Hermine Mandl Weblog


Gedicht von Erich Fried: Dich
Februar 25, 2009, 8:23
Gespeichert unter: Anekdoten, Metaphern, Gedichte, mehr., Uncategorized | Schlagworte: , ,

Dich
dich sein lassen
ganz dich

Sehen
dass du nur du bist
wenn du alles bist
was du bist
das Zarte
und das Wilde
das was sich losreißen
und das was sich anschmiegen will

Wer nur die Hälfte liebt
der liebt dich nicht halb
sondern gar nicht
der will dich zurechtschneiden
amputieren
verstümmeln

Dich
dich sein lassen
ganz dich

Sehen
daß du nur du bist
wenn du alles bist
was du bist
das Zarte
und das Wilde
das was sich losreißen
und das was sich anschmiegen will

Wer nur die Hälfte liebt
der liebt dich nicht halb
sondern gar nicht
der will dich zurechtschneiden
amputieren
verstümmeln

Dich dich sein lassen
ob das schwer oder leicht ist?
Es kommt nicht darauf an mit wieviel
Vorbedacht und Verstand
sondern mit wieviel Liebe und mit wieviel
offener Sehnsucht nach allem –
nach allem
was du ist

Nach der Wärme
und nach der Kälte
nach der Güte
und nach dem Starrsinn
nach deinem Willen
und deinem Unwillen
nach jeder deiner Gebärden
nach deiner Ungebärdigkeit
Unstetigkeit
Stetigkeit

Dann
ist dieses
dich dich sein lassen
vielleicht
gar nicht so schwer.

Quelle (Anm. HM.: die find ich ziemlich genial, weil sie sich als wahrer Schatz entpuppte … unbedingt hinschauen!):
www.erichfried.de



Geschichte: Der Sprung in der Schüssel
Februar 12, 2009, 1:39
Gespeichert unter: Anekdoten, Metaphern, Gedichte, mehr., Uncategorized | Schlagworte: , , , , ,

Es war einmal eine alte chinesische Frau, die zwei große Schüsseln hatte, die von den Enden einer Stange hingen, die sie über ihren Schultern trug.

Eine der Schüsseln hatte einen Sprung, während die andere makellos war und stets eine volle Portion Wasser fasste. Am Ende der langen Wanderung vom Fluss zum Haus der alten Frau war die andere Schüssel jedoch immer nur noch halb voll.

Zwei Jahre lang geschah dies täglich: Die alte Frau brachte immer nur anderthalb Schüsseln Wasser mit nach Hause. Die makellose Schüssel war natürlich sehr stolz auf ihre Leistung. Aber die arme Schüssel mit dem Sprung schämte sich wegen ihres Makels und war betrübt, dass sie nur die Hälfte dessen verrichten konnte, wofür sie gemacht worden war.

Nach zwei Jahren, die ihr wie ein endloses Versagen vorkamen, sprach die Schüssel zu der alten Frau: “Ich schäme mich so wegen meines Sprungs, aus dem den ganzen Weg zu deinem Haus immer Wasser läuft.”

Die alte Frau lächelte. “Ist dir aufgefallen, dass auf deiner Seite des Weges Blumen blühen, aber auf der Seite der anderen Schüssel nicht? Ich habe auf deiner Seite des Pfades Blumensamen gesät, weil ich mir deines Fehlers bewusst war. Nun gießt du sie jeden Tag, wenn wir nach Hause laufen. Zwei Jahre lang konnte ich diese wunderschönen Blumen pflücken und den Tisch damit schmücken. Wenn du nicht genauso wärst, wie du bist, würde diese Schönheit nicht existieren und unser Haus beehren.”

Quelle: Danke an Peter! (per Mail)



Chaplin: Als ich mich selbst zu lieben begann…

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich verstanden, dass ich immer und bei jeder Gelegenheit,
zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin
und dass alles, was geschieht, richtig ist -
von da an konnte ich ruhig sein.
Heute weiß ich: das nennt man VERTRAUEN.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
konnte ich erkennen, dass emotionaler Schmerz und Leid,
nur Warnungen für mich sind, gegen meine eigene Wahrheit zu leben.
Heute weiß ich: das nennt man AUTHENTISCH SEIN.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, mich nach einem anderen Leben zu sehnen
und konnte sehen, dass alles um mich herum eine Aufforderung zum wachsen war.
Heute weiß ich: das nennt man REIFE“.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, mich meiner freien Zeit zu berauben,
und ich habe aufgehört, weiter grandiose Projekte für die Zukunft zu entwerfen.
Heute mache ich nur das, was mir Spaß und Freude macht,
was ich liebe und was mein Herz zum lachen bringt,
auf meine eigene Art und Weise und in meinem Tempo.
Heute weiß ich: das nennt man: EHRLICHKEIT.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich mich von allem befreit, was nicht gesund für mich war,
von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen
und vor allem, was mich immer wieder hinunterzog, weg von mir selbst.
Anfangs nannte ich das“ Gesunden Egoismus“,
aber heute weiß ich, das ist SELBSTLIEBE“.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, immer Recht haben zu wollen,
so habe ich mich weniger geirrt.
Heute habe ich erkannt: das nennt man DEMUT.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich mich geweigert, weiter in der Vergangenheit zu leben,
und mich um meine Zukunft zu sorgen.
Jetzt lebe ich nur noch in diesem Augenblick, wo ALLES stattfindet.
So lebe ich heute jeden Tag und nenne es BEWUSSTHEIT“.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
da erkannte ich, dass mich mein Denken
armselig und krank machen kann.
Als ich jedoch meine Herzenskräfte anforderte,
bekam der Verstand einen wichtigen Partner.
Diese Verbindung nenne ich heute HERZENSWEISHEIT“.

Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen,
Konflikten und Problemen mit uns selbst und anderen fürchten,
denn sogar die Sterne knallen manchmal aufeinander
und es entstehen neue Welten.
Heute weiß ich: DAS IST DAS LEBEN!

(angeblich von Charlie Chaplin an seinem 70. Geburtstag am 16. April 1959)

Anm. HM: Danke an Günther für diesen schönen Text!



Geschichte: Das Licht der Lebensfreude erkennen und weitergeben
Dezember 20, 2008, 5:27
Gespeichert unter: Anekdoten, Metaphern, Gedichte, mehr., Uncategorized | Schlagworte: , , , ,

Es war einmal der weise Herrscher Suleiman, der seinem Volk ein guter Führer war.  Als er alt geworden und sein Körper gebrechlich war, kam der Anführer der bösen Geister zu ihm und fragte ihn: „ Gebieter, hier bringe ich dir die Zauberschale mit dem Wasser des
Lebens. Wenn du davon trinkst, wirst du von all deinen Schmerzen befreit, du wirst dich wieder jung und frisch fühlen und dazu noch die Unsterblichkeit erlangen.

Der alte Herrscher war in seinen Handlungen stets bedächtig und vorsichtig. Der Gedanke schien ihm sehr verlockend, aber trotzdem befahl er seinen Wächtern, die ersten drei Männer die an seinem Palast vorbeiliefen, vor ihn zu führen. Es dauerte nicht lange, dastanden ein tapferer Krieger, ein reicher Händler und ein armer Hirte vor ihm.Zuerst fragte Suleiman den tapferen Krieger: „Was glaubst du, werde ich glücklich sein, wenn ich aus der Zauberschale getrunken habe?“

Ohne einen Moment zu zögern, antwortete der Krieger: „Natürlich, du wirst überglücklich sein, denn dein Gebrechen wird von dir fallen und du wirst Tausende und Abertausende Jahre leben. Dann hast du Zeit, alle Länder, die du begehrst, zu erobern und zu besitzen.
Wäre das nicht das größte Glück eines Herrschers?“

Als zweites fragte Suleiman den reichen Händler: “Was glaubst du, werde ich glücklich sein, wenn ich aus der Zauberschale getrunken habe?“

Ohne zu zaudern antwortete der: „Ja, du wirst glücklich sein! Mit jedem Jahr wird dein Reichtum größer werden, und in tausend Jahren wirst du die ganze Welt besitzen. Ist es nicht ein unbeschreibliches Glück, reicher und reicher zu werden und zu wissen, dass alles dein ist?“

Als letztes fragte er den armen Hirten: „Was glaubst du, werde ich glücklich sein, wenn ich aus der Zauberschale getrunken habe?“

Gelassen schaute der Hirte Suleiman an und entgegnete: „Herr, Der Krieger und der Händler haben dir nicht die ganze Wahrheit gesagt. Sie wollten dich verschonen und haben dir etwas verschwiegen. Sie haben dir zwar erklärt, warum du glücklich sein wirst, aber sie haben dich nicht wissen lassen, warum du unglücklich sein wirst.“ Der Händler und der Krieger war sehr erbost über die Worte und riefen: „Wie kannst du armer Tor es wagen, uns zu widersprechen. Wie könnte ein Herrscher, der die Unsterblichkeit erlangt, unglücklich sein?“

„Höre mich, oh Gebieter“ sagte der Hirte immer noch gelassen, „du trinkst einen Schluck vom Wasser des Lebens und erlangst ewiges Leben. Es wird aber der Tag kommen, an dem deine geliebte Frau sterben wird. Jeder weiß, wie sehr du sie liebst, du aber lebst weiter und siehst, wie sich dein Reichtum vermehrt. Aber ihren Platz wird keine zweite Frau in deinem Leben ersetzen können. Und eines späteren Tages werden deine geliebten Kinder sterben. Du freust dich zwar deiner Macht, aber wem willst du deine Reiche vererben, jetzt wo deine Kinder tot sind? Auch deine Kindeskinder werden sterben und du bist alleine. Du kannst dann alle deine Schätze zählen, aber es wird keiner da sein, der sich mit dir freute, denn auch deine Freunde werden sterben. Und es wird der Tag kommen, an dem du dich nach deiner Frau, deinen Kindern, deinen Kindeskindern und deinen Freunden sehnen wirst. Das ist das, was dir der Kaufmann und der Krieger verschwiegen haben. Aber nun trinke vom Wasser des Lebens, damit du Unsterblichkeit erlangst.“

„Um nichts in der Welt“ rief da Suleiman entsetzt aus. Was habe ich davon zu leben und ein großes Reich zu besitzen, wenn meine Frau und meine geliebten Kinder nicht bei mir sind? Wie soll ich mich an all den Reichtümern freuen, wenn ich meine Familie betrauern
muss? Und wozu all die Macht, wenn niemand da ist, mit dem ich sie teilen kann?“

Nach Suleiman diesen Satz ausgesprochen hatte, nahm er die Zauberschale vor den Augen des Kriegers, des Händlers und des Hirten und zerschmetterte sie mit aller Kraft auf dem Boden. Die Erde sog den Zaubertrank in sich ein.


