Hermine Mandl Weblog


So bleiben Frauen “gesund”: Sie halten durch. (Männer auch.)
November 26, 2007, 4:49
Gespeichert unter: Gesundheit / Krankheit, Uncategorized | Schlagworte: , , , ,

In den Alltagstheorien über Eigenschaften von Frauen, mit Gesundheit, Belastungen und Krankheiten umzugehen, zeichnen sich Frauen scheinbar durch eine “Durchhaltestrategie” aus: Aufgrund ihrer Belastungen durch die Familie und der ständigen Notwendigkeit, für die Kinder, den Mann und im Haushalt präsent zu sein, seien Frauen gezwungen, in alltäglichen und sie belastenden Lebenssituationen durchzuhalten, d.h. nicht krank zu werden, sich ihrem Unwohlsein nicht hinzugeben, nicht aus der Situation auszubrechen. (158f)   

Literatur:

Maschewsky-Schneider, Ulrike, Sonntag, Ute, Klesse, Rosemarie, Brinkmann, Marita, Gesundheitsförderung für Frauen = Frauengesundheit? In: Paulus, Peter (Hg.), Prävention und Gesundheitsförderung. Perspektiven für die psychosoziale Praxis. Köln 1992 : GwG-Verlag, S. 151-162

Diese “Gesundheitsstrategie” beobachte ich tatsächlich häufig in meinem Umfeld. Aber nicht nur bei Frauen. Die meisten Menschen schaffen es, sich gleichzeitig “zu wichtig” und “zu unwichtig” zu nehmen: Zu wichtig, denn sie glauben, ohne sie bricht die Welt zusammen. Zu unwichtig, denn wie selbstverständlich gehen sie über ihre persönlichen Bedürfnisse hinweg. Das finde ich “krank” und “bedenkenswert”.  


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