Gespeichert unter: Empowerment, Forschung, Gesundheit / Krankheit, Psyche | Schlagworte: Empowerment, Judi Chamberlin, Merkmale, National Empowerment Center, Prozess, Psychiatrie, Selbsthilfe
Grundsätzlich findet man in der Literatur zwei Lesarten von Empowerment: Einerseits ist es ein Konzept der Selbstermächtigung, andererseits wird darunter die professionelle Unterstützung bei der Erreichung von Autonomie und Selbstgestaltung verstanden.
Wenn es darum geht, Programme zur psychischen Gesundheit von Menschen anzubieten, so ist Empowerment ein oft genanntes Schlagwort. Judi Chamberlin – selbst psychiatrisch erfahren und langjährige Aktivistin für PatientInnenrechte – fragte sich, was eigentlich jene Menschen unter Empowerment verstehen, für die derartige Programme und Hilfsangebote entwickelt werden. Am Center for psychiatric rehabilitation leitete sie eine Arbeitsgruppe zum Thema Empowerment, welche sich aus TeilnehmerInnen von Selbsthilfegruppen für psychiatrisch erfahrene Menschen zusammensetzte. Bestätigt wurde im Zuge dieser Arbeit, dass Empowerement ein komplexes und multidimensionales Konzept ist, welches eher einem Prozess als einem Zustand entspricht. Gemeinsam mit den TeilnehmerInnen fand Chamberlin 15 Merkmale von Empowerment, die jedoch nicht alle erfüllt werden müssen, um als empowered zu gelten:
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Über Entscheidungsbefugnis verfügen
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Zugang zu Informationen und Ressourcen haben
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Mehr Alternativen haben als nur zwischen Ja oder Nein zu entscheiden
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Selbstsicher sein
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Das Gefühl haben, etwas bewirken zu können (hoffnungsvoll zu sein).
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Kritisch denken lernen; die eigenen Muster erkennen; eine Perspektive ändern können: z.B. eine Neudefinition des eigenen Selbst, von festgefahrenen Machtverhältnissen in Beziehungen, oder auch davon, was man selbst bewirken kann
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Den Umgang mit und Ausdruck von Wut und Aggression lernen
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Sich nicht einsam, sondern sich einer Gruppe zugehörig fühlen
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Verstehen, dass Menschen Rechte haben
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Veränderungen im eigenen Leben und in der Gemeinschaft bewirken
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Sich Fähigkeiten aneignen, die man selbst als wichtig erachtet, z.B. die Fähigkeit zu kommunizieren
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Die Perspektive der anderen verändern in Bezug auf die eigenen Fähigkeiten und Handlungsmöglichkeiten
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Sich hinauswagen: “sich selbst hinterm Ofen hervorholen”
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kontinuierliches Wachstum sowie Veränderungen selbst initiieren
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Ein eigenes positives Selbstbild finden und bestärken sowie Stigmatisierungen bewältigen
Den gesamten Artikel finden Sie auf der Website des National Empowerment Centers.
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