- Wenn wir es schaffen, den Tod zu akzeptieren und uns dadurch dem Leben zu öffnen, können wir unser Dasein ganz anders genießen, wir können unser Leben in Bewusstheit leben. (Doris Iding, der Tod geht um die Welt)

Quelle:  Sabine Coners:  Den Weg der Trauer gehen, Kassel 2007/2008, S. 5ff



Wie man aus Fehlern lernen kann: Der “1-Million-Dollar-Fehler”

Der Stahl-Magnat Andrew Carnegie zitierte in den 30er Jahren einen neuen Manager zu sich, der (noch in der Probezeit) eine falsche Entscheidung getroffen hatte, welche die Firma eine Million Dollar kostete. Der Manager setzte sich verlegen auf die vorderste Stuhlkante und meinte: „Sie werden mich jetzt sicher feuern.“ Darauf Andrew Carnegie: „Wie kommen Sie denn darauf? Wir haben gerade 1 Million Dollar in Ihre Ausbildung investiert! Wieso sollen wir Sie jetzt fortschicken?“

(Quelle: Dale Carnegie 1986: Wie man Freunde gewinnt)

gefunden bei: Karl Wimmer: Geschichten und Metaphern als Entwicklungsimpulse, 2004, S. 13



Gehört: Werner Fritschi über Sinn und den existenziellen Wert einer Krankheit

So kündigt Focus den Vortrag “Ich bin jetzt wie ein Acker…” von Werner Fritschi an:

Mit 50 wollte der erfolgreiche und viel beschäftigte Sozialberater und Publizist Werner Fritschi sein Büro “Beratungsdienst Jugend und Gesellschaft” in Luzern zusperren, aus dem Berufsstress aussteigen und sein Leben neu gestalten. Dazu kam es – doch ganz anders als erwartet, ganz anders als vorgestellt. Kurz vor seinem 50. Geburtstag erlitt Werner Fritschi einen Hirnschlag und musste erfahren, dass unsere Wünsche uns narren, dass die Zeit uns betrügt und der Tod unserer Sorgen spottet. Wie ein kleines Kind musste der 50jährige Mann anfangen, elementare Tätigkeiten wie Gehen, Sprechen, Essen wieder zu lernen.

In dieser preisgekrönten Sendung mit dem Titel “Ich bin jetzt wie ein Acker …”aus dem Jahr 1988 erzählt Werner Fritschi beeindruckend und berührend, wie der Hirnschlag sein Leben veränderte, welche Erfahrungen ihm durch die Krankheit zuteil wurden und welchen Sinn er für sich im Leid entdeckte. Wener Fritschi ist heute 65, er lebt und arbeitet in Luzern.

Hier meine Notizen zu diesem Vortrag:

“Was ist denn das Leben für mich noch wert?

Werner Fritschi erzählt von seinen Erfahrungen mit der Krankheit und davon, wie die Umstände waren, als er den Hirnschlag erlitt… Er weint.

Franz Josef Köb: „Was ist der Grund dieser Trauer, die Sie überkommt beim Erzählen und die auch ich spüre beim Zuhören?“

Werner Fritschi: „Es ist, wie wenn man in tiefere Schichten eintaucht und Eisschichten auftaut und etwas abträgt in sich, das mit dem ganzen Leben – mit allen Gefühlen zu tun hat. Mit allem, was man erlebt oder gelernt hat und neu ordnen muss. Ich bin erschrocken in den ersten Wochen, als ich Gesichter nicht mehr erkannt habe, Dinge nicht mehr gewusst habe. Mich nicht erinnern konnte, dass jemand mich besucht hat. So, als ob ich entdeckte: Was ist, wenn du nicht mehr funktionierst? Und wenn du nicht mehr reden kannst? Ich, für den die Sprache das Werkzeug war, wenn ich nicht mehr reden kann, nicht mehr denken kann… Wenn ich nicht einmal mehr als Straßenwischer brauchbar bin? Was ist denn das Leben für mich noch wert?“

“Es ist gar nichts mehr selbstverständlich, dass es funktioniert…”

Fritschi beschreibt auf berührende Weise, wie er wieder lernen musste zu essen, zu gehen etc. – wie er das Leben wieder zu bewältigen lernte. Er schafft es sogar, eine Chance in dieser Erfahrung zu sehen; erkennt, welches Glück er hatte, dass er nicht den Rest seines Lebens im Rollstuhl verbringen muss, dass er noch „alle Tassen im Schrank“ hat; sieht das Glück, dass fast alle Wörter noch bzw. wieder da sind.

