ungewissheit manövriert (24). Diese Entwicklung ist nur möglich durch zu große Nachsicht es Partners; Hirigoyen erklärt diese Nachsicht durch „Familientreue“, welche sich beispielsweise so zeigt, dass innerhalb der Familie das nachgeahmt wird, was ein Verwandter erlebt hat; oder in der Annahme der Rolle eines Heilers für den Narzissmus des anderen; es handle sich um eine Art „Sendung“, bei der sich die Person aufopfern muss (25).
Laut Hirigoyen steht die Weigerung, die Verantwortung für das Scheitern einer Ehe auf sich zu nehmen, oft am Anfang eines perversen Umkippens. Je höher das Idealbild vom Partner war, desto stärker ist die Verleugnung des eigenen Anteils am Scheitern – am Ende wird ausschließlich der Partner dafür verantwortlich gemacht; und das meist auf Basis von Fehlern, die nicht genau benannt werden können. Das Opfer verharrt in einem Angstzustand, weil der Partner das Gespräch verweigert. Zorn und Schmach sind die Reaktion auf dieses Verhalten: die Schmach, nicht geliebt worden zu sein, sowie die Demütigungen geduldet zu haben, sich gefügt zu haben. Es kommt zu vertauschten Rollen, indem der Aggressor zum Opfer wird und die Schuld beim eigentlichen Opfer bleibt (31f). Indess richtet der Täter seine Liebe auf einen neuen Partner, idealisiert diesen – und damit das wiederum möglich ist, muss der frühere Partner zum Sündenbock gemacht werden, indem alles Schlechte auf diesen projiziert wird (41).
Diese Dynamik kann nur aufgelöst werden, indem das Opfer seine Ohnmacht erkennt und damit auch akzeptiert, dass es nichts tun kann; Wenn es ein ausreichend gutes Selbstbild gewinnt, kann die Aggression des Täters seine Identität nicht mehr in Frage stellen (41).
Leider unterbricht selbst eine Trennung die Gewalt oft nicht: diese setzt sich meist auch noch nach dem Beziehungsende fort, wobei der Täter selbst davor nicht zurückscheut, die Kinder für seine Gewalt zu benutzen (42). Indem die Kinder in die gewalttätigen Verstrickungen einbezogen werden, wird Gewalt über Generationen hinweg in einer Familie weitergegeben. Nicht nur, dass Kinder für derartige Rachefeldzüge eines Elternteils gegen einen anderen missbraucht werden, als schwächstes Glied der Kette erfahren sie selbst Gewalt von ihren Eltern. Alice Miller spricht von „schwarzer Pädagogik“, wenn sie die schlimmen Folgen der traditionellen Erziehung aufzeigt, welche den Zweck verfolgt, den Willen des Kindes zu brechen, um aus ihm ein fügsames und gehorsames Wesen zu machen. Das Kind schafft es nicht, sich der „überwältigenden Kraft und Autorität des Erwachsenen“ zu widersetzen, wird stumm und seiner Sinne braubt (51).
Gewalt am Arbeitsplatz
Unter Mobbing am Arbeitsplatz ist jede Verhaltensweise zu verstehen, die durch das bewusste Überschreiten von Grenzen – in Benehmen, Handlungen, Gesten, mündlichen oder schriftlichen Äußerungen – die Persönlichkeit, die Würde oder die physische bzw. psychische Unversehrtheit einer Person beeinträchtigen, deren Anstellung gefährden oder das Arbeitsklima verschlechtern kann. (69)
In ihren Ausführungen trifft Hirigoyen keine begriffliche Unterscheidung zwischen Mobbing und Bossing, wenngleich sie dennoch Beispiele aus beiden Bereichen bringt.
Sie schreibt, dass der „psychologische Krieg am Arbeitsplatz“ zwei Erscheinungsformen kennt: den Machtmissbrauch, der sehr rasch entlarvt und von den Arbeitnehmern nicht unbedingt hingenommen wird und die perverse Manipulation, die viel hinterhältiger ist und deshalb mehr Schaden anrichtet (70).