Fritschi: „Es ist gar nichts mehr selbstverständlich, dass es funktioniert: Man wird dankbar für jede Geste und dankbar für all das Schöne… Ich dachte, ich bin jetzt wie ein Acker: Jetzt wird gepflügt und geeggt und gesät und ich kann nichts machen. Ich kann nur daliegen wie ein Acker, muss warten, bis es reift und wächst und eine Geburt möglich wird.“

“Warum ich?

Werner Fritschi setzte sich intensiv mit der Frage auseinander: Warum ich? Warum gerade ich? Er machte sich Gedanken über die Ursachen des Hirnschlages und notierte diese in seinem Tagebuch, wobei er für eine Seite etwa zwei Stunden brauchte. Fritschi: „Man schreibt nur mehr, was einem ganz wirklich wichtig ist. Mein Tagebuch ist eine wahre Kostbarkeit.“

Im Zuge dieser Auseinandersetzung mit dem Warum fand er zehn Sinndeutungen, was der Hirnschlag für ihn für einen Sinn gehabt haben könnte:

1. Symbol: Ich wurde aus dem Verkehr gezogen.

“Ich wollte es eigentlich so. Ich gab unbewusst den Termin: 50-jährig. Da wollte ich mein Leben umstellen, mich beruflich neu orientieren, zur Besinnung kommen. … Da wurde ein neuer Gang eingeschaltet, wie ich es sonst freiwillig nicht getan hätte. Zeit zu haben für mich, zum Nachdenken. Eine begnadete Zeit. Ohne Schmerzen, aber alles sehr schwerfällig… Ein Sabbatjahr wurde mir geschenkt. Ich empfand es wie eine Initiation zur zweiten Lebenshälfte. Dieses Jahr im Rollstuhl… hatte ich Zeit für eine Neuorientierung des Lebens. Welch ein Geschenk.”

2. Symbol: Ich bekam einen Kurzschluss im Hirn.

“Irgendwo war ich überlastet. Es hatte zu viel Strom. Zwei und mehr Ströme sind aneinander geprallt. Die Sicherung ist durchgebrannt. Irgendwo ist etwas zerrissen. … Sei nicht allzu gerecht und nicht allzu weise, damit du dich nicht zugrunde richtest. Und ich musste mir sagen: Du musst nicht soviel denken. Einseitig – rechts – heißt einseitig bewusst. Der Hirnschlag wollte mir sagen: Es gibt noch etwas Anderes als nur den Kopf, den Verstand, die Ratio. Etwas Anderes musste ich lernen. Eine neue Realität kennenlernen. Was Rückzug heißt oder Zuwendung zur Natur oder Intuition oder Instinkt oder Ahnungen. Das wurde mir bewusst, als nur noch das Eine blieb: Weinen. Ich hab viel geweint und Trauerarbeit geleistet. Der Hirnschlag hat mir irgendwie unbewusst gesagt: Du bist aus der Bahn gefallen, aus der Elipse deiner Umlaufbahn. Du hast die kosmische Mitte verloren. Dein Gleichgewicht ist gestört. Jetzt nimm dir Zeit, dich neu einzupendeln, deine Mitte zu finden.”

3. Symbol: Ich bekam die Rechnung für 25 Jahre Stress.

“Der Zeitdruck, permanente Überlastung, zuwenig Schlaf, Übermüdung, Tagungen, Tempo, Hetze… Das alles hat sich katastrophal auf die Blutgefäße ausgewirkt. Ich habe ein paar Monate vorher noch die Versicherung angepasst und da habe ich gelacht, als der Mann mir sagte: ‘Sie sind schlecht gedeckt bei Invalidität und Tod.’ Da habe ich gesagt: ‘Ich und einen Herzinfarkt! Das gibt es doch nicht! Ich lebe gesund. Ich habe die Mitte zwischen Spannung und Entspannung.’ Aber an eine andere Krankheit wie Hirnschlag habe ich nie gedacht. Meine Bewegungsarmut, zu wenig Sport, falsche Ernährung … 10 kg Übergewicht, an gewissen Tagen zu viele Pfeifen geraucht… Nun hat der kranke Organismus sich selber Ruhe und Geborgenheit verschrieben.”

4. Symbol: Blut und sein Verhältnis zu den Gefäßen.

“Aus einem Tropfen Blut kann ein guter Pendler alles sagen. Blut ist individueller Träger des Lebens. Es verrät alles über den Menschen. Blut ist Symbol für die Haltung dem Leben gegenüber. Wenn ich zu niedrigen Blutdruck habe – mir wird schlecht, mir wird schlecht vor Augen … – ich bin nicht fähig, mich den Konflikten des Lebens zu stellen … Bei mir ist das Gegenteil gewesen: Meine leidenschaftliche Natur, mein Überdruck: Ich wollte immer mit dem Kopf durch die Wand. Meine Empörung über die gesellschaftlichen Zustände, meine Engagiertheit vielen Themen gegenüber. … … Ich war nicht flüssig genug. Es konnte nicht fließen in mir. Ich blieb zu wenig durchlässig. Die Empörung und die Glut in mir machten mich stockend und das ist symbolisch ausgedrückt worden im verdickten Blut und im Blutgerinnsel.”