Nicht nur die Angst vor der Arbeitslosigkeit lähmt die Opfer, sondern es wird durch verschiedene psychologische Methoden „psychologisch gefesselt“ bis es sein kritisches Urteilsvermögen verliert und nicht mehr weiß, wer recht hat und wer unrecht: Es wird ihm vom Täter die unmittelbare Kommunikation verweigert, es wird herabgewürdigt, diskreditiert, isoliert, schikaniert, zu Fehlern verleitet und/oder sexuell belästigt (80ff).
Problematisch ist, wenn ein Unternehmen Mobbing gewähren lässt (99) oder in manchen Fällen sogar fördert (105). Nicht nur, dass Menschen an Mobbing richtiggehend zerbrechen können, die Billigung einer derartigen Unternehmenskultur ist auch für das Unternehmen mit wirtschaftlichen Folgen verbunden: Die Verschlechterung des Arbeitsklimas hat eine erhebliche Leistungs- oder Ertragsminderung in einer Abteilung oder Belegschaft zur Folge, denn das Austragen des Konflikts wird zum Hauptinteresse aller Beteiligten: des Aggressors, des Angegriffenen und teilweise sogar der Zeugen, die sich nicht mehr auf ihre Arbeit konzentrieren können. Es ist die Aufgabe der Entscheidungsträger in einem Unternehmen, Quälereien zurückzuweisen, den Dingen nicht freien Lauf zu lassen und darüber zu wachen, dass der Mensch auf jeder Rangstufe eines Unternehmens geachtet wird (110).
Die perverse Beziehung und die Protagonisten
Hirigoyen beschreibt in einem weiteren Teil des Buches, wie es zu einer derartigen Täter-Opfer-Beziehung kommt und ergründet jeweils die Persönlichkeit von Täter und Opfer.
Laut der Autorin stellt sich eine perverse Beziehung in zwei Phasen ein: In der perversen Verführung und der darauffolgenden Gewalt (115). In der Verführungsphase ist es das Ziel, das Opfer zu destabilisieren und sein Selbstvertrauen zu sabotieren. Die Beeinflussung besteht darin, jemanden, ohne zu argumentieren, dahin zu bringen, dass er anders denkt, entscheidet oder sich benimmt, als er dies aus eigenem Antrieb getan hätte; der Täter stimmt dabei seine Verführung und Manipulation auf die Empfindlichkeit und Verletzlichkeit des anderen ab (116). Hirigoyen unterscheidet drei Stufen der „geistigen oder seelischen Beherrschung des anderen“: Aneignung durch Enteignung; Beherrschung (der andere wird in einem Status der Unterwerfung gehalten); Prägung (ein „Brandzeichen“ soll ihm aufgenötigt werden) (117).
Auch auf die Formen der Kommunikation geht die Autorin ein, wobei sie von der „Illusion der Kommunikation“ spricht; sie nennt sie „eine eigenartige Kommunikation, nicht geschaffen, um zu verbinden, sondern fernzuhalten und jeglichen Austausch zu verhindern“ (121). Dafür bedient sich der Aggressor folgender Methoden: z.B. die unmittelbare Kommunikation verweigern (121), die Sprache entstellen (123), lügen (126), Sarkasmus, Spott und Verachtung (128), Herabsetzen (136), Trennung, um besser herrschen zu können (137), seine Herrschaft aufzwingen (139), vom Paradox Gebrauch machen (132; z.B. mit Worten etwas ausdrücken, was mittels Gesichtsausdruck gleich wieder negiert wird; dadurch werden Zweifel über mehr oder minder unbedeutende Vorkommnisse des Alltags ausgestreut).
Wenn der andere sich dem beherrschenden Einfluss zu widersetzen beginnt, wird er vom bisher nützlichen Objekt zum gefährlichen Objekt, welches – egal mit welchen Mitteln – beseitigt werden muss: Der Aggressor beginnt, seinen Hass zu zeigen, es kommt zur Ausübung von Gewalt – mit dem Ziel, den anderen in die Enge zu treiben (143ff).