5. Symbol: Die Liebe zu einer Frau.

“Berthold Brecht formulierte: Schwäche: Du hattest keine. Ich hatte eine: Ich liebte. Der Druck, der das Blut staute und/oder verdickte, die emotionale Stauung in mir, der verhinderte Tau, die Frustration, das war die Liebe zu einer jungen Frau. Den Berg, den ich in vier Jahren nicht habe bewältigen können. Diese Frau hat an meiner Substanz gezehrt. Keine Frau hat mir bis jetzt so viel Kraft gekostet. Das nicht reden können, das Vertrösten auf später, die Aussichtslosigkeit dieser Beziehung, das gefühlsmäßige Verlangen und die ungestillte Sehnsucht – sprich: Eros oder Liebe, Libido, Sexualität – und letztlich das Gefühl, unverstanden zu sein und zu leiden. Das war ein hoher Preis für eine wunderschöne Liebe und für eine außergewöhnliche Liebesgeschichte.

Ich möchte hier etwas einschieben: Mich hat der Rahmen einer festen Liebesbeziehung zu meiner Ehefrau gehalten, meine Lebensgefährtin hat mich durchgetragen und zu meiner Gesundung viel beigetragen. Gerade in einer solchen festen Liebe ist die existenziellen Erfahrung von einer anderen Beziehung erst möglich.”

6. Symbol: Ich muss alles langsamer machen, um Wachstum zu begreifen und neu zu lernen.

” Jetzt muss ich auf mich hören lernen: auf meine Gefühle, auf meinen Körper. Das kann ich jetzt lernen, wo statt im 5. Gang im 1. oder wenigstens jetzt im 2. gefahren wird. Das Körperbewusstsein neu entwickeln und die organische Erfahrung, wie alles verwoben ist miteinander. Und wenn einem nichts mehr selbstverständlich ist, wie ein Gleichgewicht funktioniert oder die Koordination spielt und wie der Haushalt der Flüssigkeit geregelt wird und ein Muskelspiel und der Bewegungssinn und das Raumempfinden und die Sprache. Wie das alles vom Hirn aus gesteuert wird und das führt zum Gedanken: Wie lernt der Mensch? Wie wachsen wir feinmotorisch? Ich habe Staunen gelernt, was Kinder in den ersten fünf Lebensjahren spielend lernen und ich musste eigentlich im Schnellzugstempo das alles wieder durchmachen.”

7. Symbol: Begegnung mit dem Leiden und mit dem Tod.

“Er sitzt mir noch in den Knochen. Ich habe in den Abgrund geschaut. Der Würgeengel ging vorbei. Es ist ein unheimliches Erlebnis, zu wissen: wäre das Gerinnsel einen Bruchteil von einem Millimeter dicker gewesen oder hätte es einige Sekunden länger das Zentrum verstopft, dann wäre ich abgetaucht. Hätte ich den Kopf auf den Tisch gelegt – und ich hatte es mir schon überlegt damals – ich hätte gesagt: ‘Ciao miteinander, es war schön. Das Leben war gut.’ Ich wäre mitten unter den Leuten gestorben, still davongegangen – nein: davongeschlichen. Ich habe mich versöhnt mit dem Tod. Ich hätte einen milden Tod gehabt und ich werde einmal ganz gut sterben.”

8. Symbol: Die kosmische Konstellation.

“Das mag jetzt ein wenig unverständlich sein… Die Zeit war reif. In meinem astrologischen Diagramm stehen Neptun, Jupiter und der Mondknoten in der unteren Hälfte, also im Unbewussten. Und jetzt als 50-Jähriger ist mein Lebensabschnitt aktualisiert durch den Saturn. Der Lebensplan wirkt sich dann als Schicksal aus, solange es unbewusst bleibt. Ich muss mein Schicksal und Karma ins Bewusstsein holen, um mich von seinen Zwängen zu befreien.”

9. Symbol: Zu mir selber kommen, ich selbst zu sein.

“Die elementare Erfahrung bleibt mir hoffentlich immer im Gedächtnis: Die Hilflosigkeit erleben. Hilfe lernen, anzunehmen. Kranke Körper, Behinderte verstehen, mit Sterbenden fühlen. Ich bin in dem Sinn vom hohen Steg etwas heruntergekommen. Horchen auf den eigenen Körper. Auf die Stille hören. Grenzen akzeptieren. Und die Schonzeit in der Sexualität, unsicher sein, fragend, suchend, allein sein. Mir ist nie langweilig gewesen in den langen Nächten im Spital. Wunderbare Begegnungen habe ich erlebt und Freundschaften konnten neu wachsen.”

10. Symbol: Der Hintergrund, die Konfrontation mit dem Absoluten, Einfließenlassen des Unendlichen, wesentlich werden, die Gnade Gottes erfahren und damit das Thema der Liebe.

“Die Lehre von diesem Hirnschlag heißt für mich: Ich will in den Schwingungen der Schöpfung leben lernen, ein geistiges Atom werden, ein brennender Dornbusch.”

Krankheit und ihr existenzieller Wert

Fritschi ist überzeugt, dass Krankheit immer einen Sinn und existenziellen Wert hat und nur wer ‘in diesem drin war’, der weiß es. “Vorher kann man gescheit etwas sagen darüber, aber es ist letztlich nicht mitteilbar”, so Fritschi.