Der Aggressor
Der Täter hat in der Regel eine pervertierte narzisstische Persönlichkeit, welche laut Hirigoyen meist fünf oder mehr der folgenden Merkmale aufweist (154):
- die Person hat eine großartige Meinung von ihrer eigenen Bedeutung;
- verzehrt sich in Phantasien von grenzenlosem Erfolg, von Macht;
- glaubt, etwas „Besonderes“ und einzigartig zu sein;
- hat ein übermäßiges Bedürfnis, bewundert zu werden;
- meint, ihr stehe alles zu, man schulde ihr alles;
- beutet in zwischenmenschlichen Beziehungen den anderen aus;
- es fehlt ihr an Empathie;
- beneidet häufig die anderen;
- legt überhebliche Haltung und Verhaltensweisen an den Tag.
Das Opfer
Ausgewählt wird ein Opfer laut Hirigoyen von seinem Aggressor „einfach, weil es da war und weil es irgendwie unbequem wurde. Es hat nichts Eigentümliches für den Aggressor. Es ist ein austauschbares Objekt, das im falschen/richtigen Augenblick da war und den Fehler begangen hat, sich verführen zu lassen – und manchmal den, einen zu hellen Kopf zu haben.“ (167)
Allein die Hinnahme des Schicksals seitens des Opfers erstaunt vielleicht auf den ersten Blick; dennoch unterscheiden sie sich von den Masochisten durch das unendliche Befreiungsgefühl, welches sie empfinden, wenn es ihnen durch ungeheure Anstrengung gelingt, sich zu lösen. Sie sind erleichtert, weil Leiden als solches sie – im Gegensatz zu echten Masochisten – eben nicht interessiert (171).
Wenn sie sich manchmal über längere Zeit hin auf das perverse Spiel eingelassen haben, dann eher, weil sie wirklich lebendig sind und weil sie Leben geben wollen, und sich sogar an die unmögliche Aufgabe heranwagen, einem Perversen zu Leben zu verhelfen: „Mit mir wird er sich ändern!“
Ihre Tatkraft ist allerdings mit einer gewissen „Schwäche“ gekoppelt. Indem sie sich in das unmögliche Unterfangen stürzen, Tote aufzuerwecken, beweisen sie eine gewisse Überschätzung ihrer eigenen Kräfte.
Das ideale Opfer beschreibt Hirigoyen als „eine gewissenhafte Person mit einem natürlichen Hang, sich schuldig zu fühlen“ (172).
Die potentiellen Opfer sind Träger einer partiellen Melancholie. Einerseits gibt es in ihnen einen schmerzlichen Punkt, der eventuell mit einem kindlichen Trauma zusammenhängt, andererseits besitzen sie sehr große Vitalität. Die Perversen, so Hirigoyen, attackieren nicht die melancholische Seite, sondern die lebendige, die Vitalität, die sie wahrnehmen und sich anzueignen suchen (175).
Zusätzlich erscheint das Opfer als naiv und leichtgläubig. Es kann sich nicht vorstellen, dass der andere von Grund auf ein Zerstörer ist, und versucht, logische Erklärungen zu finden; es versucht, Missverständnisse zu vermeiden und will „transparent“ erscheinen. Die Opfer versuchen sich dem anzupassen, was der andere will und sind zunächst verständnisvoll. Sie verstehen oder verzeihen, weil sie lieben oder bewundern. Sie glauben, alles verstehen, alles vergeben, alles rechtfertigen zu können. Sie sind überzeugt, sie würden im Gespräch eine Lösung finden und nähren die Hoffnung, der andere würde sich ändern (176f).
Die Opfer verstehen, aber gleichzeitig „sehen“ sie. Sie besitzen eine Hyperhellsichtigkeit, die sie dazu führt, die Anfälligkeit, die Schwächen ihrer Aggressoren zu benennen. … Wenn sie anfangen, zu benennen, was sie verstanden haben, werden sie gefährlich.
Folgen für das Opfer und Übernahme der Verantwortung
Verzicht: Während der Phase der Beherrschung nehmen noch beide Protagonisten eine Haltung des Verzichts ein, mit dem Ziel, den Konflikt zu vermeiden: Der Aggressor greift durch kleine indirekte Sticheleien an, provoziert jedoch nicht offen; und das Opfer unterwirft sich aus Furcht vor einem Konflikt, welcher zu einem Bruch führen könnte. In gewisser Weise gehen beide ein Bündnis ein (182).