So erzählt er an dieser Stelle von Erfahrungen und Beobachtungen im Krankenhaus, wie andere Menschen mit ihrer Krankheit umgegangen sind.

Sein Fazit: „Jeder macht diesen Weg allein durch und da zeigt sich irgendwo, bis an welchen Punkt wir reif geworden sind.“

Quelle:

Werner Fritschi: Ich bin jetzt wie ein Acker. Focus Sendung vom 11.6.2001, Radio Vorarlberg.
Gibt’s hier zum Nachhören. [Anm. HM: Sehr empfehlenswert!]



Gehört: Viktor Frankl: Auf der Suche nach dem Sinn.
Oktober 16, 2008, 8:48
Gespeichert unter: Gesundheit / Krankheit, Psyche, Psychotherapie, Uncategorized | Schlagworte: , , , ,

Die Sendung „Focus“ des Radios Vorarlberg ist eine wahre Fundgrube an inspirierenden Vorträgen. Hier eine kurze Zusammenfassung einer Focus-Sendung mit Auszügen aus dem Vortrag “Bewältigung der Vergänglichkeit” (1984) von Viktor Frankl. Focus gestaltete diesen Beitrag aus Anlass des 10. Todestages des österreichischen Psychiaters: Univ.-Prof. Dr. Viktor E. Frankl starb am 2. September 1997 im Alter von 92 Jahren.

Die großen Fragen unseres Daseins

Laut Frankl ist der Mensch ein Wesen, das unentwegt nach Sinn strebt und nach Sinn sucht. Der Mensch ist demnach ein „sinnorientiert“ und „wird er fündig, wird er glücklich“, so der Psychiater. Wer einen Sinn gefunden hat, wird glücklich und leidensfähig, denn er wird „frustrationstolerant“: er kann Opfer bringen – sei es für andere Menschen oder für Gottes Willen – und er kann Verzicht leisten um einer Sache Willen.

Die einzige Möglichkeit, das Leben zu ertragen, ist immer, eine Aufgabe zu erfüllen und zu haben.

„Wenn der Mensch keinen Sinn sieht, keine Vision einer frei gewählten Aufgabe vor sich hat, wird er unglücklich und ‚lebensunfähig’“, so Frankl und bekräftigt dies mit einem Zitat von Albert Einstein: „Der Mensch, der keinen Sinn für sein Leben gefunden hat, ist nicht nur unglücklich, sondern auch lebensunfähig.“

Die Arbeitslosigkeitsneurose: Krank aufgrund eines sinnlosen Daseins.

Vor inzwischen über 60 Jahren prägte Frankl den Begriff „Arbeitslosigkeitsneurose“ und weist darauf hin, dass dieses Phänomen nach wie vor Gültigkeit hat: Der Arbeitslose, der in eine Depression fällt und suizidgefährdet wird, leidet nicht primär an der Arbeitslosigkeit, sondern an einer doppelten Identifizierung: „Arbeitslos sein heißt nutzlos sein und nutzlos sein heißt sinnlos leben.“ Nach den Erfahrungen Frankls ist eben dieser Umstand dafür auslösend, dass jemand deprimiert und selbstmordgefährdet wird.

Frankl erzählt von seinen eigenen Erfahrungen, als er Jugendlichen dabei half, freiwillige – sinnvolle – Funktionen zu übernehmen (z.B. unentgeltliche Mitarbeit in einer Bibliothek) und wie deren Depressionen dadurch verschwanden.

Der Psychiater merkte an dieser Stelle das Problem unserer Freizeitgesellschaft kritisch an, wonach gerade in der Freizeit die innere Leere und das Sinnlosigkeitsgefühl aufbrechen. Auch das Arbeitslosenproblem sei mit Arbeitszeitverkürzungen nicht in den Griff zu bekommen, wie auch die Pensionierungskrise eine Sinnkrise sei: „Die Leute wissen nicht, was sie mit ihrer Freizeit anfangen sollen. Die Frühpensionierung ist nicht nur sozialpolitisch lösbar – man muss auch die psychischen Probleme berücksichtigen.“

Kompensatorische Mechanismen im Menschen: Schwächen und Defekte ausgleichen

Frankl erzählt von einer Klettererfahrung, die er gemeinsam mit einem Bergführer machte: Letzterer hatte ihn darauf hingewiesen, dass man merke, dass Frankls Kräfte aufgrund seines Alters bereits nachlassen, jedoch könne man von ihm das Klettern lernen. Enthusiastisch beschrieb Frankl seine Freude über dieses Lob eines so erfahrenen Bergführers und will damit verdeutlichen, dass das Nachlassen der Kräfte und Zunehmen von Schwächen und Defekten kein Grund dafür sei, zu verzweifeln, denn es gäbe kompensatorische Mechanismen – so genannte Copingmechanismen: Die Kraft lässt nach, aber die Technik wird besser.

Das Problem des Aufhörens ist eines des Anfangens

Irgendwann stellt sich jeder Mensch die Frage: Soll ich aufhören? Aber geht es nach Frankl, dann gibt es unzählige Leute, die eher darunter leiden, dass sie gar nicht angefangen haben – sie haben ihr Leben noch nicht gelebt. Was folgt, ist oft die so genannte „Midlife-Crisis“, die dann eintritt, wenn man mit dem bisherigen Lebenskonzept an eine Grenze kommt und sich entscheiden muss, wie man weitermachen will.