Verwirrung: Das Sichentfalten des beherrschenden Einflusses verwirrt das Opfer, sodass sich bei diesem ein Gefühl einstellt, einen leeren Kopf zu haben; das Denken fällt ihm schwer. Dieser Zustand wiederum erzeugt Stress im Opfer (183).
Zweifel: Durch den Zustand der Betäubung trifft die offene Gewalt das Opfer unvorbereitet; es fühlt sich „wie vom Blitz getroffen“ und bestreitet die Wirklichkeit dessen, was es nicht begreifen kann. Es versucht, zu verstehen und sucht nach logischen Erklärungen. Das Opfer sucht nach seinem Anteil am Zustandekommen der Gewalt und übernimmt häufig die Verantwortung für den zerstörerischen Prozess; am Ende bleibt der Aggressor schuldfrei und das Opfer tritt in die Position des Schuldigen. Dieses Schuldgefühl wird leider immer wieder von der Umgebung noch zusätzlich verstärkt, da diese – ihrerseits verwirrt – selten imstande ist, Hilfe zu leisten. So kommt es zu Urteilen, gefühllosen Kommentaren oder Erklärungen der Situation, die dem Opfer im Endeffekt nicht helfen: Ratschläge, „wie jemand eher sein soll“ oder „was er tun oder lassen soll“, „womit die Gewalt provoziert worden sein könnte“ etc. (183f).
Stress: Der Organismus reagiert auf den Stresszustand auf verschieden Art und Weise: durch die Produktion von Hormonstoffen, durch eine Schwächung des Immunsystems, durch die Veränderung der Neurotransmitter im Gehirn. Der chronische Stresszustand führt zu einem allgemeinen inneren Angstzustand – mit anhaltender Furcht und Furchtvorwegnahme sowie ängstlichen Grübeleien, die das Opfer nur schwer beherrschen kann. Es ist ein Zustand ständiger Spannung und übermäßiger Wachsamkeit (186f).
Angst: Das Opfer ist permanent auf der Hut, belauert den Blick des anderen oder die Schroffheit seiner Gebärden, den eisigen Ton, der eine unausgesprochene Aggressivität verdecken könnte. Es fürchtet die Reaktion des anderen und zeigt sich aus diesem Grund immer liebenswürdiger und versöhnlicher. Noch immer wiegt es sich in der Illusion, der Hass könne sich in Liebe und Wohlwollen auflösen (187f).
Vereinsamung: Immer wieder fühlen sich Opfer alleingelassen, denn selbst Freunde distanzieren sich, indem sie „da nicht hineingezogen werden wollen“. In der Folge zweifeln die Betroffenen an den eigenen Wahrnehmungen und fragen sich, ob sie nicht übertrieben haben könnten (188f).
Zu den längerfristigen Folgen von perverser Gewalt zählt Hirigoyen folgende Merkmale:
Schock: Durch das Bewusstwerden der Aggression finden sich die Opfer in einem Schockzustand wieder: sie fühlen sich getäuscht, missbraucht, missachtet. Erst spät entdecken sie, dass sie Opfer sind. Sie verlieren die Achtung vor sich selbst sowie ihre Würde, sie schämen sich der Reaktionen die diese Manipulation in ihnen wachgerufen hat. Die Scham entsteht laut Hirigoyen dadurch, dass ihnen bewusst wird, dass sie die Gewalt des anderen zugelassen haben. Auch wenn sich manche an ihrem Täter rächen wollen, suchen die meisten lediglich nach einer Rehabilitierung und wollen die eigene Identität wieder anerkennen (190f).
Dekompensation: Wenn der Mensch keine Ressourcen mehr hat, den vorhandenen Stress abzubauen, kommt es zur Dekompensation: darunter ist ein generalisierter Zustand der Beklommenheit zu verstehen, der häufig in Kombination mit psychosomatischen Störungen oder Depression einhergeht. Nicht alle Menschen reagieren auf psychischer Ebene, zu den körperlichen Reaktionen zählen Essstörungen, Schwächeanfälle etc. (191ff).
Trennung: Neben dem sich Fügen in die Situation ist der Kampf um eine Trennung die zweite Möglichkeit des Umgangs mit perverser Gewalt. Laut Hirigoyen ist eine Trennung immer das Werk des Opfers, nie das des Aggressors. Zurück bleibt jedoch meist ein Täter, der sich beklagt, geschädigt worden zu sein, während das Opfer tatsächlich jene Person ist, die alles verliert (194ff).
Die spätere Entwicklung: Die körperliche Entfernung vom Aggressor bedeutet anfangs eine Befreiung für das Opfer; nach der ersten Phase der Erschütterung erwacht wieder ein Interesse an der Arbeit und an Hobbys bzw. auch eine Neugier auf die Welt und auf Menschen. Dennoch klingt bei vielen die traumatische Erfahrung noch lange Zeit nach und zeigt sich in verzögerten psychischen oder somatischen Störungen: Eine allgemeine Beklemmung, chronische Müdigkeit, Schlaflosigkeit, Kopfweh, verschiedene Schmerzen oder psychosomatische Störungen (Bulimie, Alkoholismus, Drogenabhängigkeit). Einige Opfer klagen nachträglich auch über unkontrollierbare Aggressivität und viele entwickeln ein „Ausweichverhalten“, indem sie sich Strategien zurecht legen, nicht an das ’stressige’ Ereignis denken zu müssen. Sie meiden alles, was sie an die schmerzlichen Erfahrungen erinnern könnte. Dennoch sind letzten Endes die Aggressionen und Demütigungen ins Gedächtnis eingeschrieben und leben wieder auf in intensiven und sich wiederholenden Bildern, Gedanken, Erschütterungen.
Ein Opfer, das jedoch Bedauern von seinem Täter erhofft, wartet meist vergeblich; Reue kommt laut der Autorin maximal von der Umgebung – von den stummen Zeugen oder Mittätern – die zumindest nachträglich ihrem Bedauern Ausdruck verleihen (196ff).
Praktische Ratschläge für Betroffene
Hirigoyen beginnt dieses Kapitel wie folgt:
Gegenüber einem Perversen gewinnt man niemals. Bestenfalls kann man etwas über sich selbst lernen. (201)
Dementsprechend sind die notwendigen Schritte der Befreiung: Erkennen – Handeln – innerlich widerstehen (sich dafür gegebenenfalls Unterstützung holen) – die Justiz einschalten. Dieses Prozedere gilt im Prinzip sowohl für den Umgang mit familiärer als auch beruflicher Gewalt.
Wie heilen?
Laut Hirigoyen ist meist psychotherapeutische Hilfe für den Heilungsprozess unerlässlich. Gemeinsam mit dem Psychotherapeuten kann das Opfer lernen, die Perversion beim Namen zu nennen. Dafür ist es unerlässlich, dass der Therapeut das Trauma des Hilfesuchenden als etwas Geschehenes anerkennt. Das Ziel der Therapie ist es, dass der Patient wieder Zugang zu seiner Freiheit findet – dafür ist es jedoch notwendig, die Zweideutigkeit zu beseitigen und Unausgesprochenes besprechbar zu machen. Nur so kann sich das Opfer von seinen Schuldgefühlen befreien kann (219ff).
Literatur:
Marie-France HIRIGOYEN: Die Masken der Niedertracht. Seelische Gewalt im Alltag und wie man sich dagegen wehren kann. dtv-Verlag, 7. Auflage, München: 2007.