Verzweiflung aufgrund der Vergötzung eines bestimmten Wertes

Viktor Frankl zitiert an dieser Stelle eine amerikanische Studie, in welcher 100 ehemalige Harvard-Studenten untersucht wurden: Es waren lauter Personen, die in Harvard dissertiert hatten und 20 Jahre später berühmte Rechtsanwälte, Ärzte, Psychiater, Chirurgen etc. geworden waren. Dennoch waren viele unter ihnen verzweifelt. Warum? Frankl sieht das Problem in der Verabsolutierung eines Wertes und fügt ein weiteres Beispiel zur Illustration an: Eine Frau, die den Wert hat, sie müsse heiraten und Kinder bekommen und diesen Wert als einzig gültigen annimmt, programmiert sich selbst für die Verzweiflung. Es sei notwendig, diesen Vergötzungsprozess rückgängig zu machen und den Sinn im Augenblick zu finden.

Der Sinn im Augenblick

Die Sinnmöglichkeiten seien in jeder Minute andere: „Hier und jetzt offeriert mir das Leben einen Sinn!“ so Viktor Frankl. Sei es, dass man aktiv gestalte oder rezeptiv wahrnimmt, dass die Wesenheit eines Menschen aufnimmt, dass man liebt…

Wichtig sind die Sinnmöglichkeiten! Aber ich muss offen bleiben, um zu bemerken, was sich tut: Was bietet mir das Leben an? „Wichtig ist, flexibel und elastisch zu bleiben und dankbar dafür, was das Leben bietet“, so der Psychiater und zitiert seinen Freund Paul Boller: „Du kannst dem Leben keine Bedingungen stellen.“

Das Leiden am sinnlosen Leben: Wie kann man Sinn finden, Sinn entdecken?

Wie ein Bildhauer sein Werk aus dem Stein herausschlägt, so gilt es auch den Sinn aus dem eigenen Leben herauszuschlagen. Aber wie es beim Schachspiel keinen besten Zug gibt, so gibt es auch keinen „besten“ Weg auf der Sinnsuche. Es hängt von vielen Faktoren – wie etwa die Umstände, dem Umfeld, der eigenen Person – ab: Aber je umfassender der Lebenssinn ist, umso weniger fasslich ist er. Er entzieht sich dem rationalen Zugriff unseres beschränkten Verstandes.

Frankl illustriert dies am Beispiel eines Kinofilms: Dieser besteht aus vielen Einzelbildern und Einzelszenen, die für sich genommen bereits einen Sinn haben, den man erfassen kann; aber den Endsinn, den Sinn des Ganzen und Großen, kann man erst verstehen, wenn man den ganzen Film anschaut. So ist es auch im Leben: Den Sinn des eigenen Lebens erfassen wir, wenn wir auf dem Sterbebett liegen. „Wir könnten ihn jedoch niemals verwirklicht haben, wenn wir nicht jede einzelne Lebenssituation nach bestem Wissen und Unwissen erfüllt hätten“, so Viktor Frankl und betont weiters, dass Sinn weder gegeben noch verordnet werden kann – jeder muss ihn für sich finden.

Aber der Sinn muss nicht großartig sein: Frankl bringt das Beispiel eines Müllmannes, der das deutsche Bundesverdienstkreuz erhielt, weil er aus Sperrmüll Spielzeug heraussuchte, dieses in den Abendstunden wieder instand setzte und in der Folge an Bedürftige verteilte. Es gelang diesem Mann damit, seiner Tätigkeit einen zusätzlichen Sinn abzuringen.

Bedroht Krankheit den Sinn des Lebens?

Durch Taten, Erleben und Lieben kann man Sinn aus dem Leben ziehen. Selbst in unausweichlichem Schicksal ist es noch immer möglich, einen Sinn aus dem Leben ziehen zu können und dadurch eine persönliche Tragödie in einen Triumph zu verwandeln. Aber niemand kann Heroismus von jemandem anderen verlangen – das könne man nur von sich selbst. Jedoch können die Helfer auf Vorbilder verweisen. „Die ‚Sinnlehre’ kann nicht gelehrt werden“, so Frankl und erklärt, dass es jedoch Lehrer gibt, die sie uns lernen – es seien die Patienten – die eine Sinnleere durchlebt und durchlitten haben. Es sind jene Menschen, die nach Unfällen querschnittsgelähmt waren, jene, die an Krebs erkrankten etc. Oder auch Jerry Long, einen jungen Amerikaner, mit dem Frankl im Briefkontakt stand: Mit 17 Jahren hatte sich Jerry Long bei einem Tauchversuch das Genick gebrochen und war fortan vom Kopf abwärts gelähmt. Er konnte noch mittels Zucken seiner linker Achsel ein Telekommunikationssystem in Aktion setzen oder Tippen, indem er ein Stäbchen zwischen seinen Zähnen hielt. Jerry studierte Psychologie und vertrat die Ansicht, dass ihm das Leiden dazu dient, aus ihm einen besseren psychologischen Berater zu machen.