Gespeichert unter: Forschung, Psychotherapie, Uncategorized | Schlagworte: Äquivalenz-Paradox, Effizienzforschung, Forschung, motivationale Klärung, Problemaktualisierung, Problembewältigung, Psychotherapie, Ressourcenaktivierung, unspezifische Wirkfaktoren, Wirkfaktoren
Ich kann mich noch gut erinnern, als ich mich in der Anfangsphase meiner Lehrtherapie einmal meinem Therapeuten gegenüber fand und ihn verdutzt anschaute: „Ich habe keine Ahnung, wieso es plötzlich anders ist: Ich habe seit unserer letzten Sitzung nichts verändert; trotzdem fühlt es sich plötzlich irgendwie anders an… Wir haben doch nur geredet.“ Ich kann mich auch gut an den zufriedenen – wenngleich auch ein wenig belustigten – Gesichtsausdruck meines Therapeuten erinnern, der daraufhin meinte: „Aber so ist es ja gedacht: Freud sprach von der Psychotherapie auch als ‘Gesprächskur’.“ Dies war das erste Mal, dass ich wirklich spürte: Psychotherapie wirkt. Natürlich begleiteten mich in der Folge immer wieder Fragen wie “Wie wirkt Psychotherapie?“ und „Was wirkt in der Psychotherapie?“
Hier ein kleiner Auszug, was die Forschung dazu sagt:
Grawe und Co: Metaanalysen in der Psychotherapieforschung
Seit 1994 gab es zwei umfangreiche Metaanalysen zur Wirksamkeit von Psychotherapien, wobei der 2005 verstorbene Psychotherapieforscher Klaus Grawe an beiden maßgeblich beteiligt war:
Eine Metaanalyse stammt von Orlinsky, Grawe & Parks (1994), in welcher die Autoren in den bis 1995 zur Verfügung stehenden Arbeiten mehr als 2000 gesicherte Zusammenhänge zwischen Prozessmerkmalen und Therapieergebnis fanden.
Eine weitere Metaanalyse, welche von Grawe, Donati & Bernauer (1994) durchgeführt wurde, basierte auf den zirka 3.500 Publikationen von kontrollierten psychotherapeutischen Wirksamkeitsstudien (ohne unveröffentlichte Dissertationen), welche bis 1983/84 publiziert waren. Nachdem die Autoren die Studien von Kindern und Jugendlichen ausgeschlossen hatten, sowie solche mit weniger als vier Patienten, mit weniger als vier Sitzungen und mit bestimmten gut umgrenzten Problembereichen, blieben für die endgültige Auswertung 897 Studien mit Patienten, die an einem klinisch relevanten Problem leiden. In dieser Metaanalyse kristallisierten sich vier therapeutische Wirkprinzipien von Psychotherapie heraus:
1. Wirkprinzip: Ressourcenaktivierung
Es ist besonders wirksam, an den positiven Möglichkeiten, den Eigenarten, den Fähigkeiten und den Motivationen des Patienten anzusetzen. Die wichtigste wirksame Ressource in diesem Zusammenhang ist jedoch die Fähigkeit, eine gute zwischenmenschliche Beziehung aufzubauen. Entscheidend für den Therapieerfolg ist dabei auch, ob sich der Patient selbst als zu einer guten Beziehung fähig erlebt. Weiters ist relevant, ob der Patient seinen Therapeuten als ihn unterstützend, aufbauend und in seinem Selbstwert positiv bestätigend erlebt.
2. Wirkprinzip: Problemaktualisierung
In der Therapie muss zuerst aktiviert werden, was in weiterer Folge verändert werden soll. Dies bedeutet, das Problem muss vom Patienten real erlebt werden (Beispiele: Expositionsübung, ein Problem im therapeutischen Gespräch richtig „durchleben“).
3. Wirkprinzip: Problembewältigung
Der Therapeut unterstützt den Patienten mit geeigneten Maßnahmen aktiv darin, mit einem bestimmten Problem besser fertig zu werden (z.B.: Selbstsicherheitstraining, Reizkonfrontation, Stressbewältigungstraining, Entspannungsverfahren, Kommunikations- und Problemlösungstraining, familientherapeutischen Interventionen).