Aber Frankl verweist auch darauf, dass man die Ursachen des Leidens beseitigen muss, wenn man es kann, betont jedoch, dass eine Sinnerfüllung auch dann möglich ist, wenn wir mit einem Leidenszustand konfrontiert werden, wo ein Leiden nicht behoben werden kann. Man solle nach Möglichkeit aktiv eingreifen, aber sonst auch trotz des Leidens im Leben Sinnmöglichkeit sehen und fühlen. Das Leben ist auch sinnvoll in äußersten und extremen Leidenszuständen und bis zum Tod.

Die Fähigkeit, einen Sinn zu erfassen und Sinnmöglichkeiten wahrzunehmen ist kurz vor dem Tod und in chronischen Leidenszuständen höher als beim durchschnittlichen Menschen. Die „Alertness“ bzw. Sensibilität nimmt im Alter, im Leiden, vor Tod zu. Und so ist das Ende des Lebens immer eine Zeit unvergleichlicher Möglichkeiten persönlicher und zwischenmenschlichen Wachsens für den Betroffenen und die Familie. Man könne innerlich wachsen.

Wir haben die Wahl: Eine mögliche Zukunft oder eine gelebte Wirklichkeit?

Der eine Mensch reißt täglich ein Blatt vom Wandkalender herunter und schaut, wie das Leben verrinnt und der Kalender immer dünner wird. Aber der andere Mensch nimmt das Blatt und macht sich täglich Notizen, was er getan hat an diesem Tag, was er durchlitten hat etc.

Wer alt ist, aber sein Leben gelebt hat, hat nichts zu bedauern und muss die Jugend nicht um deren mögliche Zukunft beneiden.

Quelle:

Nachzuhören gibts die Focus-Sendung “Viktor Frankl: Auf der Suche nach dem Sinn” des Radio Vorarlberg vom 1.9.2007 hier.



Beeindruckend: Die Lincoln Story

Es kann durchaus vorkommen, dass jemand des Öfteren in seinem Leben Niederlagen erleidet – und letzten Endes doch die Siegenslorbeeren erringt. Abraham Lincoln scheint ein gutes Beispiel für unbeirrbare Beharrlichkeit gewesen zu sein, denn innerhalb von 25 Jahren musste er folgende Schicksalsschläge einstecken:

  • Er machte Bankrott.
  • Er kandidierte für den Senat und wurde nicht gewählt.
  • Er machte nochmals Bankrott.
  • Das Mädchen, das er liebte, starb.
  • Er erlitt einen Zusammenbruch.
  • Er kandidierte für den Kongress und wurde nicht gewählt;
  • kandidierte wieder für den Kongress und wurde erneut nicht gewählt;
  • kandidierte für den Senat und verlor;
  • kandidierte für das Amt des Vizepräsidenten der Vereinigten Staaten und wurde geschlagen.
  • Er wurde auch im dritten Versuch nicht in den Senat gewählt.

Zweifellos ein entmutigendes Bild und bereits jeder einzelne dieser Misserfolge würde einen weniger willensstarken Menschen für immer verbittern. Abraham Lincoln jedoch gab nicht auf und sollte als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika unsterblich werden.

Was für den einen das „Ende aller Dinge“ ist, betrachtet ein anderer, der einen starken Glauben an seine Fähigkeiten hat, lediglich als einen Rückschlag.

Quelle: Knehr-Seminare, 15.10.2008.



Der Roger-Bannister-Effekt
September 19, 2008, 7:47
Gespeichert unter: Anekdoten, Metaphern, Gedichte, mehr., Uncategorized | Schlagworte: , , , ,

Lange glaubten Leichtathleten, dass kein Mensch es schaffen könnte eine Meile in weniger als vier Minuten zu laufen. 1954 durchbrach Roger Bannister diese Glaubensbarriere, weil er dies so wollte und vorher in seiner Vorstellung x-mal geschafft hatte. Im gleichen Jahr liefen noch 37 weitere Läufer unter vier Minuten und 1955 waren es schon über 300. „Glaube an Grenzen und sie gehören dir.“ So formulierte es Richard Bach in „Die Möwe Jonathan“.

Quelle:

Robert Winzenried: Die Macht der Gedanken für www.mentalfit.ch, 2006.



Anekdote über Alexander den Großen: Ich schwöre bei allen Göttern…
September 19, 2008, 7:29
Gespeichert unter: Anekdoten, Metaphern, Gedichte, mehr., Uncategorized

Zu den Lehrern Alexanders des Großen hatte der Rhetoriker Anaximenes aus Lampsakos gehört. Diese Stadt war von Alexander nun abgefallen, und er beschloss, sie zu zerstören. Da kam Anaximenes heraus, um Gnade für seine Vaterstadt zu erbitten. Alexander rief ihm schon von weitem zu: “Ich schwöre bei allen Göttern, dass ich nicht tun werde, worum du mich bittest.” Anaximenes: “Zerstöre Lampsakos!”

Quelle:

Peter Köhler (Hg.): Geh mir aus der Sonne. Anekdoten über Philosophen und andere Denker. Philipp Reclam jun. Stuttgart: 2001, S. 29.