Damit dies gelingen kann, muss das, was der Patient als sein Problem erlebt, auch vom Therapeuten ernst genommen werden. Für die therapeutische Wirkung ist entscheidend, dass der Patient die reale Erfahrung macht, besser im Sinne seiner Ziele mit der betreffenden Situation zurechtzukommen. Es ist somit wichtig, dass der Therapeut über ein umfassendes problem- und störungsspezifisches Erfahrungswissen verfügt. Bemerkenswert ist jedoch auch, dass es wirksame psychotherapeutische Methoden gibt, die genau das Prinzip der Problembewältigung nicht als Strategie verwenden und dass diese aber trotzdem wirksam sind (z.B. Gesprächspsychotherapie nach Rogers oder die Psychoanalyse).
4. Wirkprinzip: motivationale Klärung
Der Therapeut hilft dem Patienten, sich über die Bedeutung seines Erlebens und Verhaltens im Hinblick auf seine bewussten und unbewussten Ziele und Werte klarer zu werden.
Ergebnisse der Effizienzforschung: Besser mit als ohne Psychotherapie, Richtung egal, Haltung wichtig.
In bisherigen Metaanalysen stieß man auf folgende Ergebnisse hinsichtlich der Effizienz von Psychotherapie: 80 % der Patienten geht es mit einer Psychotherapie besser als ohne eine Psychotherapie; zwischen den verschiedenen Therapierichtungen gibt es keine klaren Sieger und Verlierer; Laientherapeuten erzielen vergleichbare Effekte wie professionelle Therapeuten. In der Psychotherapieforschung spricht man in diesem Zusammenhang vom so genannten „Äquivalenz-Paradox“.
Unspezifische Wirkfaktoren: Die Wichtigkeit der therapeutischen Haltung
Strupp&Hadley (1979) fanden in ihrer Forschung unspezifischen Wirkfaktoren wie „Akzeptanz, Wärme, Respekt, Empathie und Fürsorge“. Ihre Ergebnisse zeigten, dass College-Professoren und erfahrene Therapeuten ide gleiche Besserung von Beschwerden erreichen konnten, wichtig war eben deren Haltung. Andere Studien bestätigten ebenfalls, dass Laien ähnliche Ergebnisse erzielen können wie ausgebildete Psychotherapeuten (Durlak 1979, Zielke 1979, Hattie/Sharpley/Rogers 1984, Gunzelmann/Schiepek/Reinecker 1986, Christensen&Jakobson 1994).
Ich möchte mit einem Ausspruch von Dr. Pritz schließen; im Rahmen eines Propädeutikum-Kurses sagte er einmal sinngemäß: „Manche erfüllen zwar keine formalen Kriterien, sind jedoch gute Therapeuten; andere erfüllen alle formalen Voraussetzungen und werden dennoch nie wirkliche Therapeuten sein.“
Für den Patienten ist wohl gut, wenn beides vorhanden ist: die richtige Haltung und eine entsprechende Ausbildung.
Literatur:
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Grawe, Klaus (2004): Neuropsychotherapie. Hogrefe Verlag GmbH & CoKG, Göttingen.
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Berger, Simona/Ditzen, Beate: Psychotherapie ist wirkungslos! Geschichte und Kontroversen der Psychotherapieforschung. Psychologisches Institut der Universität Zürich, WS 2004/05).
Gespeichert unter: Psyche, Uncategorized | Schlagworte: Huna, Konstruktivismus, Prinzipien
HUNA bedeutet so viel wie „Geheimnis“; es ist die ca. 5000 Jahre alte Lebensphilosophie der Liebe (ALOHA) und Kraft (MANA), wie sie in Polynesien praktiziert wird. Hier die sieben universellen Prinzipien des HUNA:
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IKE: „Die Welt ist, wofür du sie hältst.“
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KALA: „Es gibt keine Grenzen.“
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MAKIA: „Energie folgt der Aufmerksamkeit.“
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MANAWA: „Jetzt ist der Augenblick der Macht. Es gibt nur jetzt.“
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ALOHA: „Lieben bedeutet, glücklich sein mit…“
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MANA: „Alle Macht kommt von innen. Äußerer Einfluss ist Einbildung.“
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PONO: „Wirksamkeit ist das Maß der Wahrheit.“
Gefunden beim Zenkreis München. Dort gibts auch ein paar mehr Anmerkungen zu den einzelnen Prinzipien. Hat m. E. auf jeden Fall etwas radikal Konstruktivistisches.